Wir müssen mit ganz viel Kristallkugel lesen und Friseurhoroskop-Psychologie herausfinden, was der Gottseibeiuns im Kreml WIRKLICH will!

Der Russe an sich ist rätselhaft und undurchschaubar – jetzt erst recht, denn er hat offensichtlich aus schierer Bosheit (oder Russenhaftigkeit, was im Grunde dasselbe ist) einen Krieg angezettelt. Einfach so! Ohne jeden Grund!! Obwohl wir ihn vorher GEWARNT haben, dass es für weitere Störungen unserer regelbasierte Weltordnung nicht nur ordentlich, sondern fett aufs Mau.. äh, Sanktionen gibt.

Jetzt schlägt die Stunde der Kreml-Astrologen und Wahrsager! Denn was der Machthaber in Moskau selber sagt, kann unmöglich das sein, was er meint. Das müssen wir abklopfen auf verborgene Beweggründe, Kränkungen, Traumata und allerlei geheime Motivationen, denn dass das russische Handeln irgendetwas mit der wortbrüchigen NATO-Expansion zu tun hat oder gar mit der direkten Bedrohung Russlands durch den Ausbau der Ukraine zum russophoben NATO-Vorposten, das kann gar nicht sein.

Sowas bildet der Russe (also eigentlich Putin, der ja auch höchstpersönlich in die Ukraine einmarschiert ist, wahrscheinlich mit mehrfachen Patronengurten um den nackten Oberkörper, so wie Rambo) sich natürlich bloß ein, weshalb wir mit ganz viel Kristallkugel lesen und Friseurhoroskop-Psychologie jetzt herausfinden müssen, was der Gottseibeiuns im Kreml WIRKLICH will!

Kurze Zusammenfassung der Lage in der Ukraine und den Donbass-Republiken nach erster Sichtung der Nachrichten

Russland führt auf Bitte der DNR und LNR eine begrenzte Militäroperation im Donbass durch, die seit 8 Jahren (und verstärkt seit einigen Wochen) unter dem Beschuss der ukrainischen Armee und deren Nazi-Hilfstruppen leiden.

Ziel ist nicht die Besetzung der Uraine, sondern deren „Demilitarisierung“ und „Ent-Nazifizierung“. Der russische Präsident spricht davon, dass Russland nicht noch einmal unvorbereitet überrascht wird, „so wie im Juni 1941“.

Die russische Armee hat mit einer Serie von Präzisionsangriffen die ukrainische Luftverteidigung ausgeschaltet. Leute, die es wissen müssen, meinen, das sei nur mit Hilfe von ukrainischen Armeeangehörigen möglich gewesen (die vorher Minen und Sprengstoff an Waffenlagern, Flughäfen, Hangars usw. deponiert hatten).

Der kollektive Westen dreht komplett frei und sieht in dem Beistandseinsatz der russischen Armee für die Volksrepubliken im Donbass eine „Invasion der Ukraine“, die er ja ohnehin seit Monaten vorhergesagt hat. Die Rhetorik besonders der eingebetteten Medien des Wertewestens schäumt vor Wut und Hetze und bedient sich eines Vokabulars, das aus der Militäroperation im Donbass am liebsten einen Weltkrieg machen würde.

Gleichzeitig traut sich keiner von den NATO-Kriegern – die ansonsten keine Hemmungen haben, andere Länder zu überfallen und zu bombardieren – es mit der russischen Armee aufzunehmen. Das überlassen sie lieber ihren ukrainischen Marionetten, die sicherlich in nächster Zeit bis zum Platzen mit Kriegsgerät aufgerüstet werden.

Mein Eindruck bis hierher: der kollektive Westen hat die rote Linie Russlands überschritten und hat’s wissentlich darauf angelegt. Jetzt sieht er sich den Konsequenzen gegenüber und heult laut rum.

Die nächste Runde russophober westlicher Erpressungs-, Drohungs- und „Jetzt bestrafen wir euch aber so richtig!“-Ankündigungen der westlichen Machthaber ist bereits eingeläutet, die Medien begleiten das mit jeder Art anti-russischer Hetze unterhalb offener Kriegsaufrufe, doch die inzwischen erreichte Schwäche des NATO-Lagers (und die Stärke der russischen Armee sowie das strategische Bündnis mit der Volksrepublik China) verhindern – zum Glück – einen „echten Krieg“ in ganz Europa oder gar weltweit.

(Wobei ich sicher bin, dass der Imperialismus – wenn er könnte wie er wollte – und einigermaßen gute Chancen auf Erfolg hätte, auch einen Weltkrieg vom Zaun brechen würde.)

Volksverräter unter uns!

Das Ostfront-Magazin von der Elbe hat beim völkischen Beobachten Verdächtiges entdeckt: es tummeln sich immer noch Volksverräter unter uns, die sich der Feindbegünstigung schuldig machen!

Da können diese „Linken“ noch so eifrig jeder falschen Meinung abschwören und noch so laut einstimmen in den anschwellenden Bocksgesang der imperialistischen Kriegsmusik – sie sind und bleiben unzuverlässige Volksgenossen, die wie genauestens im Auge behalten müssen.

So ist er, der Russe: er betreibt „AGRESSION“!

War’s nicht Joseph Goebbels, von dem der Spruch mit der Lüge stammt, die man nur oft genug wiederholen muss, damit eine Mehrheit sie glaubt

Der wusste jedenfalls auch, dass dem russischen Menschenschlag nichts Gutes innewohnt, und dass man diesen asiatischen Steppenbewohnerhorden nur mit robuster Härte und waffengewaltiger Abschreckung beikommen kann.

Die demokratischen Nachfolger des Reichspropagandaministers delirieren sich prophylaktisch schon mal – stellvertretend für die ukrainischen Marionetten des wertewestlichen Imperialismus – in die Opferrolle einer „Aggression“ hinein, die dann aber ganz sicher und auf jeden Fall Vergeltung nicht nur nötig, sondern unvermeidlich werden läßt.

So geht Kriegshetze – und ganz vorne immer mit dabei: die sogenannte „Linke“

Anerkennung der Volksrepubliken des Donbas

Первые впечатления:

Anerkennung der Volksrepubliken durch Russland unterschrieben.

Dass Russland diesen Schritt macht, gibt Auskunft darüber, dass es dem kollektiven Westen nicht mehr zutraut, irgendeine konstruktive Rolle in der Sache zu spielen.

Russland erkennt nicht nur die Donbass-Republiken an, sondern vor allem die Unfähigkeit (besser: den Unwillen) seiner „westlichen Partner“, auf die ukrainische NATO-Beute zu verzichten. Ebenso die Unfähigkeit der EU-Imperialisten, aus dem Schatten ihrer US-Herren herauszutreten und die Vasallenrollen abzustreifen.

Die nun folgende neue Sanktionsrunde gegen Russland, womöglich inklusive Nicht-Inbetriebnahme von NordStream 2, wird für die westeuropäische Bevölkerung – in Geiselhaft genommen von ihren transatlantischen, US-hörigen Eliten – vor allem eins bedeuten: das Leben wird sauteuer werden, noch teurer als ohnehin schon, und die russophobe Kriegshetze von Medien und Politikern wird völlig ungebremst hysterische Dimensionen annehmen.

Die Bevölkerung des Donbass kann man allerdings nur beglückwünschen: endlich Aussicht auf Ruhe vor dem Terror des Kiewer Regimes und seiner faschistischen Söldnertruppen und mit Russlands Hilfe Aussicht auf den dringend nötigen ungestörten Wiederaufbau des öffentlichen und ökonomischen Lebens dort.

Die westlichen Leitmedien schäumen und heulen jedenfalls schon recht „stürmerisch“ vor Wut.

Russisches Skandalholz bedroht unsere Freiheit

Der Russe!! Ist er überhaupt noch Mensch oder schon irgendwas darunter? Jeden Tag legt er noch eine Schippe drauf!

Jetzt hat das Hamburger Fachblatt für Forstwirtschaft herausgefunden, dass Putin nicht nur in der Ukraine zündelt, sondern auch in der Taiga: dort wächst bekanntlich das berühmt-berüchtigte russische Skandalholz (wer erinnert sich nicht an die zahllosen Sex-Skandale der – ähem – „strammen Stämme“ der sibirischen Tannen?!), das der Schurke im Kreml an (leider deutsche) Geschäftemacher im Ausland verschachert.

Zum Glück haben die soliden, stets exakt informierten US-Geheimdienste alles im Blick und werden ihrem Präsidenten demnächst ein Memo übergeben, in dem der genaue Zeitpunkt genannt wird, an dem Putin im Hundeschlitten nach Tomsk fährt, um dort persönlich Feuer zu legen. Die Weltpresse, also der „Spiegel“, wird Sie auf dem Laufenden halten!

Das Flaggschiff des BRD-Staatssenders im Full-Propaganda-Modus, kurz vor Schlachtenbeginn

„In Donezk und Lugansk regiert die Angst“: nicht etwa, weil die Ukrops die Gebiete permanent beschiessen und bombardieren und das Kiewer Regime offensichtlich genügend Rückendeckung aus Washington und Brüssel verspürt, um einen Rückeroberungsversuch der Volksrepubliken zu starten – nein, „die Bevölkerung“ lebt in Angst und Schrecken, weil dort „die Separatisten“ eine reine Willkür- und Folterherrschaft errichtet haben, die den geneigten Tagesschaukonsumenten sofort an SED, Stalin und kommunistische Unrechtsstaaten denken läßt.

Jedenfalls genug Menschenrechtsverstöße, um JEDEN Krieg zu deren Beendigung für NATO-gehirngewaschene Westbürger nicht nur plausibel, sondern dringend geboten erscheinen läßt. Kriege für „Menschenrechte“ und gegen schlimme Folterherrschaft sind ja sozusagen eine NATO-Spezialität.

Ist was dran an den Vorwürfen willkürlicher Verhaftungen, illegaler Einkerkerung und Folterungen in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk? Die „Tagesschau“ selber gibt zu Protokoll, das „aus den Separatistengebieten im ukrainischen Donbass kaum Nachrichten (dringen)“ – außer diese detaillierten Informationen an die „Tagesschau“ natürlich, die zwar wohl schon ein paar Jahre alt sind, aber gerade jetzt erst recht veröffentlicht gehören – schließlich muß die Bevölkerung der NATO-Staaten in Kriegsstimmung versetzt werden.

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/donbass-folter-gefangenschaft-101.html

Schlauchfuchs Biden gegen irren Kreml-Diktator

Bin ein bißchen enttäuscht vom Russen. Keine Invasion, stattdessen lauwarmer Truppenteilrückzug. Das kann Putin besser!

Aber, klar: Wenn unser Friedens-Olaf in Moskau Zar Putin die Leviten liest, kneift der Gottseibeiuns im Kreml natürlich, die Memme.

Nur gut, dass unsere freien Medien immer super auf dem Laufenden sind; nach der absolut zuverlässigen Kriegsankündigung für heute – die der fiese Iwan aus iwanesischer Bosheit einfach ignoriert hat! – wissen führende Qualitätsmedien sofort, dass wir den Russen diesmal voll reingelegt haben.

Leider nicht unser Friedenskanzler Olaf, sondern der Oberchef der ganzen Freiheit, der US-Präsident. Ja, genau der! Der ist nämlich garnicht dement und kann keinen geraden Satz lesen, wenn die Schrift auf seinem Teleprompter nicht mindestens in 72pt da steht – nein, der ist voll der schlaue Fuchs, der den Putin auf Augenhöhe ausgekontert hat.

Und das, obwohl der irre Diktator im Kreml, der natürlich leider auch jetzt noch “angreifen oder andere verrückte Dinge tun” kann, sich selber – haha – für einen gewieften Taktiker hält.

DIESMAL haben wir’s ihm aber sowas von gezeigt – das tut unserem gebeutelten westlichen Freiheits-Ego so richtig gut!

Diese wertewestliche Überlegenheit über Diktatoren, Autokraten und andere Feinde unserer regelbasierten Ordnung steht einerseits ohnehin fest, andrerseits darf, kann und muss man – sich selbst vor allem – immer mal wieder daran erinnern: und das ist dann auch die edelste Aufgabe der freien Presse des freien Westens und der großartigen Freiheit, die die freie NATO so einzigartig wirkungsvoll garantiert.

Zweimal Propaganda, getarnt als Journalismus:

1) „Wir schreiben es, die anderen schreiben es – wenn alle es schreiben, wird’s schon stimmen!“

So geht Selbst-Referenzialität: erst die CIA-gesteuerte Kriegshysterie als kongenial russophobes Lautsprecherorgan verstärken und multiplizieren, dann in den westlichen Hofmedien nachschauen und feststellen, dass die alle dasselbe machen: nämlich Kriegsangst zu schüren und Kriegsstimmung anzuheizen – um daraufhin ganz neutral und journalistisch-sachlich zu konstatieren, dass ja wohl „niemand mehr an eine friedliche Lösung zu glauben scheint“.

Dass der Failed State an der russischen Westgrenze seit dem Putsch 2014 so massiv vom Westen aufgerüstet wurde, dass aus einer desolaten, schlecht ausgerüsteten Armee eine ziemlich schlagkräftige Truppe unter der Anleitung (wenn nicht dem Kommando) westlicher „Berater“ geworden ist, und dass diese modernisierte ukrainische Armee samt ihrer faschistischen Hilfstruppen an die 100.000 Soldaten an der Kontaktlinie zu den abtrünnigen Volksrepubliken zusammengezogen hat, erfährt der durchschnittlich informierte, also russophobe, Medienkonsument im Reich der Freiheit nicht.

Dafür weiß er dank „Spiegel“, dass die Militärmanöver der Russen auf russischem Territorium erstens eine „Aggression“ und zweitens „Putins Truppenaufmarsch“ sind. So wie kleine Jungs eben mit ihren Plastiksoldaten im Sandkasten Krieg spielen – nur dass der fiese Oberrusse leider in echt seinem morbiden Spieltrieb frönen kann.

2) Strenger, aber gütiger Vater der freien Welt droht ungehorsamem Autokraten – schlimmer Feindstaat-Despot klagt und jammert bloß rum!

Eine Umkehrung der Verhältnisse dichtet das Ostfrontmagazin aus Hamburg in die Gespräche der beiden Präsidenten: das „Stopp!“ Russlands zur ungebremsten NATO-Aggression und -Expansion, das dem kollektiven Westen zum ersten Mal auch in Europa klarmacht, dass die Zeiten rücksichtsloser Durchsetzung des imperialistischen Kriegsbündnisses vorbei sind und ab jetzt auch Russlands Sicherheit zu berücksichtigen ist, findet mit keiner Silbe Erwähnung im Chor der hysterischen Bellizisten der NATO-Presse.

Dort wähnt man sich in der Rolle des friedliebenden Verteidigers universal gültiger Freiheits- und Menschenrechte, der völlig zu unrecht von einem autokratischen Despoten der Aufrüstung und Aggression beschuldigt wird. Schon deshalb muß der Weltchampion der Freiheit und Demokratie als Anführer der westlichen Welt(-Ordnung) mit dem Mann Klartext reden, und das bedeutet: ihm klarmachen, wo seine Grenzen sind.

Nämlich da, wo er es wagt, das Weltherrschaftsmonopol der USA und deren NATO in Frage zu stellen. Tatsächlich ist das zerbröselnde imperialistische Lager – in sich zerstritten und bestehend aus waschechten KONKURRENTEN um die Aufteilung und Ausplünderung der Welt – gar nicht mehr fähig, die russische Macht mit einer glaubhaften militärischen Überlegenheit klein zu halten (schon garnicht seit der epochalen – von den Westmedien eher ignorierten oder heruntergespielten – strategischen Partnerschaft Russlands und Chinas).

Die imperialistische „regelbasierte Ordnung der internationalen Beziehungen“ (ein Euphemismus der USA und ihrer Vasallen für „Wir sagen euch, wo’s langgeht und wenn ihr euch nicht dran haltet, gibt’s Sanktionen und Krieg“) wird zusehends ersetzt durch die im wesentlichen von China ausgehende Neudefinition der internationalen Beziehungen zu solchen des gegenseitigen Nutzens im Sinne der friedlichen Entwicklung aller Staaten in einer multipolaren Welt.

Nicht Russland, sondern der kollektive Westen ist der Schurke in diesem Stück, während seine politischen Vertreter und ihre Hofschranzenpresse den Plot so darstellen, als sei hier ein Paria der Staatenwelt leider am Durchdrehen (aus beleidigtem Ego, so wird vermutet) und müsse nun von der internationalen Gemeinschaft eingehegt werden – mit etwas gutem Willen, aber auch mit der unmißverständlichen Androhung der Prügelstrafe bei weiterem Fehlverhalten. So eben, wie man es bei renitenten Zöglingen macht, wenn man merkt, dass die frech werden und über die Stränge zu schlagen drohen.

Nur dass erstens die „internationale Gemeinschaft“ lediglich aus der Handvoll imperialistischer Hauptmächte samt ihres abhängigen Vasallenanhangs be- und dem Rest der Staatenwelt gegenübersteht, und dass zweitens in diesem sogenannten „Ukraine-Konflikt“, der von den eifrigsten medialen Kriegshetzern bereits zum „Russland-Konflikt“ emporgeschrieben wurde, es die Russische Förderation ist, die die Ansagen macht und die Bedingungen stellt.

Die „Deeskalation“, um die sich der Westen nach Ansicht seiner Medien so händeringend bemüht, ist daher einerseits gar nicht beabsichtigt, andrerseits aber ausschließliche Hausaufgabe des Kriegsbündnisses und seiner Führungsmacht. Sie wäre ja leicht und einfach zu haben: die NATO bräuchte bloß einen Beitritt der Ukraine ausschließen, ihre Russland bedrohenden Raketen aus Europa abziehen und endlich die russischen Sicherheitsinteressen als ebenso berechtigt wie die eigenen anzuerkennen.

Allein dass sie diese in der russischen Note enthaltenen elementaren Bedingungen eines militärischen „Rückbaus“ und Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander alle europäischen Staaten kategorisch ablehnt und als „unrealistisch“ oder „unverhältnismäßig“ abkanzelt, zeigt die Aggressivität und den unveränderten Weltherrschaftsanspruch des US-Imperiums. Es hat aber keine ausreichenden Mittel mehr, dieser Hybris entscheidende Taten folgen zu lassen – Stichwort „imperiale Überdehnung“ – egal welche aberwitzigen Trilliardensummen die Washingtoner Oligarchie noch in ihren Kriegs- und Rüstungsapparat stecken mag (auf Kosten der zunehmend verelendenden amerikanischen Bevölkerung).

Die journalistische Begleitmusik zu diesem Abschiedskampf des Imperiums um Bedeutung und Beherrschung einer sich rapide ändernden Welt müsste eigentlich ein Trauermarsch sein, oder ein dissonantes Zwölftonstück, gespielt auf einer Müllhalde – es ist aber immer noch der Triumphmarsch und die Siegesfanfaren eines Kalten Krieges, den der Imperialismus vor 30 Jahren gewonnen hatte, dessen heutige Neuauflage er aber nicht mehr gewinnen kann.

Die Niederlage des kollektiven Westens, die das Ende einer ganzen Epoche ist, zeichnet sich ab und spiegelt sich medial-propagandistisch wieder in den immer fanatischeren Lobpreisungen, mit denen seine Medien die eigenen „Werte“, die man den Feinden im Osten entgegenhält, als einzig senkrechte Glaubenssätze ikonisieren; in den immer dümmeren Lügenmärchen, die den Leuten aufgetischt werden („russischer Angriff erfolgt Mitte nächster Woche nach Scholz-Besuch in Moskau!“); schließlich in der immer depperteren Dämonisierung des Feindes, gepaart mit einer ideologischen Selbstgerechtigkeit, deren Fremdschämfaktor ungeahnte Höhen erreicht.