
Kiffer‘s Kunstkritik

Die Bässe hämmern wummerig
Im Hirn wird mir ganz schwummerig.
Ich weiß nicht recht was hier zu sehen –
ob Muster durch die Augen wehen?
Belohnt mich gar die Droge schon
mit einer Halluzination?
Mir wird es fast ein bißchen bange
und, high wie eine Fahnenstange,
begeb‘ ich mich aufs Bettgestell:
Dies Bild, es leuchtet gar zu grell!
Jetzt beginnen seine Schlieren
auch noch hypnotisch zu pulsieren
und wabern hier und da und dort –
nicht nur im Bild, auch weiter fort,
in der Luft, im Bett, im Zimmer
Jeden Augenblick wird‘s schlimmer!
Dieses Bild, wird mir jetzt klar,
bewirkt akute Schmelzgefahr
in den frontalen Hirnbereichen
sie fangen schon an aufzuweichen.
Oder sehe ich Gespenster?
schnell schließe ich die Seelenfenster,
und schwenk‘ mental die weiße Fahne:
Dieser Stoff war erste Sahne!

Men and dogs

„Women and cats will do as they please, and men and dogs should relax and get used to the idea.“ (Robert A. Heinlein)
Youth is wasted on the young

Es gibt so viel zu wissen, dass es nicht möglich scheint, alles wissen zu können – so unendlich ist der Bereich dessen, was gewusst werden kann (oder theoretisch gewusst werden könnte).
Trotzdem denkt man, wenn man jung ist, dass man alles weiß.
Wenn man älter wird, merkt man, dass man immer weniger weiß.
Schließlich kommt man zu der Einsicht, dass man gar nichts weiß (ich rede hier von den elementaren, unbeantwortbaren Fragen der Existenz, nicht von wissbaren Fakten von Quantenphysik bis politischer Ökonomie).
„Youth is wasted on the young
they don’t know what to do with it
until the song is sung“
Danke, Weltgeist
… für diese Headlines des deutschen Radaublattes Nr. 1:

Der Eifelphilosoph interpretiert die Welt nur, es kömmt aber darauf an, sie zu verändern
Der Eifelphilosoph ist ein recht gescheiter und belesener älterer Herr, der anscheinend in der Eifel lebt und gelegentlich seinen Senf zur allgemeinen Weltlage und speziell den deutschen Verhältnissen auf Facebook veröffentlicht.
Seine Beiträge sind in der Regel sehr lesenswert, nachdenklich und klug. Stets aber bleiben seine Beobachtung Erklärungen und Analysen stecken in dem Idealismus des bürgerlichen Subjekts, dass daran verzweifelt, wie die ökonomische und politische Realitäten des Kapitalstandortes seine hehren Vorstellungen von Freiheit und Demokratie ständig blamieren.
Und diesen Umstand erlaube ich mir gelegentlich zu kritisieren:
Flitzpiepe Merz – der Luschenkanzler – kann einem wirklich nur leid tun. Wie muss man sich fühlen als Kanzler, den keiner wollte – den schon seit zwanzig Jahren keiner will, der sogar von der Merkel weggeschubst werden konnte, nachdem der Schröder mit ihm den Boden gewischt hatte? Aber das ist ja auch eine Krankheit unseres Systems: der Typ wird einem so lange serviert, bis man ihn nimmt. Wie im Restaurant: wenn die Gulaschsuppe weg muss, empfiehlt der Kellner jedesmal die Gulaschsuppe, bis man aus Gnade einfach sagt: ach, komm, gib her den Mist.
Und dann ist er umgeben von Feinden. Die Rentner zum Beispiel: fressen ihm die Haare vom Kopf. Werden immer mehr und leben immer länger: unverschämtes Pack. Oder die Ausländer: verschandeln das Stadtbild wo sie nur können. Absichtlich. Dann die Arbeitslosen: leben auf seine Kosten in Saus und Braus, haben Spaß wie Bolle und schaden dem Bruttosozialprodukt. Dann die Frauen: wollen in der Ehe nicht mehr vergewaltigt werden. Geht ja gar nicht! Oder die Arbeitnehmer: Faultiere wie sie im Buche stehen. Sitzen den ganzen Tag nur blöd herum und kosten viel. Und sind dann auch noch dauernd krank. Nun – die Krankheit wurde vorhergesagt: die zunehmende Arbeitsverdichtung, unter der Arbeitnehmer seit langer Zeit leiden (immer mehr, immer schneller mit immer weniger Personal) überfordert jeden gesunden Menschen. Aber gut: Arbeit. Das war ja nie so sein Ding. Das hat er aber mit vielen im Parlament gemein: wozu blöd schuften, wenn man doch konsumieren kann – auf Kosten der Allgemeinheit. Privatflieger geht auch ohne Schwielen an den Händen oder einen kaputten Rücken.
Jetzt sollen die mehr arbeiten. Alle. Eine Forderung, die an Blödheit nicht zu überbieten ist. Dazu fällt mir ein Gespräch mit einem Unternehmer ein, der mir am Wochenende erzählte, er würde nie wieder deutsche Autos kaufen – und schwärmte von chinesischen Autos, die er jetzt auch für die Firma anschafft. Massagesitze und – noch nie gehört – eine Meditationshilfe, die ihm im Stau sehr geholfen hatte. Wozu sollen wir eigentlich noch mehr Autos bauen, die keiner will, weil China uns in allem überholt hat? Und hat dem Merz noch keiner gesagt, dass Arbeit an sich kein Geld bringt, wenn man keinen Markt hat, auf dem man handeln kann? Wir haben außerdem schon etliche Millionen Überstunden im Jahr – die meisten davon unbezahlt – und trotzdem schaffen es die Manager nicht, die Wirtschaft auf Kurs zu bringen. Aber Manager kritisieren – diese „Nieten in Nadelstreifen“ – das traut sich keiner mehr. Die sind tabu geworden.
Und sicher: jetzt gibt es Aufschwung. Hört man ja. 0,7 Prozent. Alle jubeln, dabei ist das so, als käme der Familienvater nach Hause, bringt teure Geschenke für alle, weil er jetzt deutlich mehr Geld hat. Nur: das war ein Kredit von der Bank, keine Gehaltserhöhung. Und unser Wachstum besteht hauptsächlich aus Rüstungsaufträgen auf Pump. Sagt einem nur keiner. Da zahlt die junge Generation die Zeche für. Damit die das nicht merken, macht man ihnen mit der Rente Angst.
Und dann noch der Russe. Ein barbarischer Feind. Der Amerikaner. Jetzt auch Feind. Und der Chinese ebenso. Sogar die Saudis haben ihn abblitzen lassen. Die kleine Flitzpiepe in einem Meer von Feinden. Kein Wunder, dass der dauernd unterwegs ist auf der Suche nach irgendjemanden, der ihn mag.
Vielleicht würde er den ja in Bayern finden. Der Söder hat ja jetzt einen ´rausgehauen: das „Scheißbürgergeld“ wird abgeschafft. Ja, dieser elaborierte Sprachcode ist ein Originalzitat. Ich frage mich, ob man dann die Empfänger auch Scheißsyrer, Scheißafghanen und Scheißukrainer nennen soll. Immerhin stellen die die größte Gruppe. Na ja: und Scheißdeutsche sind wir ja sowieso – siehe oben. Für die sprachliche Entgleisung möchte ich mich hier aber erstmal entschuldigen: normal benutze ich solche Begriffe nicht, aber ich wollte mich mal dem Niveau unserer politischen Elite anpassen.
Was so durch die Blume vermittelt wird: wir sind wieder in einem Feudalstaat angekommen. Nicht namentlich – aber funktional. Als Funktionssklaven ist es unserer Aufgabe, die Obrigkeit glücklich zu machen und ihr nicht beim Lebensgenuss im Wege zu stehen, ihnen die Luft wegzuatmen, die Straßen zu überfüllen oder das Stadtbild zu verschandeln. Was könnte man nur für schöne Subventionen für die Wirtschaft verteilen, wenn die Rentner nicht vorher alles aufgefressen hätten – und die Wirtschaft braucht Subventionen, weil sie erfolgreiche Geschäftsmodelle seit Jahrzehnten verpassen. „Wir sind ein Volk von Maschinenbauern, wie können keine Software“ – so in der Art hat die Flitzpiepe mal getönt und sich damit in die Reihe der Totalversager gestellt, deren Standpunkt ist, dass sie „Jäger und Sammler“ sind und sonst nichts können und überhaupt ihre Höhle nicht verlassen wollen.
Der Linnemann hat das ja sogar auf die Spitze getrieben: er überlegt, den Bürgern mehr Freiheit zu geben (Welt, Video, 17.02.2026). Der König möchte den Sklaven etwas Ausgang gönnen, oder? Das ist das feudale Selbstverständnis der selbstverliebten Politikblase in Berlin, die nur noch eins im Sinn hat: möglichst viel Geld für sich selbst aus dem Steuersäckel ziehen. Oder?
Wer traut sich eigentlich, denen mal zu sagen, in was für einem Land wir leben? Hier bestimmt nur einer, wieviel ich arbeite: und das bin ich. Das regele ich vertraglich mit dem Arbeitgeber, als freier Bürger in einem freien Land. Da hat eine Regierung, die von Wirtschaft schon lange keine Ahnung mehr hat, nichts drin verloren. Und das die Gemeinschaft der Bürger sich Versicherungen leistet, kommt jedem zugute – auch das sind freie Verträge freier Bürger zum Schutz vor Ungemach aller Art. Wir dürfen uns sogar Bürgergeld leisten, um die Bürger vor dem Totalversagen deutscher Managementnieten zu schützen, die verdammt nochmal jeden Trend in der Welt verschlafen, schlecht planen, miserabel kalkulieren, bescheiden organsieren und kaum noch in Innovationen investieren, weil die ja erstmal die Rendite schmälern. So rutscht man langsam mit viel Rendite in die globale Bedeutungslosigkeit – und eine an Blödheit kaum zu übertreffende Politik assistiert da noch … für ein paar Plätze im Vorstand. Soviel Versagen läßt sich auch durch noch soviel geschenkte Überstunden nicht ausgleichen. Absolut nicht! Die Arbeit würden wir Bürger lieber in neue Wirtschafts- und Finanzstrukturen investieren, die vor allem uns zugute kommen – und nicht nur dem Plantagenbesitzer
Ich denke ja: bei so vielen Feinden wird es Zeit für den Luschenkanzler, dass er … sich ein anderes Land sucht. Wo man noch Arbeitssklaven kennt. Junge, nie kranke Menschen, die nie altern, nichts essen brauchen, nicht wohnen müssen und auch gar kein Geld wollen. Kanzler einer chinesischen Maschinenhalle – das wäre was. Die bauen inzwischen ganze Straßen ohne einen einzigen Menschen, habe ich gelesen. Haben Fabriken, die völlig dunkel sind: die Maschinen brauchen kein Licht. Da könnte er Kanzler werden. Dunkelkanzler. Aber schnell, bevor auch hier das Licht ausgeht.
Oder?
Ein „Like“ für die insgesamt treffsichere Bestandsaufnahme – die allerdings gegen Ende konterkariert wird durch die leider typischen Staatsidealismen liberaler Demokraten:
„Hier bestimmt nur einer, wieviel ich arbeite: und das bin ich. Das regele ich vertraglich mit dem Arbeitgeber, als freier Bürger in einem freien Land.“
Das ist ideologisches Wunschdenken. Diese idealen Verhältnisse erträumen sich bürgerliche Gemüter, deren Ideal einer gerechten, demokratischen freien Marktwirtschaft ständig an der Wirklichkeit der realen kapitalistischen Verhältnisse blamiert wird:
Wer wieviel arbeitet bestimmt in einer modernen Konkurrenz- und Klassengesellschaft mitnichten der einzelne Lohnabhängige, sondern der Zwang zum Geldverdienenmüssen. Und der fällt an einem kriegsbereiten Kapitalstandort wie der BRD, dessen ökonomische Prosperität durch die Erfordernisse dieser von den Herrschenden verordneten Kriegstüchtigkeit immer härter zulasten der Lohnabhängigen aus, da die sinkende Kapitalverwertungsrate nunmal ihre Verarmung zugunsten der Aufrüstung und dercKriegsvorbereitung erfordert.
Darum ist es auch falsch, den Machthabern Unfähigkeit, Versagen, Schlafmützigkeit gegenüber Welt-Trends, Planungsinkompetenz usw vorzuwerfen. Die Standortverwalter planen im Gegenteil sehr präzise und aus ihrer Sicht stringent strategisch für den nunmehr dritten Anlauf des deutschen Imperialismus zu der Wucht und Größe, die ihm im Verständnis der wesentlichen Teile der herrschenden Klasse zukommt und zusteht.
Man kann kritisieren, dass der in die geopolitische und welthistorische Ecke gedrängte Imperialismus – zumal der chronisch zu kurz gekommene deutsche, dessen Ambitionen weit über seine Möglichkeiten hinausgehen – in seiner lethalen Krise Züge eines Tech-Feudalismus annimmt, dass er immer bürgerfeindlicher und autoritärer wird, dass seine Zielsetzungen und Absichten für die lohnarbeitende Bevölkerung äußerst unverträglich sind.
Aber man hat damit immer noch nicht verstanden, was der politökonomische Gehalt dieser Zustände ist. Von welcher Seite man die Sache auch betrachtet, wenn man ehrlich ist, landet man immer bei dem, was politisches Handeln in der Klassengesellschaft antreibt: bei der Eigentums- und damit der MACHTfrage.
Dass Deutschland nicht auf einmal von lauter unfähigen Politdeppen beherrscht wird, die zwar wollen aber nicht können, könnte man schon dem Umstand entnehmen, dass es offensichtlich keine Rolle spielt, welchem „politischen Lager“ die regierenden Kriegstreiber angehören. Die mal wieder alternativlose Notwendigkeit des Aufrüstungs-, Kriegs-, Verarmungs- und Deindustrialisierungskurses wird ja bekanntlich von allen Parteien geteilt, und auch die selbsternannte „Alternative“ eilt zur Zeit mit Siebenmeilenstiefeln in Richtung „Verantwortung für Deutschland“, also Machtbeteiligung und damit Kompatibilität mit der Agenda der Eliten, die den politischen Kurs des deutschen Imperialismus bestimmen. Und das sind nach Lage der Dinge immer noch die üblichen Verdächtigen, also die Besitzer der Produktionsmittel, die finanzkapitalistischen Eliten, die Netzwerke der Superreichen, der Konzerne und der „Investoren“, kurz: die Epsteinklasse, unsere Bourgeoisie.
Wollen wir die loswerden, jedenfalls ihre politische Macht brechen und ihr die Möglichkeit nehmen, unser aller Leben zu bestimmen und zu kontrollieren und uns demnächst für ihren Krieg gegen Russland zu verheizen? Oder wollen wir sie nur untertänig (also durch Wahlen) darum ersuchen, doch bitte nicht so „unfähig“ zu sein und unseren Idealen einer gerechten bürgerlichen Ordnung zu entsprechen, auf die sie, wenn’s hart auf hart kam, immer schon geschissen haben und eher einen Faschismus installieren, als unsere Interessen zu berücksichtigen?
Geschichten aus dem Pflegeheim: der Frühling kommt




Die wöchentliche Mal und Kreativrunde gibt es seit 2017 , als ich meinen Dienst bei der Diakonie in Neuss antrat. Viele Bewohner, Kurzzeitpflegegäste und sonstige Interessierte haben reingeschaut, mitgemacht, haben ausprobiert, ob das Angebot etwas für sie ist und etliche sind geblieben. Mit der Zeit hat sich ein fester Kern von etwa sechs bis acht Leuten herausgebildet, die die Runde schätzen und die die kreative Inspiration, die sie dort finden bzw. die dort gefördert wird, als wichtigen Teil ihres Heimalltags schätzen.
Da es in der Natur der Sache liegt, dass in einem Pflegeheim die Fluktuation der Teilnehmer ziemlich hoch ist – in einer solchen Einrichtung wird nun mal mehr gestorben als im Rest der Bevölkerung – ist es schon ein kleines Wunder, dass fünf oder sechs Leute seit über sieben oder acht Jahren dabei geblieben sind. All diese Stammgäste sind in den letzten vier Wochen verstorben. Die jährliche Grippewelle ist durch die Einrichtung gefegt wie ein Wintersturm, der die schwachen Bäume entwurzelt und ihr Leben beendet.
Die Mal- und Kreativrunde musste also einen Neustart hinlegen, ein Relaunch war fällig, neue Teilnehmen mussten gefunden und in die Gruppe integriert werden. Nun kenne ich meine Altpappenheimer, und kenne die bei den meisten vorhandene Neigung, schon aus lauter Bequemlichkeit – oft aber auch aufgrund der Tatsache, dass den allermeisten Kunst und Kreativität vom schulischen Kunstunterricht vermiest und versaut worden ist – zuerst mal mit der Standardbemerkung „Nee, Malen ist nichts für mich, das konnte ich noch nie…“ das Angebot abzulehnen.
Bisher war das kein Problem, da wir im Laufe der Zeit die Gruppe für genau diese Leute geöffnet haben: Bewohner, die einfach dabei sein wollten, ohne jeden Zwang dabei saßen, den anderen zuschauten, Musik hörten, sich gut unterhielten und froh waren über die ein bis zwei Stunden Abwechslung im langweiligen Heim Alltag. nach einer Weile erhielt diese Gruppe eine eigene kleine Sitzgruppe, die wir „Die gemütliche Ecke“ nannten. Das wurde so populär, dass häufig in der „Gemütliche Ecke“ mehr Leute saßen als an den Tischen, wo das Kreativ-Angebot stattfindet.
Diesmal wollte ich es anders machen und versuchen, ein paar der „Gemütlichen“ zu „Kreativen“ zu machen! „Niedrigschwelligkeit“ ist das Zauberwort: das Angebot muss so einfach und gleichzeitig so verführerisch sein, dass auch chronische „Ich kann nicht malen!“-Kandidaten sich an die Kreativtische trauen. Das geht logischerweise am besten, wenn gar nicht gemalt (oder gezeichnet) wird, sondern mit einfach zu handhabenden Elementen wie Aufklebern, Bastelkram, Deko-Federn und -Blättern und dergleichen gearbeitet wird. Natürlich darf das Wort „Arbeit“ dabei nicht fallen, sondern das Ganze muss verkauft werden als einzigartige Gelegenheit, zusammen Spaß und Unterhaltung zu haben.
Zusammen mit meiner Assistentin tauche ich also erstmal in die Tiefen unseres Mal-Schrankes, wo sämtliche Werkzeuge und Utensilien aufbewahrt werden, die wir im Laufe der Jahre angeschafft haben. Tatsächlich können wir unglaubliche Mengen an nie benutzten Bastelmaterialien hervorholen, die natürlich nicht alle für unseren heutigen Zweck tauglich sind, aber sehr viel davon häufen wir einfach auf den Tischen auf.
Wir rühren auf den Wohnbereichen ein bisschen die Werbetrommel, versichern den Leuten, dass heute eine echte Überraschung und eine schöne Abwechslung zum Neustart der Mal- und Kreativrunde ansteht und haben schließlich acht Teilnehmer im Angebot sitzen von denen nur ein oder zwei jemals aktiv teilgenommen haben. Vier oder fünf weitere Beeohner haben es dich in der „Gemütlichen Ecke“ bequem gemacht und schauen von dort aus zu.
Wir legen noch einmal eine kurze Gedenkminute ein und tauschen Erinnerungen aus an die bekanntesten und populären kürzlich verstorbenen Mitglieder der Gruppe, die mittlerweile an anderer Stelle ihrer Kreativität fröhnen:

Dann erkläre ich der Gruppe, dass wir heute mit all dem Material, das vor uns auf den Tischen liegt, einfach nur rumspielen, es ausprobieren und auf die bereit gelegten grauen Pappen legen wollen, und dass jeder die Möglichkeit hat, sich aus dem reichhaltigen Angebot von Materialien, Stickern, Blättern und all dem anderen Bastel- und Dekozeug zu bedienen. Als einziges Motto gilt heute „So bunt und fröhlich wie möglich, damit wir die Wiederkehr des Frühlings angemessen feiern können“.
Das finden alle gut, denn dass das Wetter in den nächsten Tagen fast bis zu 20° warm werden soll, haben alle irgendwo gehört und es schon ausgiebig am Mittagstisch besprochen. Wir legen also los. Die Niedrigschwelligkeit in Bezug auf Material, Haptik und Thema ist das eine – die praktische Umsetzung (besonders das Abpulen von Stickern von ihrer Unterlage oder das Aufkleben von Blättern und anderen Elementen) das andere.
Die Assistentin und ich sind während der gesamten Runde im Dauereinsatz und versuchen, jedem einzelnen mit seinem Bild genüge zu tun, gerecht zu werden, seine Ideen um zu setzen und nachzuhelfen, wenn einer trotz aller Niedrigschwelligkeit und Einfachheit der Aufgabe ratlos vor seinem Kartonbogen sitzt. Das kommt (nicht nur) bei dementen Menschen häufig vor, und heute haben wir vier oder fünf Demente in der Runde. Andere sind fasziniert von all den schönen bunten Sachen, die wir auf den Tischen ausgebreitet haben und fangen von alleine an, ihre Bilder zu konzipieren, indem sie beginnen, verschiedene Sachen auf den Kartonpappen zu sammeln, zu arrangieren usw.
Tatsächlich kriegen alle ihre Mixed-Media-Collage in den anderthalb Stunden fertig, die die Runde dauert. Die Stimmung ist gut und fokussiert kreativ – und durchweg so fröhlich wie die Farben und Bildkombinationen, die die Leute vor sich haben. Dazu trägt wie immer auch unsere Standard-Playlist von Schlagern der 1940er bis 1970er Jahre bei, deren Hits viele Teilnehmer mitsingen. Alle sind positiv angetan von den Resultaten ihrer Tätigkeit. Um diese erste „Neue Mal- und Kreativrunde“ würdig zu beenden und den Teilnehmern abschließend noch einmal Ihre Werke gesamthaft vor Augen zu führen, beschließen wir eine spontan Ausstellung der gesammelten Mixed Media Collagen.
Gesagt, getan, und als alles aufgebaut und auf dem Podium in der Cafeteria arrangiert ist, halten die Teilnehmer auf dem Rückweg in ihre Wohnbereiche noch einmal davor an, bestaunen die Werke und freuen sich, was sie wieder Tolles geschaffen haben. „Das war richtig toll heute!“, „Vielen Dank, das war sehr schön !“ sagen einige zum Abschied.










Klärung der Verhältnisse durch NATO und ukrainische Stellvertreter: Vernichtung der Ukraine in ihrer bestehenden Form oder Kapitulation Russlands

Nachstehend in Übersetzung die wesentlichen Auszüge aus Scott Ritter‘s neuestem Substack-Artikel „The Flamingo Effect”.
Der Text befasst sich mit dem britisch-amerikanischen Angriff auf die strategische Waffenproduktionsstätte in Votkinsk (ausgeführt unter dem fadenscheinigen Cover eines ukrainischen „Flamingo“-Cruise Missile Einsatzes), eine Eskalation des NATO-Kriegs gegen Russland, die in ihrer Tragweite und ihrer wohl ebenso leichtfertigen wie beabsichtigten Provokation Russland ganz sicher zu einer Reaktion zwingen wird.
Es dürfte mittlerweile auch dem Naivsten klar sein, dass der Kollektive Westen (sowohl die „Vermittler“ spielenden Amerikaner als auch die offen komplett russophob auftretenden Europäer) an keiner Stelle von ihrem Ziel ablassen, Russland die strategische Niederlage zuzufügen, die sie seit spätestens 2014 planen und umsetzen. Dafür wollen sie auch einen direkten Krieg mit Russland in Kauf nehmen, der nach Lage der Dinge schnell in den Dritten Weltkrieg und die Zerstörung Europas münden wird.
In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2026 feuerte die Ukraine eine Mittelstreckenrakete auf das Maschinenbauwerk Wotkinsk ab, eine strategische Verteidigungsindustrieanlage in der Republik Udmurtien, etwa 1.300 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Die mit einem 1.000 Kilogramm schweren Sprengkopf ausgestattete Rakete traf ein Gebäude, in dem sich die Werkstatt 19 befindet, eine wichtige Werkstatt für Galvanisierung und Stanzen. Hier führen russische Techniker die Metallstanz- und Umformprozesse im Zusammenhang mit der Herstellung von Raketenkörperelementen sowie die galvanische Bearbeitung von Teilen durch, einschließlich der Aufbringung von Schutz- und Funktionsbeschichtungen und der Oberflächenvorbereitung für die weitere Montage. Die Werkstatt 19 spielt eine entscheidende Rolle bei der Herstellung einiger der strategisch wichtigsten ballistischen Raketen Russlands. Der Sprengkopf der Flamingo riss ein 30 mal 24 Meter großes Loch in das Dach des Gebäudes und setzte dessen Inneres in Brand. Mindestens 11 Arbeiter wurden bei dem Angriff verletzt.
Es ist nicht bekannt, inwieweit der Angriff auf Werkstatt 19 die Fähigkeit Russlands beeinträchtigt hat, strategisch wichtige Raketen wie die Interkontinentalraketen (ICBM) Topol-M und Yars sowie die U-Boot-gestützte ballistische Rakete Bulava herzustellen. Die Raketen Iskander und Oreshnik werden im Werk in Wotkinsk hergestellt, ebenso wie die Forschung und Entwicklung an nachfolgenden strategischen Trägersystemen wie der Interkontinentalrakete Kedr.
(…)
Russland steht an einem Scheideweg.
Kurzfristig muss Russland eine Lösung für die Bedrohung durch Flamingo für Wotkinsk und andere strategische Verteidigungsindustrien im Ural finden, die nun von Angriffen bedroht sind (z. B. eine Produktionsstätte für Feststoffraketenmotoren in Perm). Angesichts der Rolle, die Europa bei der Entwicklung, Finanzierung und Herstellung von Flamingo spielt, würde eine Reaktion, die sich auf Angriffe auf Ziele innerhalb der Ukraine beschränkt, keine grundlegende Veränderung bewirken.
Die Raketen würden weiterhin gebaut und auf strategische Ziele tief im Inneren Russlands abgefeuert werden.
Wenn Europa nicht ein für alle Mal davon abgehalten wird, der Ukraine diese Art von militärischer Hilfe zu leisten, läuft Russland Gefahr, einen Tod durch tausend Schnitte zu sterben.
Aber dann stellt sich die größere Frage, was mit der Ukraine selbst geschehen soll. Russland befindet sich derzeit in langwierigen „Friedensverhandlungen“ mit der Ukraine unter der Aufsicht der Vereinigten Staaten, die nun – dank des Angriffs auf Wotkinsk – als kaum mehr als ein Deckmantel für die Ukraine entlarvt wurden, um militärische Kapazitäten aufzubauen, mit denen sie das strategische Hinterland Russlands angreifen kann, um Russland zu zwingen, den Konflikt zu Bedingungen zu beenden, die weniger günstig sind als die zuvor von Präsident Putin festgelegten.
Wenn der russisch-ukrainische Konflikt unter solchen Bedingungen endet, dann wird Russland genau das zugestanden haben, was es im Dezember 2021 noch als rote Linie bezeichnet hatte – die Stationierung von NATO-nahen Mittelstreckenraketen auf ukrainischem Boden.
Dies würde in jeder Hinsicht eine strategische Niederlage für Russland bedeuten.
Es ist höchste Zeit, dass Russland aufhört, sich an solchen selbstzerstörerischen Maßnahmen zu beteiligen. Die Vereinigten Staaten sind in dieser Hinsicht kein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner – der versuchte Mordanschlag auf Präsident Putin am 29. Dezember 2025 durch 91 ukrainische Drohnen, die von der CIA zu ihrem Ziel gelenkt wurden, sollte diese Tatsache unterstreichen. Die fortgesetzte Anwendung von Sanktionen durch Präsident Trump, die darauf abzielen, die russische Wirtschaft zu lähmen, sollte nicht als „Business as usual“ betrachtet werden, sondern vielmehr aus der Perspektive ihres derzeitigen Urhebers, Finanzminister Scott Bessant, der sich solche Sanktionen als „Russland in die Knie zwingen“ vorstellt, also als einen buchstäblichen Akt der Kapitulation.
(…)
Die Trump-Regierung strebt keinen für beide Seiten vorteilhaften Frieden mit Russland an, sondern möchte einen strategischen Sieg über Russland erringen, genau wie zuvor die Biden-Regierung.
Wenn dies vor dem Flamingo-Angriff auf Wotkinsk noch nicht klar war, gibt es jetzt keine Entschuldigung mehr dafür, dass es nicht schmerzlich offensichtlich ist.
Einfach ausgedrückt unterstreicht der Angriff auf Wotkinsk die Tatsache, dass die Ukraine in ihrer derzeitigen Form nach Beendigung des Konflikts nicht weiter bestehen darf. Wie der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew betont hat, ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ein „grüner Käfer“, der „zerquetscht“ werden muss.
Das Gleiche gilt für die gesamte bestehende ukrainische Regierung. Es gibt keine Wahl, die die Missstände in der Ukraine unter den bestehenden Rahmenbedingungen beheben könnte – General Valerii Zaluzhny, der vom Vereinigten Königreich favorisierte Kandidat als Nachfolger von Selenskyj, ist ein Banderist, und Kirylo Budunov – Amerikas auserkorener Nachfolger – ist ein Terrorist, der russisches Blut an seinen Händen hat.
Wenn die Ukraine unversehrt überlebt, dann auch das Raketenprogramm FP-5 Flamingo, was bedeutet, dass Russland nie wieder ohne die Angst vor einem ukrainischen Angriff schlafen gehen kann.
Das FP-5 Flamingo muss vollständig vernichtet werden.
Und um das zu erreichen, muss auch die Ukraine in ihrer derzeitigen Konfiguration vernichtet werden.
Dies ist die eigentliche Definition einer existenziellen Frage für Russland.
Eine Frage, die auch eine angemessene Antwort an Europa erfordert.
Alles andere würde als nichts weniger als eine Kapitulation Russlands interpretiert werden.
https://open.substack.com/pub/scottritter/p/the-flamingo-effect






































































































