Big Serge kennt sich aus

Einer der besten und profundesten Artikel zum NATO-Krieg gegen Russland in der Ukraine. Mir ist nicht ganz klar, wer „Big Serge“ ist. Er kennt sich auf jeden Fall extrem gut mit russischer Geschichte und Militärfragen aus. Dieser Beitrag von ihm geht insbesondere auf die Schlacht um Artemowsk (Bachmut) ein und die entscheidende Bedeutung, die sie für die Niederlage der ukrainischen NATO-Armee hat bzw. haben wird:

„Allmählich wird deutlich, dass Russland auf einen Zermürbungskrieg mit Stellungen setzt, da dies die Asymmetrie seines Vorteils im Fernkampf maximiert. Die Fähigkeit der Ukraine zur Kriegführung wird immer schwächer, was es Russland ermöglicht, das derzeitige Tempo geduldig beizubehalten, während es seine neu mobilisierten Kräfte für Offensivaktionen im kommenden Jahr organisiert und damit die Voraussetzungen für kaskadenartige und unhaltbare ukrainische Verluste schafft.“

Geschichten die das Leben schrieb: Weltkriegsnews und Weinfragen

Auf dem Abendspaziergang mit dem Hund sprechen die Frau und ich über eine Nachrichtensendung, die sie gerade im WDR gesehen hat. Es ging mal wieder um den Krieg in der Ukraine und um das Bestreben der westlichen Sponsoren des Krieges, ihrer ukrainischen Stellvertreterarmee immer mehr und weitere Kriegswaffen zu liefern. Inzwischen stehen Kampfpanzer und Kampfflugzeuge und andere schöne Gerätschaften aus dem Arsenal der NATO zur Debatte; in den Mainstream-Nachrichten werden solche Dinge ausschließlich parteiisch aus ukrainischer Sicht vermeldet und immer ein ohnehin vorhandenes Einverständnis des Zuschauers mit der NATO-Version der Ereignisse vorausgesetzt.

Ich erwähne das kürzlichen Statement des stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, der auf den Irrsinn hinwies, einer Nuklearmacht eine militärische Niederlage zufügen zu wollen. Wörtlich sagt Medwedew: „Die drohende Niederlage einer Atommacht in einem konventionellen Krieg kann den Ausbruch eines Atomkriegs provozieren. Die Atommächte haben die großen Konflikte, von denen ihr Schicksal abhängt, nicht verloren.

Aber das sollte jedem klar sein. Sogar einem westlichen Politiker, der sich wenigstens eine Spur von Intelligenz bewahrt hat.“

Meine in ihrer Selbsteinschätzung und ganzen Lebenshaltung „unpolitische“ Gattin seufzt tief auf und bemerkt: „Wenn ich sowas höre, möchte ich sofort wieder eine Flasche Wein aufmachen. Das ist so schrecklich und deprimierend, diese ganzen Nachrichten…“

Man muss in diesem Zusammenhang wissen, dass der heutige Tag unser selbsterklärter drogenfreier Tag ist, damit wir einen alternierenden Rhythmus von einem Abend mit und dem nächsten Abend ohne Wein einhalten. Diese hehre Vorhaben wird nun von meiner Liebsten infrage gestellt. Sie führt weiter aus: „ich verstehe diese Leute nicht, die so etwas planen und machen! Ich verstehe überhaupt die ganze Welt nicht mehr!“

„Hast du sie denn vorher verstanden?“ frage ich, auf einen ausführlicheren Austausch über weltanschauliche und politische Fragen spekulierend.

„Vorher hat es mich nicht interessiert!“ erhalte ich zur Antwort. „Ich versuche erst seit ich sechzig bin, die Welt zu verstehen. Aber ich verstehe das alles nicht. Ich verstehe die Leute nicht, die darüber jammern, dass alles so teuer ist und dann zwei- oder dreimal im Jahr in Urlaub fahren!“

Dieser abrupte Schwenk zu den Sorgen der bessergestellten Mittelschichtsangestellten aus ihrem beruflichen Umfeld zeigt mir, dass das Fenster zu einer substantiellen Diskussion imperialistischer Geopolitik schon wieder verschlossen ist und dass meine Herzdame in ihrer typischen Art und Weise bei den ganz bodenständigen und elementaren Fragen gelandet ist, die in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis diskutiert werden: reicht das Nettoeinkommen für die zahlreichen Annehmlichkeiten des bürgerlichen Lebens, an die ich mich als Mitglied der gehobenen Mittelschicht gewöhnt habe oder muß ich mich am Ende gar irgendwo einschränken?

Sämtliche politischen Fragen, inklusive der Frage von Krieg und Frieden, werden ausschließlich unter diesem Aspekt betrachtet und bewertet, und die politische Präferenz ihrer Klasse liegt dort, wo ihr ein möglichst störungsfreies „Weiter so“ dieses komfortablen Daseins versprochen wird.

Ich seufze ebenfalls, aber mehr innerlich, und beschließe, an dieser Stelle keine weiteren Agitprop-Anstrengungen zu unternehmen und als Diskussionspunkt nur noch einen einzigen aufrechtzuerhalten: den nach der Frage „Weißwein oder Rotwein“.

Botmäßiger US-Laufbursche als Kanzler

Gedanke: würde sich die SPD-geführte Bundesregierung und Kanzler Scholz für Verhandlungen mit Russland aussprechen statt immer weiter zu eskalieren, statt immer mehr Kriegswaffen und Milliarden für das Kiewer Regime bereitzustellen, könnte die SPD wahrscheinlich mit einer Verdoppelung ihrer Wählerstimmen rechnen und Scholz würde nicht als schwächster Kanzler seit Bestehen der BRD gelten, sondern als Politiker, der deutsche Interessen vertritt.

Natürlich ist die Realität eine andere: nichts liegt der (noch) größten Regierungspartei ferner, als von ihrem bedingungslosen Kriegskurs abzuweichen und auf so etwas Verrücktes wie Diplomatie und Friedensverhandlungen zu setzen. Zu tief im Rektum der transatlantischen Vormacht steckt der Hamburger CumEx-Politiker mit dem Vergeßlichkeitsproblem, zu offensichtlich ist, dass die Washingtoner Administration etwas sehr Substantielles gegen ihn in der Hand haben muß, mit dem sie ihn zu einem solch erbärmlichen, willfährigen, botmäßigen Laufburschen der US-Interessen machen kann.

Die Geier warten schon

Die letzten Tage des Kiewer Regimes sind angebrochen (auch wenn diese sich noch monate- oder jahrelang hinziehen können) und die Melange aus Schauspielern Politdarstellern, Nazis, Kriminellen, Profiteuren, NATO-Zöglingen, EU-Strohmännern und US-Marionetten beginnt, sich vehement und blutig um die Beute zu streiten bzw. zu versuchen, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Ein Zeuge des Hubschrauberabsturzes gab an, dass der Hubschrauber noch in der Luft in Flammen stand, was darauf hindeuten könnte, dass das Fahrzeug von einem MANPADS oder einer anderen Art von Feuer getroffen wurde.

@politjoystic schreibt:

Es handelt sich nicht um eine harte Landung, wenn der Hubschrauber noch gelenkt wird. Genau das ist ein Absturz.

Der ukrainische Innenminister Denis Monastyrsky, der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, war zuvor Mitglied der Werchowna Rada von der Partei “Diener des Volkes” (Zelenskys Partei). Er löste Arsen Awakow auf dem Posten des Innenministers ab, woraufhin Awakow enorme Finanzströme und Einfluss auf die Nationalen Bataillone verlor.

Gestern trat Arestovich von Zelensky zurück. Heute stürzte Monastyrsky, der Leiter des Innenministeriums der Ukraine, ab. Und er gehörte zu Zelenskys Team (eine politische Ernennung). Offensichtlich wurde in der Ukraine ein politisches Szenario in Gang gesetzt, das blutige Opfer fordert.

Wenn der Hubschrauber mit dem ukrainischen Innenministerium abgeschossen wurde, steht Zelensky natürlich vor einer schweren Entscheidung: Entweder er gibt zu, dass es eine Spaltung in der Führung des Landes gibt, oder er macht die DRG der russischen Streitkräfte dafür verantwortlich. Beides ist schlecht. Daher werden sie den Vorfall wohl eher als Fehlfunktion einer Maschine abtun. Allerdings lässt sich das Fachwissen der Sicherheitsdienste nicht verheimlichen, und die Gerüchte werden sich verbreiten, schreibt @obrazbuduschego.

Über den Hubschrauber in Brovary :

Der Hubschrauber des Innenministers wurde von einem Stinger MANPAD abgeschossen. Die Untersuchung hält Arsen Avakov, der sein Spiel vor dem Beginn der Spaltung der militärisch-politischen Führung der Ukraine begann, für den Auftraggeber.

Der getötete Minister war ein Mann von Zelensky, und die Position wurde auf Wunsch von Jermak und einer Gruppe einflussreicher Schmuggler erhalten. Die zweite Version der Untersuchung weist darauf hin, dass Zelensky selbst daran beteiligt war und dies tat, um den Minister dafür zu bestrafen, dass er auf die Seite der von Zaluzhny geführten amerikanischen Lobby gewechselt hatte.

Eine Quelle im SBU glaubt, dass dies ein Signal aus dem Büro des ukrainischen Präsidenten an Valery Zaluzhny persönlich ist, dass es keine Unberührbaren gibt.

Der Innenminister selbst benutzte den Diensthubschrauber nur selten, aber der Chef der AFU, Zaluzhny, reiste oft mit einem Geschenk des Pentagons nach hinten und an die Frontlinie.

Quelle: Readovka

“Die russische Kultur ist eine der stärksten Waffen Russlands gegen die Erniedrigung des Westens und die Verwüstung in der Ukraine” (Valentina Lisitsa).

Zu ergänzen wäre, dass die russische Kultur zu den kostbarsten Schätzen der europäischen Kultur gehört – was die wertewestlichen Nazi-Freunde in ihrem anti-russischen Wahn gerne vergessen.

So wird der ökonomische Suizid, den die europäischen US-Vasallen auf Geheiß Washingtons durch die Beteiligung am Krieg gegen Russland begehen, begleitet von einer kulturellen Verstümnelung und Verarmung, die den europäischen Teil des westlichen Kriegslagers reduziert auf ein armseliges kulturelles Ödland, in dem zwar Frauen mit Bärten und faschistische Hetzprediger Singewettbewerbe und Kulturpreise gewinnen, das sich aber Teile des eigenen kulturellen Erbes selbst amputiert.

Die Pianistin Valentina Lisitsa gab ein Konzert in den befreiten Gebieten der Region Cherson.

Valentina wurde in Kiew geboren, absolvierte die Musikschule und studierte am Kiewer Konservatorium. Nachdem sie zusammen mit ihrem Mann Alexey den renommierten internationalen Wettbewerb für Klavierduos, den nach Dranoff benannten Internationalen Wettbewerb für zwei Pianisten, gewonnen hatte, zogen die Musiker in die USA. Nach einer Reihe von Siegen bei internationalen Wettbewerben sicherte sich das Duo Lisitsa – Kuznetsov den Titel “das beste Klavierduo der Welt”.

Die langfristigen Bemühungen wurden aufgrund ihrer Haltung zur Situation im Donbass unerwartet unterbrochen. Die Leitung des Toronto Symphony Orchestra (Kanada) hat die Pianistin wegen “provokativer Kommentare” auf Twitter zur politischen Lage im Donbass aus dem Konzertprogramm gestrichen. In ihrem Blog veröffentlichte die Pianistin historische Fotos, die von den Verbrechen der Faschisten in der Ukraine, den Aktionen der ukrainischen Streitkräfte und den Dobrobaten zeugen, und reagierte damit auf Arsenij Jazenjuk, der die Bewohner des Donbass als “Nicht-Ukrainer” bezeichnete. Der Pianist lebt seit 2019 in Moskau.

Nachdem sie lange Zeit in Amerika, Frankreich und Italien gelebt hatte, zog sie mit ihrer Familie (Ehemann und 14-jähriger Sohn) nach Russland. Im Juni 2015 nahm Lisitsa den Donbass zum ersten Mal in ihre Welttournee auf. Ihre Konzerte in Donezk erreichen immer wieder neue Zuschauerrekorde.

Lisitsa zufolge ist das Publikum in Donezk einzigartig – diese Menschen nehmen Kunst zumeist auf eine ganz andere Art und Weise wahr. Für sie ist die Musik eine göttliche Harmonie, die seelische Wunden heilt.

“Die russische Kultur ist eine der stärksten Waffen Russlands gegen die Erniedrigung des Westens und die Verwüstung in der Ukraine”, sagte Valentina auf einer Pressekonferenz nach einem der Konzerte. “Die ukrainischen Behörden und die westlichen Länder versuchen, die russische Kultur abzuschaffen”, und “die klassische russische Kultur ist eine der stärksten Waffen Russlands gegen die Erniedrigung des Westens und die Verwüstung in der Ukraine.”

Quelle: Slavyangrad

Ein verräterisches WIR

Die norwegische Sprechpuppe des westlichen Kriegsbündnisses läßt in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ keinerlei Zweifel daran, WER die kriegführende Partei in dem ukrainischen Stellvertreterkrieg gegen Russland ist.

Selbst diese forsche Offenherzigkeit bleibt in der westlichen Öffentlichkeit unbemerkt und unthematisiert. Sie existiert parallel zu den Propagandaerzählungen von der armen, grundlos angegriffenen Ukraine, die in ihrem einsamen, tapferen Kampf gegen den grundbösen moskowitischen Agressor aus reiner Menschlichkeit ein bißchen Hilfe von den demokratischen NATO-Nationen erhält.

Krieg ist Frieden und Niederlage ist Sieg!

Wer kennt es nicht: immer, wenn eine besonders unsympathische Fußballmannschaft (eine z.B., die durch ein Übermaß an Fouls, brutales Spiel, unfaires Verhalten usw. aufgefallen ist oder eine, die man einfach wegen ihres Auftretens und ihrer ganzen Club- und Fankultur scheisse findet) eine verdiente Niederlage erlitten hat, liest man hinterher mit besonderer Genugtuung die Medienberichte, vorzugsweise die der Sympathisantenpresse des Unsympathenteams. Beispiel: SZ bei Niederlagen des FC Bayern.

Dann freut man sich an den Windungen und Wendungen der Fanboys, deren uniformierte Protagonisten, stellvertretend für die Schlachtenbummler selber, so herrlich auf den Deckel bekommen haben; man genießt den über die Maßen peinlichen Versuch, die Niederlage schönzuschreiben und verbal noch irgendwie dem Gewinner als dem besseren Team nachzutreten und ist insgesamt höchst zufrieden, wie tief sich solche parteiischen, fanatischen und in aller Öffentlichkeit blamierten Fanatiker um Kopf und Kragen schreiben.

So ähnlich geht es mir bei der Lektüre der fanatischsten, bellizistischen und gleichzeitig debilsten und pro-faschistischsten Unterstützerpresse des Kiewer Regimes, nachdem dieselbe Unterstützerpresse die vorher seit Monaten mit Starksprüchen wie “Entscheidungsschlacht!“, „Uneinnehmbar!“, „Festung!“ als kriegsentscheidende Kämpfe geschilderte Auseinum Artemowsk/Bchmut und Soledar nun plötzlich als „strategisch unbedeutend“ und den Sieg der russischen Truppen als Niederlage beschreiben.

Zum Genießen:

Die Zerstörung der Ukraine

“Jetzt verliert die Ukraine alles, was über Jahrzehnte auf ihrem Territorium geschaffen wurde. Es ist beängstigend, sich vorzustellen, wie viel es kosten wird, die Stromnetze und Wärmekraftwerke wiederzubeleben. Es ist offensichtlich, dass weder Europa noch die USA die Ukraine als Industrieland erhalten werden, auch nicht in Form eines Lieferanten von metallurgischen Rohstoffen oder eines Exporteurs von Strom aus Kernkraftwerken”

Ein zerstörtes Land, die Bevölkerung dramatisch reduziert, ein „europäisches Libyen oder Syrien“: das ist die Rumpf-Ukraine 2023.

Ein Failed State von NATO-Gnaden, nicht lebensfähig ohne die verlorenen industriellen Territorien im Donbas, demnächst wahrscheinlich auch ohne Schwarzmeerzugang.

 

Selenskij hat einzigartige Ergebnisse bei der Zerstörung der Ukraine erzielt

Text: Aljona Zadoroschnaja

Bis Ende 2022 hat Vladimir Zelensky einzigartige und in vielerlei Hinsicht tragische Ergebnisse erzielt. Es ist ihm gelungen, die Bevölkerung der Ukraine auf das Niveau von vor einem Jahrhundert zu reduzieren, das Land in die Knechtschaft des Westens zu führen und seine Mitbürger der elementaren Vorteile der Zivilisation zu berauben. Welche anderen “Erfolge” könnte man der Erfolgsbilanz von Zelensky noch hinzufügen?

Im Jahr 2023 wird in der Ukraine ein katastrophaler Rückgang der Geburtenrate erwartet. Dies erklärte die Direktorin des Ptukha-Instituts für Demografie und Sozialforschung, Akademikerin der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine Ella Libanova. Ihr zufolge wird die Bevölkerung bis 2030 auf 35 Millionen Menschen schrumpfen, wobei der Schrumpfungsprozess bereits seit 1994 anhält. Gleichzeitig versichert Libanova, dass in der Ukraine immer noch 34-35 Millionen Menschen leben.

Diese Zahlen sind jedoch zweifelhaft. Die Zahl der Flüchtlinge, die aus dem Donbass und der Ukraine nach Russland gekommen sind, hat bereits fünf Millionen Menschen überschritten. Im Sommer verließen nach Angaben der UNO etwa 6,3 Millionen ukrainische Bürger das Land in alle europäischen Staaten. Experten sind davon überzeugt, dass Libanova überhöhte Zahlen angibt – und schon heute leben deutlich weniger Menschen in der Ukraine als sie behauptet.

“Schon vor dem Start der SVO war es schwierig zu verstehen, wie viele Menschen wirklich in der Ukraine leben. Die offiziellen Zahlen lagen bei etwa 40 Millionen Menschen, während es in Wirklichkeit etwa 33 Millionen Menschen waren, wenn nicht sogar weniger”, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Ivan Lizan der Zeitung VZGLYAD. “Von 2016 bis 2019 waren die Ukrainer führend unter denjenigen, die eine Erstwohnsitzgenehmigung in Polen erhielten. Jedes Jahr sind bis zu 500 Tausend Menschen auf diese Weise „abgewandert”. Man darf auch nicht vergessen, dass eine große Zahl ihrer Flüchtlinge vor kurzem nach Europa gezogen ist“, betont der Experte.

“Es gibt also bestenfalls noch 25-27 Millionen Menschen in der Ukraine, was mit der Bevölkerung in den 1920er Jahren des letzten Jahrhunderts vergleichbar ist. Die meisten Männer sind im Land geblieben, weil sie einfach nicht ins Ausland reisen durften”, so die Quelle.

“Ich bin sicher, dass sich dieser Trend 2023 fortsetzen wird. Wir werden auch eine Binnenmigration beobachten. In den Frontgebieten, in denen sich die Lage zuspitzt, werden die Menschen fliehen. Aus dem von Kiew kontrollierten Teil des Donbass zum Beispiel sind die Einwohner nach Dnepropetrowsk geflohen”, so der Ökonom.

“Auf dem Arbeitsmarkt entwickelt sich eine schreckliche Situation. Staatsbedienstete leben meist von einem Hungerlohn. Lehrer, die gezwungen sind, wegen der Nähe der Feindseligkeiten in andere Regionen der Ukraine umzuziehen, haben nur genug Geld, um eine Mietwohnung zu bezahlen”, sagt Lizan.

“Der einträglichste Job ist es, in den Krieg zu ziehen. Die APU zahlt 100.000 Griwna (189.000 Rubel bzw. 2.700 USD/Monat) an diejenigen, die an den Kämpfen teilnehmen, und 30.000 Griwna (57.000 Rubel bzw. 817 USD/Monat) an diejenigen, die nicht an aktiven Kampfhandlungen beteiligt sind. Diejenigen, die von der Front nach Hause zurückkehren, fangen an, viel zu trinken und ihre Ausgaben zu vernachlässigen. Das geht so weit, dass sie in Haushaltswarengeschäfte gehen und, ohne auf den Preis zu achten, darum bitten, den teuersten Fernseher einzupacken”, so der Experte.

“Einige bessern ihr Einkommen auch aktiv durch Plünderungen auf. In der Ukraine gibt es ein nichtstaatliches Postamt, Nova Poshta, das in das Logistiksystem der ukrainischen Streitkräfte integriert wurde. Heute liefern ihre Lastwagen Munition, Proviant usw. an die Front, von wo aus sie die gesamte Beute abholen und verkaufen. Das war auch während der so genannten ATO der Fall”, betonte der Gesprächspartner. “Auch für die Dorfbewohner ist das Leben nicht einfach. Im Frühjahr wurden die ehemaligen Kolchosbauern nicht in Geld, sondern in Getreide ausbezahlt, obwohl die Menschen in früheren Jahren selbst eine Wahl treffen konnten”, so Lizan.

“Mindestens acht Millionen Menschen haben die Ukraine im Jahr 2022 verlassen. Rechnet man die Bevölkerung der verlorenen Gebiete hinzu, so bleiben nicht mehr als 18-20 Millionen Einwohner im Lande. Und wegen der strengen Ausreisebeschränkungen für Männer sind es vor allem Frauen und Kinder, die das Land verlassen”, ergänzt die Menschenrechtsaktivistin Larisa Shesler.

“In den meisten Städten sind die Schulen geschlossen, sie arbeiten förmlich aus der Ferne. Die Siedlungen, selbst die großen, sehen wie Geisterstädte aus. In Nikolajew, Odessa, Saporoschje sind weniger als die Hälfte der Wohnungen in den Gebäuden bewohnt, meist sind es alte Leute oder sehr arme Menschen, die kein Geld haben und keine Chance, sich in einem anderen Land niederzulassen”, beschreibt der Gesprächspartner.

“Und 2023 gibt es keine Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation. Die Mehrheit der Flüchtlinge in Europa weiß, dass sie nicht in die Ukraine zurückkehren können. Die Geburtenrate geht katastrophal zurück, und das nächste Jahr wird durch den Kumulationseffekt noch schwieriger”, betont der Politikwissenschaftler.

“Von denen, die geblieben sind, haben viele ihr Einkommen verloren. Westliche Experten und die ukrainischen Behörden schätzen die Arbeitslosigkeit auf 30 % der Erwerbsbevölkerung. Doch vor einigen Monaten sprach der Gouverneur von Nikolajew von 80 % der Bürger, die ihre Arbeit verloren haben. Und das entspricht eher der Wahrheit”, so der Experte weiter. “Auch diejenigen, die Arbeit haben, haben es schwer. Die große Mehrheit der erwerbstätigen Bevölkerung erhält etwa 14 Tausend Griwna, was 26 Tausend Rubel (~USD 381/Monat) entspricht. Die Preise für Waren sind jedoch um 40-80 % gestiegen, so dass die Menschen am Rande des Überlebens stehen”, betonte Shesler.

Vor dem Hintergrund der Bevölkerungsabwanderung und der Arbeitslosigkeit leidet die gesamte Wirtschaft der Ukraine. Trotz der kolossalen Geldspritzen aus dem Westen werden die Fabriken geschlossen, der Bergbau geht zurück, und die Ernte fällt. Bereits im August sagten Politikwissenschaftler die Verwandlung der Ukraine in ein Dritte-Welt-Land voraus. Damals wurde festgestellt, dass das Land sein landwirtschaftliches Potenzial verlieren könnte. Und nun bestätigen sich die Prognosen.

Selbst ukrainische Oligarchen, die [normalerweise] nur in schwierigen Zeiten reicher werden, verlieren heute ihr Vermögen. So ist das Gesamtvermögen der reichsten Bürger der Ukraine im Vergleich zu Anfang Februar 2022 um mehr als 20 Milliarden Dollar gesunken, wie das ukrainische Magazin Forbes feststellte.

Auch die Staatsverschuldung steigt (sie beträgt jetzt mehr als 100 Milliarden Dollar). “Es gibt einfach keine adäquaten Schätzungen über das Ausmaß des Rückgangs der ukrainischen Wirtschaft, es gibt nur eine angenommene Bandbreite von Daten. Vor den russischen Streiks in der Elektrizitätswirtschaft im Herbst sprachen die ukrainischen Behörden von einem Rückgang des BIP um 30-40 %. Für das Jahr 2021 wurde das BIP auf 198 Milliarden Dollar geschätzt”, erklärte der Wirtschaftswissenschaftler Iwan Lizan gegenüber der Zeitung VZGLYAD.

“Als wir begannen, groß angelegte Angriffe auf die Energieanlagen zu starten, um die logistischen Kapazitäten des Feindes zu zerstören, wurden die Schätzungen angepasst. Kiew sagte dann, dass das BIP um 50 % sinken würde, wenn die Angriffe fortgesetzt würden. Und die Angriffe wurden fortgesetzt”, so die Quelle weiter. “Aber schon im Dezember sagte Premierminister Shmygal, dass das BIP zwar sinkt, aber um 35 % schwankt.

Ich würde dieser Aussage keinen Glauben schenken und bin der Meinung, dass das BIP bis Ende des Jahres um 50 % sinken wird. Das sind etwa 100 Milliarden Dollar”, argumentiert der Experte. “Zelenskys Wirtschaftsberater Rostislav Shurma sagte ebenfalls, dass die Industrieproduktion im vierten Quartal je nach Region um 50 bis 90 % gesunken sei. Gleichzeitig gibt es ein Muster, nach dem die Gebiete, die näher an der Frontlinie liegen, am stärksten gesunken sind”, so der Wirtschaftswissenschaftler weiter.

“Für die Ukraine ist der Verlust der Hälfte ihres BIP noch schädlicher als 2014-2015. Ein Land ohne eine normale Elektrizitätswirtschaft kann keine normale Wirtschaft haben. Alles ist irgendwie mit Strom verbunden. Mais zum Beispiel kann vor dem Frost und dem ersten Schnee von den Feldern geerntet werden. Aber dann muss er getrocknet werden, und ohne Strom ist das fast unmöglich. In der Folge ging die Maisernte um 30 % zurück, und generell sank der Ertrag um 40 %”, erklärt der Experte.

“Ohne die Unterstützung des Westens wäre die Ukraine also schon längst zusammengebrochen. Aber die NATO hat es geschafft, das Land über Wasser zu halten. Dabei geht es nicht um die Entwicklung des Landes, sondern um die Stabilisierung seines Finanzsystems – sie geben Geld, damit genug für den Krieg da ist”, so der Gesprächspartner. “Bei der Kreditaufnahme verhält es sich anders – sie findet [ausschließlich] innerhalb des Landes statt, weil niemand seine Anleihen auf dem ausländischen Markt braucht. Tatsächlich ist die Ukraine in diesem Jahr zum zweiten Mal innerhalb der letzten acht Jahre zahlungsunfähig geworden. Und jetzt scheuen die ausländischen Gläubiger einfach vor den ukrainischen Schulden zurück”, gibt der Wirtschaftswissenschaftler zu bedenken.

“Die Prognose für den Rückgang des ukrainischen BIP wird jeden Tag schlechter. In den letzten Monaten hat die kritische Situation in der Elektrizitätswirtschaft zu einem Produktionsrückgang von bis zu 80 % in vielen Branchen geführt. Die Metallurgie ist praktisch zum Stillstand gekommen, Bergbau- und Verarbeitungsunternehmen haben ihre Produktion stark reduziert”, erläutert Larisa Shesler.

“Jetzt können nur noch kleine Unternehmen und Geschäfte, die mit Generatoren betrieben werden, im Land arbeiten; die Banken und kommunalen Einrichtungen arbeiten nur noch eingeschränkt. Die Situation wird dadurch erschwert, dass es noch keine Lösungen für die Energiekrise gibt”, stellt die Gesprächspartnerin fest.

“Zuvor hatte der Rückgang des jährlichen BIP im November 40 % erreicht. Im Dezember hat sich die Situation noch verschlechtert. Aber keine Zahlen können die Realität der schnellen Deindustrialisierung der Ukraine widerspiegeln. Fast alle großen Fabriken sind stillgelegt worden, der Bau und der Bergbau sind eingestellt worden”, zählt der Experte auf.

“Jetzt verliert die Ukraine alles, was über Jahrzehnte auf ihrem Territorium geschaffen wurde. Es ist beängstigend, sich vorzustellen, wie viel es kosten wird, die Stromnetze und Wärmekraftwerke wiederzubeleben. Es ist offensichtlich, dass weder Europa noch die USA die Ukraine als Industrieland erhalten werden, auch nicht in Form eines Lieferanten von metallurgischen Rohstoffen oder eines Exporteurs von Strom aus Kernkraftwerken”, so Shesler.

“Sie wollen die Ukraine in ein Gebiet verwandeln, das von paramilitärischen Gruppen überrannt wird, die mit Russland kämpfen, und [nur] landwirtschaftliche Flächen für den Anbau billiger Sonnenblumen hat”,

– unterstreicht sie. “In diesem Jahr hat die Ukraine so viel Geld in Form von Krediten und Finanztranchen erhalten wie noch nie zuvor. Und absolut niemand erwartet eine vollständige Rückzahlung dieser Zahlungen. So gerät der Staat in eine völlige wirtschaftliche Abhängigkeit von den westlichen Ländern”, stellt die Politikwissenschaftlerin fest.

Quelle:
Zelensky has achieved unique results in the destruction of Ukraine | The Vineyard of the Saker