
Kategorie: Allgemein
Das Einfache, was schwer zu machen ist
Kommunismus ist keine Utopie und keine Heilslehre, sondern das Werkzeug, die Welt zu einem erträglichen, also menschlichen Ort zu machen.
Je älter ich werde, umso mehr leuchtet mir ein, was Marx über politische Ökonomie, über Staat, Kapital und Klassengesellschaft, über Lohn, Preis und Profit erklärt.
„Er ist vernünftig, jeder versteht ihn. Er ist leicht.Du bist doch kein Ausbeuter, du kannst ihn begreifen.“ sagt Brecht in seinem „Lob des Kommunismus“.
Aber auch:„Er ist das Einfache, was schwer zu machen ist“.
Aber gemacht werden muss es.
Prorussische Desinformation wo man hinguckt!

Die „Tagesschau“ bringt an prominenter Stelle eine Nachricht, die mal wieder deutlich macht, WIE perfide der Iwan daran arbeitet, uns unschuldige Bundesbürger der natürlichen Loyalität zu unserer Bundesregierung zu entfremden: er, also der Russe, hat eine Propagandakampagne auf „X“ inszeniert, die – halten Sie sich bitte fest! – „prorussische Desinformation“ unter das deutschsprachige Volk streut!
Aufgedeckt hat diesen bösartigen Move niemand anders als die „Digitaldetektive“ („Spiegel“-Jargon für die Geheimdienstler, die sich mit Feindbeobachtung im Internet beschäftigen) des für seine seriöse, redliche und ausgewogene Politik bekannten Außenministerium unter der ebenfalls bekannt seriösen, eloquenten und tiefgründigen Premiumdenkerin Baebock.
Damit ist die Solidität von Quelle und Inhalt der Information ausreichend belegt und wir erfahren desweiteren, dass der Feind aus dem Osten ganze Heerscharen von Fake Accounts auf uns losgelassen hat. Die haben alle nur eins im Sinn: mit ihrer prorussischen Desinformation unserer Demokratie zu schaden und uns in unserer Treue zur besten Regierung des besten Deutschlands das es je gab zu verunsichern.
Das ist natürlich eine Nachricht, die im Prinzip einen sofortigen erneuten Weltkrieg gegen den alten Feind erfordert, aber wir sind ja Pazifisten und gegen Rechts, also auch gegen Putin, und deswegen kontern wir die russische Desinformation zunächst einmal nur mit unseren stets akkuraten, wahrheitsgetreuen und immer korrekten Informationen.
Der „Tagesschau“-konsumierende deutsche Michel sitzt inzwischen so regungslos vor Schreck auf dem Sofa, dass ihm die Hand, die das Bierglas hält, auf halbem Weg zum Mund erstarrt. Gebannt harrt er der Erläuterung, worin denn nun diese „prorussische Desinformation besteht; schließlich muss er sich ja gegen die moskowitische Gehirnwäsche wappnen kann.
Die knallgrün kostümierte klimaktierende Meldungsaufsagerin, die aus dem Fernseher die gerade gültigen Sichtweisen verkündet, lässt ihn auch nicht im Stich und erklärt dem bang wartenden Michel, worin denn nun die prorussische Desinformation besteht: zahllose russischen Fake Accounts verbreiten die ungeheuerliche Behauptung, die deutsche Regierung würde sich gar nicht um die eigene Bevölkerung kümmern und stattdessen lieber mit Milliardensummen die Ukraine unterstützen.
Dieser Sache auf die Spur gekommen zu sein, kann sich das Baerbockministerium als Verdienst anrechnen lassen. Nicht auszudenken, hätte es nicht die Bevölkerung über die Gefahr dieser erneuten russischen Perfidie gewarnt! Am Ende würden die Leute die prorussische Desinformation noch GLAUBEN!

Gleichzeitig wird durch die Verbreitung dieser Meldung in sämtlichen Medien und vor allem im nationalen Nachrichten-Hochamt „Tagesschau“ klargestellt: Jeder, der behauptet, die Ampelregierung würde die eigenen Bevölkerung zugunsten der Ukraine bzw. des dortigen Krieges gegen Russland vernachlässigen, kann nur russischer Einflußagent oder Opfer prorussischer Desinformation sein.
Inhaber regierungskritischer Meinungen sind folglich im Grunde Spione, ob freiwillig oder manipuliert durch prorussische Desinformation. Gottseidank ist das jetzt dank der Baerbock-Truppe aufgeflogen und die Volksgemeinschaft ist gewarnt, sich ja nicht auf diese doppelplusunguten Gedanken einzulassen!

Lustig und traurig: die Chuzpe der Dummen
Das hier ist einerseits echt lustig wegen seiner offenkundigen Negation der Fakten – und andererseits ein trauriger Beleg der absurden Parallelrealität, die intellektuell überschaubar ausgestattete Teleprompter-Ableser aus der politischen Klasse bewohnen.
Dass Chuzpe und Selbstbewusstsein der Dummen – beides typische Eigenschaften dieser Sorte Funktionsträger – ausreicht für die Verwaltung des Kapitalstandortes und dafür, die Ansprüche der BRD auf imperialistische Komplizenschaft in der Staatenkonkurrenz geltend zu machen, ist ein anderes Thema. Wenn ohnehin weniger die politische Klasse als die ökonomischen und oligarchischen Eliten die Richtlinien von Staat und Politik definieren, sind die Baerbocks, Habecks, Scholzens, Merz usw wahrscheinlich besser geeignet als die seriösen politischen Kaliber, die zum Beispiel in Russland oder China die entsprechenden Positionen bekleiden.
“Spiegel“-Logik

Der „Stürmer“ für Grüne und Regierungsfans sorgt immer wieder unfreiwillig für Heiterkeit beim Leser. In seinem Bemühen, ab und zu mal das umnachtete Köpfchen aus dem Rektum der herrschenden Interessen zu strecken und die dazugehörigen ökonomischen Propagandafürze möglichst harmonisch herauzuflatulieren, gelingen dann solche wunderbaren „Meldungen“ wie die abgebildete.
In weiteren Meldungen (die leider nicht im Hamburger Sudelblatt stehen):
*** BVB hätte 2023 Meister werden können – wenn nicht so viel Spiele verloren gegangen wären ***
*** Nutella hätte auch 2023 salzig schmecken können – wenn nicht soviel Zucker drin wäre ***
*** Ozeane wären trocken – wenn nicht so viel Wasser drin wäre ***
Geschichten aus dem Pflegeheim: Wie schade, dass ich nichts sehen kann!







Aus der Mal- und Kreativrunde, die ich Montags in der Pflegeeinrichtung anbiete. Neue Teilnehmer kommen oft, so sagen sie, „wegen der guten Atmosphäre hier“, sitzen zunächst einfach dabei und schauen den anderen zu. Früher oder später greift sich noch jeder einen Stift, einen Pinsel oder was immer wir gerade machen.
Andere haben gehört, dass es hier „ein Kunstangebot“ gäbe und wollen aus Interesse daran teilnehmen. So Frau B., die zur vierwöchigen Kurzzeitpflege bei uns ist. Frau B. ist 103 Jahre alt und ist bis auf eine vor drei oder vier Jahren eingetretene Verschlechterung ihres Sehvermögens mobil und orientiert. Sie ist die fitteste so alte Person, die ich bisher kennengelernt habe,
Sie erzählt, dass sie irgendwann, „so mit achtzig“, angefangen hat zu malen, genauer zu aquarellieren, jetzt aber leider kaum noch etwas sehen könne und deswegen ihr Hobby, das sich zur Leidenschaft ausgewachsen hat, nicht mehr richtig ausüben könne. Als sie gehört hat, dass es hier eine Malgruppe gibt, wollte sie aber unbedingt dabei sein.
Erfreut nimmt sie Platz, orientiert sich – mehr mit den Händen als mit den Augen – an Papier, Material, Werkzeugen usw. und beginnt zu malen. Die Farben muss ich ihr in den Pinsel rühren, da sie weder die kleinen Aquarell-Kästchen sieht noch die Farben erkennen kann.
Dennoch legt sie erkennbar freudig gestimmt los. Man merkt, dass diese Frau nicht das erste Mal aquarelliert: Pinselführung, Selbstsicherheit des Strichs und Farbauftrags, Routine der Verwendung des Wassers – all das zeigt mir, dass ich hier außer der Handreichung mit den Pinseln nicht viel tun muss.
Frau B. weiß auch, was sie sich thematisch vornehmen will („Ich will einen Baum malen“). Sie malt zufrieden drauf los und ruft mich ab und zu herbei, um ihr den Pinsel neu oder in eine weitere Farbe einzutauchen. Inzwischen hat sich eine andere Bewohnerin neben sie gesetzt und verfolgt fasziniert, was Frau B. da treibt. Am Ende der Runde ist ihr Bild fertig; dass sie dabei über das Aquarellpapier hinaus auch gleich die Unterlage mit einbezogen hat, ist ihrer kaum vorhandene Sehkraft geschuldet.
„Ach, ein Jammer dass ich nicht mehr sehen kann! Aber ich hab hundert Jahre mit guten Augen gelebt, da will ich jetzt nicht über die drei Jahre mit schlechterń Augen klagen…“, erklärt sie. Und tatsächlich ist das, was sie zu Papier bringt, erstaunlich, wenn man bedenkt, dass sie kaum etwas sieht.



