Herrschaftliche Klarstellungen zur Notwendigkeit inflationärer Verarmung

Der Westen führt einen Wirtschaftskrieg gegen Russland, die führenden westeuropäischen Demokratien setzen ihre bisherigen Wirtschaftsbeziehungen als Waffe gegen die Energiegroßmacht ein – und die angekündigten „schweren Zeiten“ an der Heimatfront stellen sich prompt ein.

In unterschiedlicher Ausprägung, aber doch überall in Europa, kommt es zu einer in dieser Geschwindigkeit ungekannten Verarmung der Völkerschaften, wie sie der Marktwirtschaft würdig ist: In der Abteilung Energie überführen die Akteure des Marktes die politisch hergestellte oder auch bloß die erwartete Verknappung des Angebots an Energieträgern in höhere Preise, die die kommerzielle Kundschaft aus allen möglichen anderen Abteilungen auch zahlt, um ihrerseits auch fortan lohnende Geschäfte zu machen.

Dazu „reicht“ sie ihre gestiegenen Einkaufspreise mindestens „weiter“, wenn nicht gleich mit Aufschlag. Wie umfassend und wie erfolgreich sie das tut, das bekommt die Sorte Marktteilnehmer, die am Ende aller marktwirtschaftlichen Ketten die Preise nur zahlt, um das Erworbene zu konsumieren, in aller Härte zu spüren; zuerst an der Tankstelle, dann im ganzen Supermarkt und schließlich über die Abschlagsrechnungen der Energieversorger.

Schwarz auf weiß bekommen sie den Grad ihrer Verarmung in den Statistiken über die Inflationsrate des nationalen Geldes vorgerechnet, mit der sich der Monatslohn entwertet, von dem sie leben müssen, es aber immer schlechter können.

Natürlich werden die Leute damit in einer sozialen Marktwirtschaft, die etwas auf sich hält, nicht alleingelassen. In ihrer Eigenschaft als Sozialpolitiker legen die nationalen Machthaber „Entlastungspakete“ und „Kaufkraftgesetze“ auf, die jede Zumutung immer gleich mit einer passenden Maßnahme flankieren. Sie machen damit die Vorgabe, dass der Schaden, den sie nach ihrem Ermessen abmildern, die neue Realität ausmacht, an die die Völker sich anzupassen haben.

Quelle: https://de.gegenstandpunkt.com/…/gegenstandpunkt-1-23

EU verteidigt Freiheit und Menschenrechte gegen Polizeigewalt durch Autokraten!

Schreckliche Bilder von Polizeigewalt bei brutaler Niederschlagung des Volksaufstandes in Minsk, Belarus!

Dabei wollen die Menschen nur Demokratie, Mitsprache und Freiheit von dem autoritären Regime des in seinem Regierungspalast verschanzten Präsidenten. Deswegen begehren sie millionenfach auf gegen den autokratischen Potentaten, der seinen Machterhalt mit Notverordnungen und rücksichtslosem Gewalteinsatz der paramilitärischen Polizeitruppen zu sichern versucht!

Zu recht wendet sich der Sprecher des Friedensnobelpreisträgers EU, Charles Michel, gegen diesen Angriff auf die europäischen Werte!!

Irgendwie aber schon komisch, dass die Weißrussen ihre Plakate gegen den Machthaber auf französisch schreiben…

Von Shangri-La nach Eldorado Part 2

Ich hatte ja über meinen anvisierten Urlaub in Shanghai-La berichtet. Nun denn, inzwischen bin ich angekommen und muss sagen: Nicht schlecht, Herr Specht!

Man lernt die multiplen Aspekte seines Selbst (oder was man dafür hält) kennen und abstreifen, so dass sich schließlich das Ei des Kolumbus herausschält und den Weg für den Nektar der Offenbarung freimacht, der von so einem schwebenden Philosophen gereicht wird.

Bzw. gereicht werden soll, denn wie die Geste des bärtigen Denkers überdeutlich signalisiert, gibt er vor allem diese Einsicht zum Besten: „Der Becher! Der Becher ohne Henkel! Wo ist mein Becher?! Wer hat ihn gesehen?!“

So war es auch diesmal leider wieder nix mit der Offenbarung, aber ich hab ja noch ein paar Tage hier in Shangri-La.

Umwälzungen

Eben die hochkarätig besetzte Runde bei Garland Nixon gehört (Andrei Martyanov und Scott Ritter zu Gast). Wie immer kompakte, absolut solide Expertise zum Verlauf des NATO-Krieges gegen Russland.

Was bei mir hängen geblieben ist, sind diesmal die Einschätzungen der beiden Gäste zur gerade stattfindenden Umwälzung der Geopolitik, die mit Präsident Xi‘s Besuch in Moskau einen Fokuspunkt der Unumkehrbarkeit erreicht hat.

Martyanov vergleicht die derzeitige tektonische Verschiebung in der Geopolitik mit derjenigen bei der Auflösung der Sowjetunion vor 30 Jahren, die im Vergleich zu den Veränderungen, die sich jetzt vollziehen, vergleichsweise gering ausfiel. Machtverschiebungen wie die jetzige hin zu einer multipolaren Welt passieren in seiner Sicht nicht (wie der chinesische Präsident in zurückhaltender Bescheidenheit sagt) einmal in hundert Jahren, sondern haben laut Martyanov Auswirkungen auf Geschichte und Machtverhältnisse der Welt, wie sie vielleicht alle 300-500 Jahre vorkommen.

Scott Ritter stellt ähnliche Überlegungen an. Er vergleicht die Entwicklung, deren Zeuge wir heute sind, aus US-amerikanischer Sicht mit dem Fall Roms und stellt sogar noch die Zeitraumangabe Martyanovs in Frage. Die Machtverschiebung, die jetzt stattfindet, ist ein Ereignis, wie es einmal in tausend Jahren passiert, meint Ritter.

Beide scheinen ausdrücken zu wollen, dass die globale Dimension der von Russland und China angeführten Multipolarität bereits dabei ist, die globale Herrschaft des westlichen Imperiums zu beenden und den Schwerpunkt des Weltgeschehens für die nächsten Jahrhunderte auf die Welt außerhalb des NATO-Blocks und seiner Vasallen zu verlagern.

Und das scheint mir eine sehr gute Nachricht zu sein. Als europäischer Insasse des wertewestlichen Freiheitsstalles muß man sich selber immer wieder daran erinnern, dass man in einem Kerngebiet einer im Höchstmaß propagandisierten Sphäre lebt.

Eine Sphäre, in der nach wie vor (angesichts der Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens immer erbitterter und verzweifelter) die sich auflösende Kontrolle des US-Imperiums über die globalen Verhältnisse verteidigt wird. Der Rest der Welt hat sich bereits (oder ist gerade dabei) umorientiert auf die Führungsnationen der neuen multipolaren Welt, die Frieden, Prosperität und vor allem Gleichberechtigung aller Nationen und Staaten verspricht.

Geschichten die das Leben schrieb: Pawlow reloaded

Mein Hund kommt, wenn Herrchen und Frauchen in der Küche bei einem Glas Wein sitzen, schneller an ein Leckerchen als gewöhnlich. Die gelöste Stimmung nach “a hard days night” mündet meistens in der Haltung “Ach, was soll’s, wir tun uns was Gutes, soll der Hund doch auch was Gutes kriegen und nicht wie ein Hund leben…!” und schon wird die Schublade mit den Hunde-Leckerlis geöffnet.

Das weiß der vierbeinige Kamerad ganz genau, weshalb er sich nach einer Weile stets in der Küche einfindet, wenn seine Menschen abends dort beim Weine sitzen.

Neu ist eine Konditionierung, die ich bei ihm noch nicht beobachtet hatte: Wir stoßen aus Gewohnheit und rituell mit den Gläsern an, wenn es gilt, einen guten Tropfen zu verkosten. Dieser Klang ist es scheinbar, der dem Hundekumpel signalisiert, dass es hier jetzt was abzustauben gibt.

Heute saßen wir nämlich im Wohnzimmer und beim Klang der Gläser kam er nach 5 Sekunden angetrabt, gähnte kurz und stellte sich dann erwartungsvoll in Position. Natürlich war ich darauf vorbereitet und hatte mir heute schon das Leckerchen in die Hosentasche getan, als ich in der Küche mit dem Wein hantierte.