Parkspaziergang I: Schönes Wetter heute

Schönes Wetter heute. Ich glaube ich drehe noch eine Runde im Park mit dem Hund.

Die Parkrunde mit dem Hund war ein wenig eigenartig. Alles schien irreal, wie im Traum. Spaziergänger wirkten konsterniert und wie von Sinnen, Autofahrer verloren die Kontrolle über ihre Fahrzeuge.  

Grund waren gigantischen Erscheinungen am Himmel, eine Art Luftschiffe, die wie schwebende Städte wirkten. Offensichtlich waren Aliens gekommen, um sich den dritten Planeten in der Endphase seiner Selbstzerlegung genauer anzuschauen. All dies bewog mich, den Spaziergang zu beenden und zu Hause so zu tun, als wäre die Welt in Ordnung und wie immer.

Zen Story: The Gates Of Paradise

A soldier named Nobushige came to Hakuin, and asked: “Is there really a paradise and a hell?”

“Who are you?” inquired Hakuin.

“I am a samurai,” the warrior replied.

“You, a soldier!” exclaimed Hakuin.

“What kind of ruler would have you as his guard? Your face looks like that of a beggar.”

Nobushige became so angry that he began to draw his sword, but Hakuin continued:

“So you have a sword! Your weapon is probably much too dull to cut off my head.”

As Nobushige drew his sword Hakuin remarked: “Here open the gates of hell!”

At these words the samurai, perceiving the master’s discipline, sheathed his sword and bowed.

“Here open the gates of paradise,” said Hakuin.

Geschichten die das Leben schrieb: das Knie und die Klassengesellschaft gehen zum Barbier

Ernüchternder Besuch beim Orthopäden, der einen MRT-Befund auswertet: da ist nichts mehr zu wollen mit dem Knie. Arthrose dritten Grades, multipler Meniskusriss an den Seiten und innen, dauerhafte Bewegungseinschränkung.

„Mit den Schmerzen müssen Sie jetzt leben, wenn sie können. Das muss jeder für sich entscheiden, ob er eine konservative Therapie ausprobiert, mit Bandagen, Schwimmen, Physiotherapie und bei Bedarf Schmerzmitteln – oder eine Operation.“

Der sympathische spanische Orthopäde verschreibt mir gleich mal die entsprechenden Hilfsmittel und lecker Schmerzmedikamente, als ich ihm sage, dass ich vorläufig kein künstliches Kniegelenk eingebaut bekommen möchte. Auf meine Nachfrage nach anständigen Schmerzmitteln, also Opioiden, guckt er mich verdutzt an und sagt: „Die machen aber ABHÄNGIG! Solange Sie mit Ibuprofen gut zurechtkommen, bleiben Sie dabei, wenn nicht, können wir immer noch Novaminsulfon einsetzen…“

Meine Entgegnung, dass eine Abhängigkeit (mir) relativ egal ist, wenn man eine wahrscheinliche Lebenserwartung von weiteren maximal 20 Jahren hat, lässt er nicht gelten. Damit bin ich entlassen und kann direkt in den Sanitätsladen gehen, der sich marktwirtschaftlich konsequent direkt neben der Orthopädiepraxis angesiedelt hat. Dort erwartet mich ein typisches Beispiel der Klassengesellschaft und ihrer Zweiklassenmedizin: die für Kassenpatienten gedachte Kniebandage ist die Billigversion, die außer der günstigen Zuzahlung von zehn Euro keine erwähnenswerte Eigenschaften besitzt.

Leute, die eine anständige Kniebandage von höherem medizinischen und orthopädischen Wirkungsgrad, besser gewebt, insgesamt stabiler und durch und durch höherwertiger, haben möchten, müssen 35 Euro zu zahlen. Dieser Umstand veranlasst mich zu einigen entsprechenden Bemerkungen über die medizinisch Versorgung in der Klassengesellschaft, welche von der Verkäuferin mit einem lapidaren „Das ist eben Demokratie!“ beantwortet wird. Ich zahle zähneknirschend die 35 Euro, streife mir die Kniebandage unter Stöhnen und Ächzen über das kaputte Knie und merke bereits nach wenigen Schritten, dass dies tatsächlich eine Hilfe ist. Somit bin ich also halbwegs versöhnt mit der Ausgabe und gehe meiner Wege. 

Auf all diese schlechten Nachrichten muss ich mir jetzt irgendetwas Gutes tun. Einige Schritte weiter befindet sich ein Barbershop. Ich ergreife die Gelegenheit und lasse meine wuchernde Gesichtsbehaarung von einem syrischen Profi akkurat stutzen und behandeln – eine sehr angenehme Erfahrung. Allerdings ist das Zeug, das er mir nach Abschluss der Prozedur ins Gesicht sprüht, von derartig penetranter olfaktorischer Intensität, dass ich beide vorderen Autoscheiben runterlassen muss, um die Rückfahrt nach Hause zu ertragen.

Dort angekommen, wasche ich mir das Stinkezeug sofort aus dem Gesicht und präsentiere mich der Gattin, die bislang meine Bärtigkeit äußerst kritisch kommentiert („Du siehst aus wie ein Heckenpenner!“) Jetzt findet der Look allerdings ihre gnädige Billigung. An dieser Front also schon mal Entspannung, der Rest wird sich ebenfalls finden. Dass die physische Hülle, die mich durchs Leben trägt, sich zügig dem Haltbarkeitsdatum nähert, ist mir ohnehin bekannt und insofern keine Überraschung. Mein Lebensmotto ist, neben dem Standard „Peace and Harmony in Daily Living“, der ebenso zeitlose Klassiker „Mit den richtigen Drogen lässt sich alles ertragen!“ Darum mache ich mir fürs Erste keine größeren Sorgen über den Verfall meiner körperlichen Hardware.

Kriegsverbrechen: die einen begehen sie mit Bomben, die anderen mit der Tastatur

Anonyme Klinik im Gaza-Streifen hat Pech gehabt: „Eine Rakete“ ist dort auf ihrem unschuldigen Weg durch den abendlichen Himmel ein bißchen vom Weg abgekommen und hat „eingeschlagen“.

Die ganze Welt kennt die Aufnahmen, die den gezielten Angriff einer von der IDF abgeschossenen JDAM-Bombe auf das Al-Ahli Baptisten-Krankenhaus zeigt, aber für pro-NATO und pro-zionistische Lügenmedien ist es eine ominöse, anonyme „Rakete“.

Die ganze Welt weiß, dass die israelische Armee die Bilder aus dem Tweet gelöscht hat, die angeblich beweisen sollten, dass die fragliche „Rakete“ eine Hamas-Rakete war. Wucht, Detonation und Feuerball der von den USA an Israel gelieferten JDAM-Bomben sind charakteristisch und unverkennbar.

Die ganze Welt kann weitere Tweets israelischer Armeesprecher aufrufen, in denen zunächst – vor der „Die Hamas wars selber!“-Version – die israelische Standardbegründung für solche Angriffe kolportiert wurde, nach der der Bombenangriff gerechtfertigt war, weil die Hamas ihre Stützpunkte gemeinerweise in zivilen Einrichtungem unterbringt (Screenshot des Tweets von Hananya Naftali).

Die Opferzahlen steigen stündlich, bis jetzt ca. 800, aber für Sudelgazetten wie das terrorbefürwortende Hamburger ehemalige Nachrichtenmagazin werden „viele Tote beklagt“.

Mediale Sprachrohre der israelischen Militärmaschinerie wie der „Spiegel“ fragen nicht, warum die israelische Besatzungsmacht ein beispielloses Kriegsverbrechen wie diesen Terrorangriff auf ein Krankenhaus befiehlt; ein Krankenhaus, in dem und um das Tausende Menschen Zuflucht suchen vor den israelischen Bombardements. Der „Spiegel“ fragt sich und seine verbliebenen Leser, ob der Muselmann jetzt wieder verrückt spielt – und wird auch gleich fündig: „Massenproteste in Istanbul, Beirut und Teheran“ und- nicht zu glauben – sogar „Staatschefs der Region melden sich zu Wort“!

Und das alles wegen so einer klitzekleinen „Rakete“, die da hinten auf irgendsoeine „Klinik“ gefallen ist und ein paar Opfer gefordert hat! Naj, „viele“ vielleicht, aber ist ja schließlich Krieg, oder? Und sowieso hat die Hamas angefangen.

Ich möchte bitte diesen Strafplaneten verlassen.

Die Moral gerechter Empörung: ich hab recht und du bist Feind

Es ist absolut grausig und gleichzeitig selbstentlarvend, was man mit anhören muss, wenn man zufällig mal das endlose Dauergeplärre aus Mainstream-Medien mitkriegt.

So wie bei der speziellen Militäroperation Russlands in der Ukraine die Gehirne der Leute weichgeklopft werden mit der offiziellen Sprachregelung vom „durch nichts gerechtfertigten völkerrechtswidrigen brutalen Angriffskrieg“ – eine Redewendung, die an sich schon ein Trademark Zeichen verdient hätte – wird einem beim aktuellen Nahostkrieg zur Einordnung und zur Abrichtung des demokratischen Untertanengemütes mit jeder Meldung zwingend das Wort vom „Hamas-Terror“ reingedrückt.

Die israelische Armee kann den Gazastreifen ethnisch säubern, in eine Ruinenlandschaft verwandeln, zivile Ziele beschießen, Kriegsverbrechen ohne Ende begehen, ganze Hospitäler mit hunderten oder tausenden von Zufluchtsuchenden bombardieren: das alles relativiert und rechtfertigt sich durch den Hinweis auf „Hamas-Terror ™ “.

Zeitgenossen – Nachrichtensprecher, Bürger, Facebook-Freizeitpolitiker – die den vor den Augen der Weltöffentlichkeit passierenden Kriegsverbrechen in Gaza die gute Seite abgewinnen, dass Israel hier sein Recht auf Selbstverteidigung gegen böse Terroristen ausübt (ganz so, als ob es die fünfzig Jahre Besatzung Palästinas und den alltäglichen Terror der Besatzungsmacht gegen die palästinensische Bevölkerung nicht gäbe), geben einen Grad von Abgestumpftheit zu Protokoll, auf den sie auch noch stolz sind.

Sie adeln ihren praktischen Zynismus mit der moralischen Gewissheit, für die richtige Seite zu sein. Die Wucht ihrer moralischen Empörung („Die haben Israel BOMBARDIERT und GEWALT und TERROR gegen seine Bürger ausgeübt!!!“) muss in ihren Augen alle zum Schweigen bringen, die es wagen, die Gründe für die palästinensische Wut und Verzweiflung zu erwähnen.
Sie unterscheiden sich nicht von islamistischen Kämpfern, die ebenfalls nur für die gute und gerechte Sache kämpfen und sterben, und dabei auch noch ihren allerhöchsten Allah auf ihrer Seite wissen.

Es zeigt sich, deutlicher noch als beim Ukraine-Konflikt, dass MORAL die sicherste Methode ist, das Verständnis der gegensätzlichen Interessen zu verhindern, um deren jeweilige Durchsetzung in solchen Konflikten gewaltmäßig und leichenträchtig GEKÄMPFT und nach Maßgabe der überlegenen Gewaltmittel ENTSCHIEDEN wird.

Kriegsverbrechen begehen nur Russen, Israel übt sein Recht auf Selbstverteidigung aus

Terrorangriff der israelischen Luftwaffe gegen ein Krankenhaus in Gaza, in das sich hunderte von Menschen vor den Bombenangriffen geflüchtet hatten. Angaben zu Todesopfern steigen ständig, inzwischen ist von bis zu tausend Toten die Rede.

Für deutsche NATO-Medien ist das alles nicht bewiesen, man weiß irgendwie nur, dass da wohl eine „Explosion“ in so einem Krankenhaus passiert sein soll, die ein paar, vielleicht auch „viele“ Tote zur Folge hatte – leider, leider, schon irgendwie bedauerlich, aber irgendwie sind sie ja selbst schuld, die Palästinenser, was leben sie auch in Gaza mit der Hamas unter einem Dach!

Viel schlimmer: Olaf der Vergessliche musste während seines Besuchs in Israel in einen Luftschutzbunker! Ohgottogott, diese schlimmen palästinensischen Terroristen!