Das Ostfront-Blättchen aus Hamburg: dumm, bellizistisch, aber erheiternd

Ab und zu brauche ich zu meiner eigenen Erheiterung einen Blick in das Ostfront-Magazin aus Hamburg. Es ist zu schön, wie die journalistischen Ostlanderoberer nach und nach und sichtbar zähneknirschend um das Eingeständnis des russischen Erfolges nicht mehr herumkommen.

Auch wenn sie sich drehen und winden und keine dümmliche Psycho-Begründung und keinen moralischen Appell als Erklärung auslassen für das, was nicht sein kann, weil es für NATO-Zombies nicht sein darf: Russland gewinnt den Krieg gegen die NATO in der Ukraine und der US/NATO/EU-Block verliert den Wirtschaftskrieg gegen Russland.

Der kosmische Kretinismus des kollektiven Westens

Dmitri Medwedew, stellvertretender Leiter des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, hat das Wort des Jahres 2022 geprägt, indem er vom kosmischen Kretinismus* des kollektiven Westens sprach.

Er bezog sich auf die Mischung aus Verlogenheit und Dreistigkeit, mit der NATOstan erst „Sanktionen aus der Hölle“ gegen Russland verhängt, die Russland ruinieren und zerstören sollen und dann bzw. gleichzeitig erwartet, dass dasselbe Russland brav und folgsam die Sanktionierer weiterhin mit all seinen Bodenschätzen und Erzeugnissen beliefert.

* Kretinismus ist eine Funktionsstörung der Schilddrüse, oft durch Jodmangel verursacht, die u.a. mentale Retardierung zur Folge hat

Geschichten aus der Parallelrealität: gute Freunde, gute Ratschläge, gute Nacht

Wenn man alle naselang irgendwelche schlimmen Nachrichten aus Nicht-NATO-Medien über den Ukrainekonflikt postet, die auf die leichenträchtigen Buben- und Schurkenstücke des Kiewer Regimes aufmerksam machen, würde man Partei ergreifen und sich der Möglichkeit berauben, Leute argumentativ zu erreichen – „abzuholen“ – die vielleicht noch zögerlich sind in der Bewertung und Einschätzung dieses militärisch ausgetragenen geopolitischen Interessengegensatzes, höre ich von guten Freunden.

Auch von kommunistischen guten Freunden, die Wert auf ihre besonnen marxistische, abwägend neutrale und nicht Partei ergreifende Haltung zur Speziellen Militäroperation Russlands legen.

Besonders nutzlos sei es, wenn man dies unkommentiert täte und bloß die aktuellsten Meldungen aus Telegram-Kanälen wie „Neues aus Russland“ von Alina Lipp oder „Russländer und Freunde“ weiterverbreite, sagen diese Freunde.

Es würde schließlich in jedem Krieg gelogen und man solle sich (und die Gesprächspartner oder Leser) lieber fragen, was man denn davon hätte, unter IRGENDEINER kapitalistischen Herrschaft zu stehen.

Konkret: was für einen Unterschied macht es für einen ukrainischen Lohnarbeiter, ob seine Ausbeutung durch ukrainische oder russischen Kapitalisten erfolgt? Warum sollte ein Ukrainer oder ein Russe zu den Waffen greifen, wo doch beide unter derselben kapitalistischen Herrschaft stünden? Stattdessen sollten beide den Waffendienst verweigern und sich gegen ihre jeweilige Obrigkeit wenden. Der Nationalismus, der die Leute gegeneinander aufhetzt, wäre das eigentliche Problem.

Ich kann mit solchen Standpunkten nichts anfangen, auch wenn ich die Einschätzung teile, dass Nationalismus eine Art der Identifikation mit einer eingebildeten Entität ist, deren Wahrheitsgehalt von den Fakten der realen Klassengesellschaft blamiert wird. Offensichtlich können aber auch kapitalistische Herrschaftsformen stark unterschiedlich sein. Der ukrainische Nazismus dürfte unbestritten in seiner nach innen gerichteten Ideologie von Hass, Russophobie und Gewaltbereitschaft ungemütlicher sein als der konservativ-kapitalistische Staatsentwurf der Russischen Förderation mit seiner Betonung auf russischen Traditionen, Multinationalität und Родина (Rodina/Heimat). Ganz zu schweigen von der nach außen projizierten Aggressivität gegen abweichende Volksteile; eine Aggressivität, die in der Ukraine zuerst zu dem Bürgerkrieg des Kiewer Regimes gegen die abtrünnigen Donbass-Volksrepubliken geführt hat und schließlich zum begeisterten Fronteinsatz als Stellvertreter für den Krieg des US/NATO-Blocks gegen Russland (und, so muß man anfügen, als Warnung an und Testlauf für den Waffengang gegen China, den die strategischen Planer der Washingtoner NeoCons ohnehin als unvermeidlich ansehen).

Kurzum, ich denke, es macht einen Unterschied – und zwar einen entscheidenden- ob man sich in wie auch immer begründeter Äquidistanz ideell „aus allem raushält“, grundsätzlich-philosophisch die Absurdität jedes Krieges und jeder Gewalt beklagt und beiden Seiten vorwirft, Dreck am Stecken zu haben oder ob man hinschaut und sieht, welche Interessen hier aufeinanderprallen und welchen davon man schon aus humanistischen Gründen die Durchsetzung wünschen muß.

Adrien Boquete, ein ehemaliger Angehöriger einer französischen Spezialeinheit, half als Freiwilliger in der Ukraine bei der humanitären Versorgung. Wieder in Frankreich berichtete er:

🔺 von ukrainischen Kriegsverbrechen,

🔺 von in der Öffentlichkeit präsenten Neonazis,

🔺 von ausländischen Journalisten, die ukrainische Verbrechen decken

🔺 und von absichtlich in Wohnhäusern versteckten Waffen aus dem Westen.

Von ihm wird der Satz zitiert: “Es gibt zwei Seiten und etwas dazwischen. Mit meiner Haltung schneide ich mir sicher ins eigene Fleisch, aber ich habe die Konsequenzen bereits akzeptiert.”

Dem schließe ich mich gerne an.

Genug für heute (vorerst).

Wenn Weltkriegsredakteure träumen…

Das Hamburger Ostfrontblättchen hebt schnell eine neue Geschichte über die Zivilisten im Asovstal-Hüttenwerk ins Blatt, nachdem sich bei einem auch vom Spiegel verbreiteten Video einer Frau, die dort im Bunker von den Asow-Nazis festgehalten wurde, zu viel Wahrheit auf die „Spiegel“-Seiten eingeschlichen hatte (weil die Frau zu Protokoll gab, das die Nazis sie gegen ihren Willen dort festhielten, keinen raus ließen und die Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzten – worauf das Qualitätsmedium das fragliche Video flugs entfernte: https://www.jungewelt.de/artikel/425938.mariupol-halbe-wahrheit-im-spiegel.html)

Eine rührselige Homestory der armen Russenopfer muß jetzt für das unbedingt notwendige Minimum an russophober Gehirnwäsche sorgen, dass im Krieg gegen den Feind im Osten nötig ist.

Obwohl der böse Russe ja eigentlich der Voll-Loser ist, nur Scheisse baut und im Grunde den Krieg total vergeigt – so jedenfalls das Fachblatt für Militärfragen in seiner Analyse des Konfliktgeschehens.

Entweder ist das Koks in der „Spiegel“-Redaktion von der Qualität des Stoffes, den sich Elendskij serienmäßig verpasst (also die Top-Qualität aus der Ostkokaine, von der auch Wehrbock schwärmt) oder sie glauben tatsächlich an die Geschichten, die sie sich selber ausdenken.

Geschichten die das Leben schrieb: schlagt den Putinversteher tot  

Nach der Hunderunde gönne ich mir einen Cappuccino im „Copenhagen Coffee Lab“ am Belsenplatz, nicht weit von meiner Wohnung.

Am Tresen schaut mich die Bedienung mit großen Augen an und sagt: „Wissen Sie, dass Sie in unseren Bewertungen bei Google aufgetaucht sind? Irgendjemand hat da ein Bild von Ihnen reingestellt, mit Namen und allem, und hat echt krasse Sachen dazu geschrieben. Beleidigungen extremster Art. Wir haben das gleich gelöscht, sobald wir’s gesehen haben…“

Ich bin erst mal neugierig: „Wie jetzt? Jemand hat mich hier fotografiert wie ich meinen Kaffee trinke und das Bild in die Google Rezensionen zum Coffee Lab hochgeladen?“

„Nein! Das war ein privates Foto, schwarzweiss, vielleicht aus Facebook. Der das hochgeladen hat, hat dazu geschrieben, dass der Kaffee hier gut ist, dass aber leider Leute wie Sie hierherkommen, dass sie ein Putinversteher und Russenfreund sind, dass Sie erschlagen und erschossen gehören und noch Zeug in der Art…

Ich bedanke mich für das Entfernen des Bildes und des Kommentars und bemerke zur Tresenkraft „Tja, da haben mich die ukrainischen (oder die hiesigen) Nazis wohl auf dem Kieker. Damit müssen wir wahrscheinlich vermehrt rechnen in Zukunft. Ich hoffe, die setzen Ihren Hass und ihre Nazi-Ideologie nicht auch noch bei uns in die Tat um, sonst haben wir hier auch bald ukrainische Zustände…“

Frage mich, ob ich dort noch Kaffee trinken gehen soll – andrerseits: wenn die Ukro-Nazis oder ihre hiesigen geistigen Vettern mich dort aufspüren, tun sie’s auch woanders. Ich bin offenbar zu sichtbar im Internet. Konsequenz: gleich mal die FB-Einstellungen auf standardmäßig „Nur Freunde“ zurücksetzen.

Erkenntnis aus der Episode: Faschismus – läuft!

Nachrichten aus der Parallelrealität: Wir sind die Guten

Die Leute, oder besser: die Medien, scheinen in einer Parallelwelt zu leben. In dieser Parallelrealität gibt es grundlos (aber von Natur aus) böse Humanoide – Menschen kann man sie nicht wirklich nennen, da sie, laut unseren Medien, alles Menschliche abgelegt haben und scheinbar Vergnügen und Befriedigung finden in sinnlosen Zerstörungsorgien und sadistischer Gewalt.

Diese Humanoiden (vielleicht sollte man sie aber lieber als Dämonoide bezeichnen) leben in einer Gegend, die einstmals als Lebensraum für das gute deutsche Volk vorgesehen war. Sie heißen „Russen“ und besitzen – nein: BESETZEN!! – leider das flächenmäßig größte Stück Oberflächenterritorium dieses Planeten. Angeführt werden sie von einem rätselhaft irren Despoten, der aus noch nicht mal psychologisch (obwohl wir es dauernd versuchen) erklärbarer Bosheit andauernd in seinem Lande selbst so gut wie alle Leute immerzu unterdrückt, gänzlich falsche Werte, nämlich nicht unsere, sein eigen nennt und der seinem gesamten Volk die Freiheit verwehrt, von werteorientierten demokratischen Unternehmen in RICHTIGE Marktwirtschaft und Diversität eingeführt zu werden.

Außerhalb seines Riesenlandes überfällt, besetzt, annektiert und erobert der russische „Menschen“schlag andauernd andere Länder, die ihm überhaupt nichts getan haben. Auf seinen harmlosen kleinen Nachbarn Ukraine ist der Russe neidisch, weil der Ukrainer sich für die Werte (und die Waffen, ok – aber NUR WEGEN DES RUSSEN!) des Westens entschieden hat und deswegen ein vorbildliches demokratisches und liberales Staatswesen geworden ist. Dieses Land ist sogar so divers und gender-fluid, dass der sympathische Heldenpräsident in Stöckelschuhen umherlaufen und mit seinem Geschlechtsteil Klavier spielen kann. Das hat ihn so beliebt gemacht, dass er auf der ganzen Welt vor Parlamenten Reden halten darf und jeder, der was auf sich hält in der Freien Welt ihn in seiner Hauptstadt Kiew besucht.

Der Russe dagegen mordet und massakriert aus keinem anderen Grund als aus seinen niedrigsten Instinkten heraus ständig Unschuldige, und zwar auch noch mit supergemeiner und irgendwie auch verbotener Munition, sogenannten Flechettes. Noch schlimmer: der Russe ist dermaßen hinterfotzig, dass er diese fiese Munition sogar noch VIER TAGE nach seinem Anzug aus dem Ort Butscha aus einer Zwischendimension verschießen kann (in der ihm die tapfere ukrainische Nationalpolizei, die im Gegensatz zum Russen tatsächlich vor Ort war, nicht ans Leder kann) und somit praktisch durch SCHWARZE MAGIE für Massenmorde sorgt!

Jetzt gibt es aber Leute, die unbesonnen oder böswillig behaupten, dass das absolute Böse, das so klar im Russen zutage tritt, gar nicht existiere; dass es sogar „Nazis“ auf Seiten der mutigen ukrainischen Werteverteidiger gäbe. Solche Leute sind bestenfalls „Versteher“ des Russenpräsidenten (als ob es da etwas zu verstehen gäbe außer der Notwendigkeit, den Satanus russicus zu überwinden – vor allem auch in einem selbst!! – und zu besiegen), schlimmstenfalls absichtliche Unterstützer der dämonischen moskowitischen Horden. Zum Glück haben unsere Anführer genug Gesetze erlassen, die das Verbreiten solcher Fake News und Feindpropaganda ahnden und unterbinden und im Falle eindeutiger Feind-, also Russensender, gleich ganz verbieten.

Trotzdem kann man gar nicht genug aufpassen, denn auch in unserem zuverlässig abwehrbereiten germanischen Volkskörper arbeiten die Krebszellen hartnäckiger Russlandfreundlichkeit leider immer noch im Verborgenen. Nicht hoch genug zu schätzen und zu belobigen ist die patriotische Pflichterfüllung unserer Freien Presse, die unermüdlich und faktengetreu aufklärt über den schwarzen Abgrund, aus welchem Seele, Gemüt, Verstand und „Herz“ (in Wahrheit haben Dömonoide sowas natürlich gar nicht) des Russen besteht.

Am Besten aufpassen tun die „Grünen“, die zum Glück in der Regierung sitzen und drauf achten können, dass dem verdächtig russenfreundlichen Sozen-Kanzler beim Sanktionieren und bei der Wehrhaftigkeit kein Schwächeanfall passiert. Das honoriert ihnen das verständige deutsche Volk mit hervorragenden Umfrageergebnissen bei der „Sonntagsfrage“. Vielleicht wäre die gutausehende und konsequent werteorientierte (genau wie der ukrainische Heldenpräsident!) Frau Baerbock doch der bessere Kanzler gewesen!

Die deutschen Qualitätsmedien, allen voran der bei der neuen „Operation Barbarossa“ so verdienstvolle „Spiegel“, legen sich bereits ins Zeug für eine Ablösung der schwachen Lusche Scholz durch die kernige Außenministerin oder den noch populäreren Wirtschaftsminister. Mit solchen Führerkräften, die sich beim Kriegswaffenliefern und Energieträgerboykottieren keine falsche Bescheidenheit auferlegen, würde die deutsche Wehrmacht, sorry: die ukrainische Armee, bestimmt demnächst wieder vor Moskau stehen!