Geschichten die das Leben schrieb: Attraktivität als Begnadigungsgrund

Urlaubszeit ist Lesezeit. Während ich mir eine solide Mischung aus Fachliteratur und Belletristik mitgenommen habe, hat sich die Frau mit einem Berg Krimis ausgestattet, 19 Bücher insgesamt, die sie eins nach dem anderen weg liest.

Die Werke haben Titel wie „Die Tote am Meer“, „Die Leiche im Watt“, „Strandmord“ usw. und befassen sich samt und sonders mit den Leichenbergen, die offensichtlich an deutschen, dänischen und schwedischen Küsten ständig anfallen und die von wackeren, aber bindungsunfähigen Kriminalisten mit Alkoholproblemen im Laufe von 200 – 500 Seiten stets gelöst werden.

Nach zwei Wochen intensiver Leserei ist sie schon beim zwölften oder dreizehnten Buch angekommen. Ich biete ihr, mehr spaßhaft, an, sich an meinem Bücherstapel zu bedienen.

„Was hast du denn so?“ fragt sie. Ich antworte wahrheitsgemäß „Dies und das, von klassischer Literatur wie „Nathan der Weise“ von Lessing, einem Buch über Goethe in Weimar bis zu einem belletristisch aufgemachten KI-Sachbuch zweier chinesischer Autoren…“

„Oh nee, bloß nicht…“ lässt sie sich vernehmen und verdreht die Augen.

Ich erzähle ihr von Renate Dillmanns Buch, das ich gerade lese und beschreibe es so: „Richtig gutes Buch über Medien und Meinungsherstellung, eine echt kompakte und kenntnisreiche Zusammenfassung der Art und Weise, wie hierzulande der Regierungsstandpunkt verbindlich gemacht werden soll und wie abweichende Meinungen zensiert werden…im Grunde nichts, was ich nicht schon wüßte, aber in seiner Verdichtung und Übersicht sehr gut und sehr nützlich…“

„Das könnte ich tatsächlich auch mal lesen“, merkt die Liebste an. Für meinen letzten Satz allerdings ernte ich eine noch auffälligere Verdrehung der Augen. „Ja klar, du bist der Oberschlauberger, der alles schon weiß..“ bekomme ich zu hören. „Zum Glück bist du attraktiv, sonst wär‘ das nicht auszuhalten.“

„Naja, du kennst doch meine Auffassungen und meine kommunistischen Ansichten“ halte ich zu Gnaden. „Wenn ich jetzt hässlich wäre UND so schlaue Sachen sagen würde, dann würdest du dich trennen?“

„Ja, dann kämst du auf die Abschußliste!“ ist die klare Antwort.

Aber schon muss sie lachen und sagt: „Nee, ich weiß ja, dass du schlau bist, aber das hört sich manchmal so an, als ob du ALLES besser weißt…“

Ich verkneife mir eine Bemerkung wie „Was soll ich machen, so ist es eben“ oder „Was kann ich denn dafür, dass die meisten so dumm sind“ und stoße lieber mit ihr an auf die Tatsache, dass wir noch eine weitere glorreiche Urlaubswoche vor uns haben.

Verpasste Erleuchtung

Man hat rein gar nichts in der Hand
in diesem kurzen Leben.
Doch sitzt du mal am Ostseestrand,
den treuen Hund daneben,

strömt dir in jede Ader
ein jenseitiger Frieden.
Gestillt ist aller Hader
mit dem Betrieb hienieden.

Schon wähnst du dich im Einklang
mit Gott, Natur und Welt –
bis dass der Hund auf Möwenfang
sehr laut und kräftig bellt.

“Journalismus“ aus dem Kanonenrohr: Mental steht Deutschland schon wieder kurz vor Moskau

Der „Tagesspiegel“-Redakteur von Marschall fabelt im „Presseclub“, dass Putin nicht verhandeln wolle. Nur die Ukraine verhindere, dass Putin NATO Staaten angreife. Sie müsse maximal aufgerüstet werden. Der schreibende Kriegshetzer fordert 100.000 NATO Soldaten in der Ukraine; „dann macht Putin keinen Mucks mehr“.

Leute wie er marschieren in Gedanken schon im Stechschritt gen Moskau und skandieren dabei:

„Weltkrieg! Weltkrieg!
Putin muss verlieren!!
Endsieg! Endsieg!
Der Russe muss krepieren!“

Er sollte sich mal daran erinnern, wie es beim letzten Mal deutschen Soldaten erging, als Deutschland gegen Russland Krieg führte: