Da ist man schon auf „Spendengalas“ aktiv und beweist damit unschlagbare „soziale Verantwortung“, und dann sowas: Pandemie kommt daher und bringt das „Leben“, also die Geschäftemacherei, dieser hervorragenden Vertreterin der bundesdeutschen Leistungsträger zum Stillstand!
Und das ist noch nicht alles: zu allen Überfluss muß die Dame sich jetzt plötzlich „an Regeln halten“!!
Gottseidank gibt es das Hamburger Fachblatt für Millionärspsychologie, das so verständnisvoll wie kennerisch diese Charaktermaske einer unternehmerischen Vorzeigebürgerin in einem „Langzeitporträt“ begleitet.
Das übliche Hauen und Stechen unter den konkurrierenden Geschäftsleuten der Bourgeoisie. Ruchbar wird es in diesem Fall, weil der Geschädigte der Sohn eines Altkanzlers ist und der Verklagte der amtierende Gesundheitsminister.
Wenn’s um die Verteidigung ihrer herrlichen Ordnung von Freiheit und Marktwirtschaft geht, stehen sie aber Seit‘ an Seit.
Auf was für Ideen Standortpolitiker bei der Betrachtung der Sparpotentiale so kommen:
Die Lebensarbeitszeit der Leute soweit verlängern, also die Lebensspanne das nicht mehr kapitalvermehrungstaugliche Menschenmaterials soweit verkürzen, dass möglichst geringe Kosten anfallen.
Das Schöne für die Verantwortungsträger, die sich solche erlesenen Gedanken machen: die Geschädigten wählen sie auch noch!
Das Hamburger transatlantische Fachblatt für Imperialismuskunde bemerkt am neuen US-Präsidenten plötzlich dieselben schlechten Eigenschaften wie an seinem Vorgänger: der Mann setzt sich glatt für die eigenen imperialistischen Interessen ein und ist nicht die Bohne daran interessiert, den konkurrierenden deutschen Ambitionen viel Raum zu geben.
Nachdem Biden letzten November und bis gerade eben der Relotiusgazette sowie dem gesamten bildungsbürgerlichen Blätterwald als der ersehnte Erlöser von dem Übel des Trumpismus galt, ist er nun, wo er klar macht, dass er dessen „America first!“-Politik fortzuführen (und, was die Kriegsdrohungen gegen Russland und China betrifft, noch zu verschärfen) gedenkt, gar kein so netter Onkel mehr.
Vor allem das Nord Stream 2 Projekt, mit dem die europäische Führungsmacht Deutschland zur Drehscheibe der lukrativen Gasversorgung für ganz Europa machen will und damit eine direkte ökonomische Kampfansage an die NATO-Vormacht auf die Tagesordnung gesetzt hat, stößt den amerikanischen Geostrategen übel auf, begeistert gleichzeitig deutsche Weltpolitiker und sorgt für knallharte Auseinandersetzungen bis hin zu unter angeblichen Freunden bislang unüblichen und ganz undiplomatischen Drohungen, Sanktionen und anderen Mitteln aus dem Arsenal der politischen Erpressung, die bisher den Feindstaaten vorbehalten waren.
Für den „Spiegel“ keine Frage, wessen Partei er da ergreift. Man ist schließlich ein deutsches Nachrichtenmagazin und schon deshalb ein kennerischer und gewogener Begleiter des neuen deutschen Strebens nach einem Logenplatz an der imperialistischen Sonne.
Damit ist der Neue auf dem Chefposten der absteigenden Supermacht schlagartig gar nicht mehr unser Mann in Washington, sondern im Grunde genauso so ein Hindernis deutscher Welpolitik („europäische Positionen“, im Neusprech der deutschen EU-Vormacht) wie der pöbelnde Orange Man, den man endlich los geworden war.
Erlesene Sorgen der Handvoll Weltordnungsmächte, die sich um ihren Anteil am Kuchen zoffen!
Der staatlich kontrollierte Fernsehsender ZDF meldet, dass der US-Präsident (ja, derselbe demente 78-Jährige, der kürzlich seinen russischen Counterpart als „Killer“ bezeichnet hat) bei seiner ersten Pressekonferenz zu Protokoll gibt, sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping hätte „keinen demokratischen Knochen im Leib“.
Immerhin besser als keine oder kaum noch funktionierende Nervenzellen im Gehirn, würde man meinen.
Allerdings hat der senile Greis im Weißen Haus bereits vor seiner beginnenden Demenz seine grundsätzlich russo- und sinophobe Gesinnung unter Beweis gestellt, indem er jeden Krieg um Einflußsphären, jede Sanktionierung und jede sonstige gegen Russland oder China gerichtete Frechheit der US-Plutokratie mitgetragen und mit seiner Stimmabgabe im Kongress unterstützt hat.
Wohlgemerkt: diese Unverschämtheiten, diese gegen jede diplomatische Gepflogenheit verstoßenen Beleidigungen und Dummerhaftigkeiten stammen von demselben demokratischen Hoffnungsträger, dem hierzulande bis ins linke Lager die Politprofis und -beobachter zujubelten, weil er angeblich so ganz anders und viel diplomatischer als sein Vorgänger agieren würde.
President Joe Biden speaks during a news conference in the East Room of the White House, Thursday, March 25, 2021, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)
Nachdem die EU im Schlepptau der kriegslüsternen US-Administration sich auch mal im China-Bashing üben wollte und mit der allzeit nützlichen „Menschenrechts“-Waffe China ein bißchen erpresserisch gekommen ist, gibt’s Reaktionen.
Diesmal macht sich der Westen (ja, genau: derselbe Westen, der in den vergangenen 20 Jahren beim Bombardieren muslimischer Länder die dort ansässige Bevölkerung millionenfach dezimiert hat) zur Abwechslung mal FÜR Muslime stark, nämlich für die, die unter der falschen, also chinesischen, Herrschaft leben. Die chinesischen Umerziehungs- und Ausbildungsprogramme zur Terrorismuspräventionen in Xinjiang passen nämlich den NATO-Herren der Welt schon deswegen nicht, weil sie effektiv dem Terrorismus den Boden entziehen und somit auch den Nachschub an Söldnern für die vom Imperialismus gesponserten Halsbschneiderbrigaden à la IS, Al Nusra usw. den Nachschub an „Freiheitskämpfern“ und Rebellen“ gegen Bashar al-Assad und andere unbotmäßige Staatsmacher ausdünnen.
Da kommen die fabrizierten Schauergeschichten über Lager, in denen „Millionen“ (glaubt man den westlichen Medien, befindet sich bald die Hälfte der dortigen Bevölkerung in solchen „Lagern“ – wobei natürlich schon das Wort selbst die beabsichtigte Assoziation wecken soll) von „Uiguren“ (eine Bezeichnung, die im demokratischen Untertanenverstand mittlerweile synonym ist mit „arme unterdrückte Leute, die wegen der fiesen Chinakommunisten ihre Religion nicht ausüben dürfen!“) eingesperrt sind – warum, erfährt man in der Regel nicht – die Spin-Doktoren dieser Erzählungen setzen beim kundigen demokratischen Untertan zu recht die eingefleischte Überzeugung voraus, dass Kommunisten so etwas Schurkisches schon aus reiner kommunistischer Bosheit machen) – gerade recht als Hebel, um sich in die chinesische Innenpolitik einzumischen, diesem Staat „die Instrumente zu zeigen“ und ganz generell das Erpressungspotential gegenüber der immer mächtiger werdenden Volksrepublik auszuloten.
Kurzum, die EU vollzieht ihre Sanktionen genannten Erpressungsversuche gegenüber China, holt sich die erwartbare sehr coole und entschiedene Abfuhr der keineswegs beeindruckten chinesischen Staatsmacht ab und kriegt bei der Gelegenheit gleich noch – tot for tat – Gegensanktionen aufgedrückt, die sehr zu recht einige den übelsten anti-chinesischen Hetzer im Brüsseler Machtapparat treffen.
Ein wunderbares Zeugnis postfaktischer geopolitischer Verlogenheit liefert daraufhin ein Staatssekretär im Ministerium des Außenministerdarstellers, nachdem es BRD-Außenamt unter seinem Leichtgewicht mit den Konfirmationsanzügen Heiko „Ich bin schon groß“ Maas das dringende Bedürfnis verspürt hatte, mit dem chinesischen Botschafter ein Gespräch führen zu wollen.
Der Staatssekretär lässt sich in Sachen praktischer Heuchelei von seinem Vorturner Maas nicht die Butter vom Brot nehmen und versucht sich ebenfalls in der Kunst, aus schwarz weiß und aus Scheisse Gold zu machen. Die REAKTION Chinas auf die Frechheiten der westlichen Diplomatie gilt ihm demnach als die „unangemessene Eskalation, die die Beziehungen zwischen der EU und China unnötig belasten“!
Diese geniale Erweiterung und Steigerung professioneller Lügen ließe sich im Grunde nur noch toppen, wenn z.B. ein Autodieb die Polizei beschuldigen würde, für die „Eskalation“ gesorgt zu haben, die in der Dingfestmachung des Täters besteht. Oder – dem weißen westlichen Durchschnittsweltbeherrscher gut bekannt – wenn ein Vergewaltiger seinem Opfer eine „unnötige Belastung der Beziehungen“ durch unangemessenen Widerstand vorwirft.
Ist aber alles egal, denn die beabsichtige Wirkung beim Publikum ist erzielt: CHINA BÖSE WEIL DIKTATUR! – DAS soll sich der NATO-Untertan merken, damit die Kriegsvorbereitungen sowie die Erpressungs- und Einmischungsdiplomatie der westlichen Machthaber Akzeptanz finden bei denen, die diese politischen Manöver überhaupt zur Kenntnis nehmen.
“Der 9. November 1989 – Die S-Bahn läuft zur Höchstform auf.und wir waren freie menschen,keiner brauchte mehr seine schnauzehalten,bis heute vermisse ich die DDR nicht.” schreibt ein leicht legasthenischer und entschieden missionarischer BRD-Neubürger auf Facebook (in der Gruppe “DDR Erinnerungen & Ostalgie”).
Logisch, dass das eine Antwort verdient hat. Nicht für den Troll der bürgerlichen Herrschaft, aber für die Mitlesenden:
„Wir waren freie Menschen“ – der war echt gut.
Ja, eure Freiheit hat es in sich:
– die Freiheit, einem Kapitalisten zu dienen, damit sich dessen Reichtum vermehrt
– die Freiheit, arbeitslos zu werden, wenn eure Dienste am Reichtum anderer nicht mehr gefragt sind
– die Freiheit, die Wohnung zu verlieren, wenn ihr die Miete (das leistungslose Einkommen des Eigentümers) nicht mehr aufbringen könnt
– die Freiheit, euren Dienst am Reichtum der Besitzer der Produktionsmittel unter immer stärkerem Arbeitsdruck für immer weniger Reallohn verrichten zu dürfen
– die Freiheit, euch in den Schaufenster der Reisebüros die Reisen vorstellen zu können, die ihr euch nicht leisten könnt
– die Freiheit, eure freie Meinung ganz frei aus 1000 verschieden Medien, die 2 oder 3 Oligarchenfamilien gehören, zu bilden
– die Freiheit, im freien Konkurrenzkampf jeden Scheissjob annehmen und für Niedriglohn bis zur Armutsrente arbeiten zu dürfen
– die Freiheit, sich mit dem neuen Großdeutschland und seinen imperialistischen Weltordnungsambitionen zu identifizieren
– die Freiheit, sich auf all diese Untertanenfreiheiten per BILD und TAGESSCHAU auch noch was einzubilden
– usw.
Ja, herzlichen Glückwunsch zu dieser wunderbaren Freiheit, werte Freunde von Bananen, Westautos und Fassadenfarbe.
Je mehr China zur Bedrohung für die westliche Vorherrschaft wird, umso mehr häufen sich die propagandistischen Versuche, die Volksrepublik mit der bewährten Menschenrechts- und Freiheitsverlogenheit des Imperialismus anzupissen.
Jetzt hat das Reich von Demokratie und Marktwirtschaft, also der vereinte wertewestliche Freiheitsstall, in dem gerne mal Journalisten verfolgt werden, die Polizeigewalt dokumentieren (Frankreich) oder in dem Reporter bestraft werden und die Ausrüstung beschlagnahmt kriegen, wenn sie von Demos berichten (Spanien), entdeckt, dass der neue Hauptfeind im Prinzip noch schlimmer ist als der Russe, bei es dem bekanntermaßen pressefreiheitsmäßig auch schon zappenduster aussieht.
Der Chinese: noch übler!
Der Beweis: die ausländischen Journalisten dort!!
Die wurden nämlich in Form eines australischen Reporters solange vor der Ausreise festgehalten, bis sie zu einer Person befragt werden konnten, die gegen chinesische Gesetze verstoßen hat. Eine Praxis, die im wertewestlichen Paradies niemals passieren könnte und die die diktatorische Gemeinheit des Chinamannes beweist.
Ohne dass es extra erwähnt werden muss, entnimmt der kundige Freiheitsuntertan dem Subtext solcher Meldungen auch so die Botschaft, dass all das natürlich seine Ursache in der kommunistischen Verfasstheit dieses leider fürs Geschäftemachen benötigten aber im Grunde untragbaren Staatswesen hat.
Der aufgeklärte Demokrat gruselt sich ein bisschen und ist mal wieder froh, in einem Land leben zu dürfen, dessen leuchtende Freiheitsidylle den Endzustand menschlicher gesellschaftlicher Entwicklung darstellt.
Das wahre Drama der derzeitigen pandemiebedingten Schulschließungen, des Homeschoolings und dessen Auswirkungen auf Familien und Schüler sind nicht soziale und psychologische Folgen für die Kinder und Jugendlichen – Millionen müssen in unzumutbar beengten häuslichen Verhältnissen zuhause den Schulstoff bewältigen, Hunderttausende aus den ärmeren Teilen der Bevölkerung können sich die Technik für Homeschooling nicht leisten; laut einer Studie zeigen bereits ein Drittel der BRD-Schüler Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen durch die staatlicherseits erzwungene Dauer-Ausnahmesituation.
Nein, das wahre Drama sind natürlich die fehlenden Einkommen, die als Resultat des Bildungs-Lockdowns so zwangsläufig folgen werden wie der Blitz dem Donner, wie für den „Spiegel“ und jeden aufgeklärten Freiheits-Insassen feststeht.
Treffender kann man die Funktion des staatlichen Bildungswesens im Kapitalismus nicht auf den Punkt bringen: Schule und Bildung als Selektionsrampe für die Verteilung der Verdienstmöglichkeiten in der Klassengesellschaft.
Wer da nicht mithalten kann – und das werden aufgrund des Corona-Lockdowns und der Schulschliessungen anscheinend einige sein – wird schon in jungen Jahren auf den Haufen „nicht tauglich für die Leistungsgesellschaft und ihren Konkurrenzkampf“ absortiert bzw. kommt dann eben nur für die mies bezahlten Jobs in Frage.
Von letzteren gibt es zwar reichlich, aber bei weitem nicht genug für die Massen von Lohnarbeit suchenden Leuten, die irgendwie einen Lebensunterhalt benötigen. Den wiederum gibt es im Reich der Freiheit bekanntermaßen erstens nur GEGEN andere und (wenn man das Pech hat, zu dem Millionenheer der für die Kapitalvermehrung nicht benötigten menschlichen Kostenfaktoren zu gehören) zweitens nur unter entwürdigender „zum Leben zu wenig/zum Sterben zu viel“ staatlicher Vollkontrolle.
Die ökologisch-vegan-genderbewusste Mittelschicht, die hierzulande die Entscheidungsträger der politischen Kaste bildet oder zumindest wählt, hat mit dem Lockdown eher kein Problem, da sich ihr Nachwuchs in der Regel einer soliden Ausstattung mit den technologischen Mitteln für Remote Schooling, Home Office (samt den zugehörigen Kenntnissen, Internetverbindungen etc.) erfreuen kann, und im Zweifel Mami oder Papi zuhause ist und bei den schulischen Anforderungen Unterstützung geben kann.
Ein weiterer Aspekt des Lebens in der besten aller Welten, die sachkundige Qualitätsmedien in der Kategorie „Leider unvermeidlich“ abbuchen.
Der völkische Beobachter von der Elbe schaut in den SPIEGEL und entdeckt bei der Konkurrenz von „RT Deutsch“ gar Furchtbares: der Feindsender will unsere Demokratie destabilisieren!!
Genaueres muss man eigentlich gar nicht mehr wissen, denn ohnehin ist klar: was vom Iwan kommt, ist sowieso und per definitionem PROPAGANDA, und während unsere „Deutsche Welle“, unser DLF oder unsere staatlichen Wahrheitsfernsehkanäle ARD, ZDF usw. selbstverständlich nichts als Fakten liefern, liegt doch wohl auf der Hand, dass hinter einem RUSSISCHEN Sender nur „Putin“, also der Feind, stecken kann.
Und wie mit dem umzugehen ist, weiß man an der deutschen Medienfront schon seit 80 Jahren. Unsere Demokratie verbietet zwar leider die bewährten Methoden von damals, als das Hören von Feindsendern noch mit Zuchthaus bestraft wurde, aber die Aufklärung über die perfiden Methoden dieser Russenlümmel lässt sich das Hamburger Fachblatt für Ostkunde nicht entgehen: