Das was es meint. Hauptsächlich am Beispiel der medialen Replikatoren imperialistischer Ideologie festgemacht. Die ganz bürgerliche Medienmischpoke kriegt ihr Fett weg.
Der staatlich kontrollierte Fernsehsender ZDF meldet, dass der US-Präsident (ja, derselbe demente 78-Jährige, der kürzlich seinen russischen Counterpart als „Killer“ bezeichnet hat) bei seiner ersten Pressekonferenz zu Protokoll gibt, sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping hätte „keinen demokratischen Knochen im Leib“.
Immerhin besser als keine oder kaum noch funktionierende Nervenzellen im Gehirn, würde man meinen.
Allerdings hat der senile Greis im Weißen Haus bereits vor seiner beginnenden Demenz seine grundsätzlich russo- und sinophobe Gesinnung unter Beweis gestellt, indem er jeden Krieg um Einflußsphären, jede Sanktionierung und jede sonstige gegen Russland oder China gerichtete Frechheit der US-Plutokratie mitgetragen und mit seiner Stimmabgabe im Kongress unterstützt hat.
Wohlgemerkt: diese Unverschämtheiten, diese gegen jede diplomatische Gepflogenheit verstoßenen Beleidigungen und Dummerhaftigkeiten stammen von demselben demokratischen Hoffnungsträger, dem hierzulande bis ins linke Lager die Politprofis und -beobachter zujubelten, weil er angeblich so ganz anders und viel diplomatischer als sein Vorgänger agieren würde.
President Joe Biden speaks during a news conference in the East Room of the White House, Thursday, March 25, 2021, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)
Nachdem die EU im Schlepptau der kriegslüsternen US-Administration sich auch mal im China-Bashing üben wollte und mit der allzeit nützlichen „Menschenrechts“-Waffe China ein bißchen erpresserisch gekommen ist, gibt’s Reaktionen.
Diesmal macht sich der Westen (ja, genau: derselbe Westen, der in den vergangenen 20 Jahren beim Bombardieren muslimischer Länder die dort ansässige Bevölkerung millionenfach dezimiert hat) zur Abwechslung mal FÜR Muslime stark, nämlich für die, die unter der falschen, also chinesischen, Herrschaft leben. Die chinesischen Umerziehungs- und Ausbildungsprogramme zur Terrorismuspräventionen in Xinjiang passen nämlich den NATO-Herren der Welt schon deswegen nicht, weil sie effektiv dem Terrorismus den Boden entziehen und somit auch den Nachschub an Söldnern für die vom Imperialismus gesponserten Halsbschneiderbrigaden à la IS, Al Nusra usw. den Nachschub an „Freiheitskämpfern“ und Rebellen“ gegen Bashar al-Assad und andere unbotmäßige Staatsmacher ausdünnen.
Da kommen die fabrizierten Schauergeschichten über Lager, in denen „Millionen“ (glaubt man den westlichen Medien, befindet sich bald die Hälfte der dortigen Bevölkerung in solchen „Lagern“ – wobei natürlich schon das Wort selbst die beabsichtigte Assoziation wecken soll) von „Uiguren“ (eine Bezeichnung, die im demokratischen Untertanenverstand mittlerweile synonym ist mit „arme unterdrückte Leute, die wegen der fiesen Chinakommunisten ihre Religion nicht ausüben dürfen!“) eingesperrt sind – warum, erfährt man in der Regel nicht – die Spin-Doktoren dieser Erzählungen setzen beim kundigen demokratischen Untertan zu recht die eingefleischte Überzeugung voraus, dass Kommunisten so etwas Schurkisches schon aus reiner kommunistischer Bosheit machen) – gerade recht als Hebel, um sich in die chinesische Innenpolitik einzumischen, diesem Staat „die Instrumente zu zeigen“ und ganz generell das Erpressungspotential gegenüber der immer mächtiger werdenden Volksrepublik auszuloten.
Kurzum, die EU vollzieht ihre Sanktionen genannten Erpressungsversuche gegenüber China, holt sich die erwartbare sehr coole und entschiedene Abfuhr der keineswegs beeindruckten chinesischen Staatsmacht ab und kriegt bei der Gelegenheit gleich noch – tot for tat – Gegensanktionen aufgedrückt, die sehr zu recht einige den übelsten anti-chinesischen Hetzer im Brüsseler Machtapparat treffen.
Ein wunderbares Zeugnis postfaktischer geopolitischer Verlogenheit liefert daraufhin ein Staatssekretär im Ministerium des Außenministerdarstellers, nachdem es BRD-Außenamt unter seinem Leichtgewicht mit den Konfirmationsanzügen Heiko „Ich bin schon groß“ Maas das dringende Bedürfnis verspürt hatte, mit dem chinesischen Botschafter ein Gespräch führen zu wollen.
Der Staatssekretär lässt sich in Sachen praktischer Heuchelei von seinem Vorturner Maas nicht die Butter vom Brot nehmen und versucht sich ebenfalls in der Kunst, aus schwarz weiß und aus Scheisse Gold zu machen. Die REAKTION Chinas auf die Frechheiten der westlichen Diplomatie gilt ihm demnach als die „unangemessene Eskalation, die die Beziehungen zwischen der EU und China unnötig belasten“!
Diese geniale Erweiterung und Steigerung professioneller Lügen ließe sich im Grunde nur noch toppen, wenn z.B. ein Autodieb die Polizei beschuldigen würde, für die „Eskalation“ gesorgt zu haben, die in der Dingfestmachung des Täters besteht. Oder – dem weißen westlichen Durchschnittsweltbeherrscher gut bekannt – wenn ein Vergewaltiger seinem Opfer eine „unnötige Belastung der Beziehungen“ durch unangemessenen Widerstand vorwirft.
Ist aber alles egal, denn die beabsichtige Wirkung beim Publikum ist erzielt: CHINA BÖSE WEIL DIKTATUR! – DAS soll sich der NATO-Untertan merken, damit die Kriegsvorbereitungen sowie die Erpressungs- und Einmischungsdiplomatie der westlichen Machthaber Akzeptanz finden bei denen, die diese politischen Manöver überhaupt zur Kenntnis nehmen.
Je mehr China zur Bedrohung für die westliche Vorherrschaft wird, umso mehr häufen sich die propagandistischen Versuche, die Volksrepublik mit der bewährten Menschenrechts- und Freiheitsverlogenheit des Imperialismus anzupissen.
Jetzt hat das Reich von Demokratie und Marktwirtschaft, also der vereinte wertewestliche Freiheitsstall, in dem gerne mal Journalisten verfolgt werden, die Polizeigewalt dokumentieren (Frankreich) oder in dem Reporter bestraft werden und die Ausrüstung beschlagnahmt kriegen, wenn sie von Demos berichten (Spanien), entdeckt, dass der neue Hauptfeind im Prinzip noch schlimmer ist als der Russe, bei es dem bekanntermaßen pressefreiheitsmäßig auch schon zappenduster aussieht.
Der Chinese: noch übler!
Der Beweis: die ausländischen Journalisten dort!!
Die wurden nämlich in Form eines australischen Reporters solange vor der Ausreise festgehalten, bis sie zu einer Person befragt werden konnten, die gegen chinesische Gesetze verstoßen hat. Eine Praxis, die im wertewestlichen Paradies niemals passieren könnte und die die diktatorische Gemeinheit des Chinamannes beweist.
Ohne dass es extra erwähnt werden muss, entnimmt der kundige Freiheitsuntertan dem Subtext solcher Meldungen auch so die Botschaft, dass all das natürlich seine Ursache in der kommunistischen Verfasstheit dieses leider fürs Geschäftemachen benötigten aber im Grunde untragbaren Staatswesen hat.
Der aufgeklärte Demokrat gruselt sich ein bisschen und ist mal wieder froh, in einem Land leben zu dürfen, dessen leuchtende Freiheitsidylle den Endzustand menschlicher gesellschaftlicher Entwicklung darstellt.
Der völkische Beobachter von der Elbe schaut in den SPIEGEL und entdeckt bei der Konkurrenz von „RT Deutsch“ gar Furchtbares: der Feindsender will unsere Demokratie destabilisieren!!
Genaueres muss man eigentlich gar nicht mehr wissen, denn ohnehin ist klar: was vom Iwan kommt, ist sowieso und per definitionem PROPAGANDA, und während unsere „Deutsche Welle“, unser DLF oder unsere staatlichen Wahrheitsfernsehkanäle ARD, ZDF usw. selbstverständlich nichts als Fakten liefern, liegt doch wohl auf der Hand, dass hinter einem RUSSISCHEN Sender nur „Putin“, also der Feind, stecken kann.
Und wie mit dem umzugehen ist, weiß man an der deutschen Medienfront schon seit 80 Jahren. Unsere Demokratie verbietet zwar leider die bewährten Methoden von damals, als das Hören von Feindsendern noch mit Zuchthaus bestraft wurde, aber die Aufklärung über die perfiden Methoden dieser Russenlümmel lässt sich das Hamburger Fachblatt für Ostkunde nicht entgehen:
Der tolle Super-Impfstoff unserer tollen deutschen Firma Biontech (in diesem Fall sind die türkisch-stämmigen Inhaber mal voll in die Volksgemeinschaft eingemeindet) steht zurecht in der Hitparade der Vakzine an erster Stelle. Der Beliebtheitstrend zeigt steil nach oben, weiß das Polling- und Marketingmagazin aus Hamburg!
Gleichzeitig muss man aber auch etwas kritisch sein, denn das an sich makellose Unternehmen wollte im Verbund mit dem US-Pharmagiganten Pfizer deutlich oberhalb des letztlich vereinbarten Preises absahnen. Das ist natürlich im Reich der Freiheit nicht nur zulässig, sondern sozusagen geboten: schließlich muß unternehmerische Initiative dieser Güteklasse, von der eine ganze Nation zu profitieren gedenkt, anständig vergütet werden.
Diesmal allerdings haftet dem Ganzen ein Geschmäckle an, weil es sich um Schutz und Gesundheit des Volkskörpers handelt, der zur Realisierung der erwarteten Kapitalvermehrung am Standort BRD-EU ja noch gebraucht wird. Da ist wohl ein bisschen mehr patriotische Rücksichtnahme zu erwarten von ansonsten vorschriftsmäßig unternehmerisch denkenden Geschäftsleuten.
Immerhin hat es die Aussicht auf staatlich garantierte millionenfache Abnahmemengen den Pharmamanagern leicht gemacht, einem Preis pro Impfdosis von lachhaften 16 Euro zuzustimmen, womit bei der marktwirtschaftlichen Einordnung des Geschäfts wieder alles zum Besten steht und Freiheit und Rechtsstaat triumphieren.
Schon deswegen belohnt das heimische Publikum die innovativen Pioniere und Helden der Coronabekämpfung völlig zu recht mit dem Spitzenplatz in der Beliebtheitsskala!
Dagegen der Chinese mal wieder! Da hat er nun echte Kapitalisten zugelassen in seinem Reich der Mitte, heimst Erfolg auf Erfolg auf jedem entscheidenden technologischen Gebiet ein, holt hunderte Millionen Leute aus der Armut und kriegt‘s wieder nicht hin, einen anständigen freiheitlichen Laden auf die Beine zu stellen: will er doch seine Vakzine den Hungerleiden und chronischen Pleitestaaten im globalen Süden einfach zu Sonderkonditionen überlassen oder gleich für lau:
DAS ist nämlich das wahre Virus: der Kommunismus! Und der ist dem Chinamann einfach nicht auszutreiben, weshalb jedem freiheitsdurstigen EU- und BRD-Bürger einleuchten muss, dass wir ausschließlich aus Sorge um die Menschenrechte der Gelben Gefahr – die in Wahrneit eine rote ist! – am besten direkt vor Ort begegnen müssen und jedenfalls schon mal (bei allen guten Geschäften, die wir mit diesen gerissenen Schlitzaugen machen und weiterhin machen wollen) den kommenden Krieg gegen diese Feinde unserer Werte vorbereiten müssen.
Jetzt hat die Hamburger NATO-Gazette in ihrem stürmerischen Drang nach Regime Change im Kreml einen weiteren Schurkenstaat ins Boot geholt, nämlich die im Grunde noch gefährlichere, weil erstens erfolgreichere und zweitens auch noch kommunistische, „Autokratie“ bzw. „Diktatur“ in China.
Die fällt zwar nicht so unmittelbar in deutsche Zuständigkeit wie der alte Feind in der europäischen Nachbarschaft, muß aber natürlich durch eine höchst eigene „Indo-Pazifische Strategie“ der deutschen EU-Führungsmacht ebenfalls eingehegt werden. Dass die Freie Presse in Form ihrer Qualitätsmedien da nicht abseits stehen kann und will versteht sich von selbst.
Die richtige Sprachregelung ist schon gefunden: dort unten, beim Chinamann, herrscht natürlich ein „Regime“ (dass dort einfach bloß regiert wird wie bei uns, kann schon deswegen nicht sein, weil der Chinese seinen Staatsladen entgegen unseren Werten kommunistisch aufgezogen hat).
Wie es „Regime“ nun mal an sich haben, wird dort – regimetypisch – natürlich gelogen und Propaganda betrieben, dass sich die Balken biegen. Nicht nur das – sogar AUSLANDSpropaganda betreibt das gelbe Schlitzauge, versucht also frecherweise, SEINE Sicht der Welt auch außerhalb seines Reiches zu verbreiten, also schon wieder etwas, was wir im Leben nicht machen würden – unsere „Deutsche Welle“, unser DLF, unsere Goethe-Institute und staatlichen Medien verbreiten bekanntlich ausschließlich neutrale, sachliche und unparteiische Informationen, wenn sie dem heimischen und auswärtigen Publikum erklären, wie feindlich Russen und Chinesen dem Wertewesten gesonnen sind.
Dummerweise ist die kommunistische Supermacht inzwischen so erfolgreich, dass wir gar nicht umhin können, die sagenhaften Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen, die sich unserer freien Unternehmerschaft dort unten bieten – das darf und kann unsere Leitmedien aber nicht davon abhalten, die Wahrheit über die grundsätzlich fiesen Machenschaften der furchtbaren Machthaber dort aufzudecken.
Und hier kriegt das Hamburger Fachblatt für die Ermittlung der Gelben und Roten Gefahr ganz elegant die ideologische Kurve, indem es die beiden Superschurkenstaaten in einen gemeinsamen Sack steckt, „Regime”, “Lüge“ und „Propaganda“ drauf stempelt und kräftig mit den Dachlatten westlich-imperialer Chuzpe und Selbstgerechtigkeit auf diesen schönen Popanz einprügelt.
Die liberale wertewestliche Leserschaft, gewöhnt an den lügenden, betrügenden Iwan, erfährt zu ihrem Entsetzen, dass eben dieser Lügen-Russe dem noch hinterfotzigerem Chinesen als Blaupause der eigenen Lügengeschichten dient, was der klare Beweis für doppelte, wenn nicht mehrfach potenzierte Bosheit und Gefährlichkeit dieser beiden Feinde des freien Westens ist.
Wer jetzt noch Zweifel an der berechtigten Warnung besorgter Blätter wie „Spiegel online“ vor der Gefahr aus dem Osten hegt, wird mit dem ultimativen Beleg für wirklich finsterste Absichten und Motive konfrontiert; einem Etikett, das den so Etikettierten schlichtweg aus dem Kreis der zivilisierten Menschen und Nationen ausschließt: die „Propaganda“ dieser zwei „Regime“ bedient nämlich – Achtung, Gänsehaut!“ – VERSCHWÖRUNGSNARRATIVE!
Somit ist evident, dass hier nur ein Fall von unbedingt abzuwehrender und zu bekämpfender Täuschung und Irreführung vorliegen kann, dem unsere eigene Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe sowie unsere generell tugendhafte Informationspolitik nur dann erfolgreich die Wahrheit entgegensetzen kann, wenn hinter der unbestreitbaren Überlegenheit unserer freien westlichen Lebensweise eine ebenso unbestreitbare (und vor allem unschlagbare) Militärmacht steht.
Den zuständigen Weltordnungspolitikern genau dies immer wieder in Erinnerung zu rufen und sie anzuspornen, in ihren Anstrengungen zur Einhegung der russisch-chinesischen Gefahr nicht nachzulassen und dabei alle, wirklich ALLE Mittel und Möglichkeiten (natürlich bei fortdauernden Geschäftsgang) in Betracht zu ziehen: darin sehen freiheitliche Journalisten ihre Aufgabe.
Der Regime Change in Russland will nicht so recht in die Pötte kommen, da muss man als NATO-Speerspitzenblatt schon mal nachhelfen, gleich alle vier Aufmacher dem leider vom Falschen regierten Lebensraum im Osten widmen und jeden „Oppositionellen“ im Reich des Bösen einzeln abfeiern. Und natürlich die komplett menschenrechts-; freiheits- und sowie westwertfeindlichen Scheußlichkeiten der iwanesischen Polizei anprangern: diese zeigt – unglaublich – doch tatsächlich „Präsenz auf den Straßen Moskaus“! Nein! Doch!! Oh!!!
Und das auch noch „immens“, also etwas, was westliche Polizeikräfte nie im Leben tun würden.
Doch es kommt noch schlimmer: „Das Stadtzentrum der Hauptstadt wurde weitgehend abgeriegelt“! Jeder weiß, dass in den Hauptstädten der Freiheit, wie Washington, Paris, Hamburg oder Berlin zum Beispiel, die Polizei nie und nimmer gewaltsam gegen irgendwelche Protestler vorgehen würde, sondern höchstens mal Blumen an Demonstranten verteilt, mit Gelbwesten kuschelt und G20-Gegner zum Kaffee einlädt.
Aber der RUSSE: er ist und bleibt einfach Untermensch. Jedenfalls der FALSCHE RUSSE, der, der im Kreml sitzt. UNSER Russe natürlich, der tapfere Alexej, ist alleine deswegen schon quasi ein Heiliger, weil er wunderbarerweise etwas zuwege brachte, was noch nie ein Mensch vor ihm erreichte: er überlebte einen Giftanschlag mit einem absolut tödlichen Gift; einem Gift, dass bei Kontakt in kleinsten Mengen jeden sofort ins Jenseits, unseren Mann für den Kreml allerdings trotz doppelt und dreifacher Wirkstoffkonzentration in (wahlweise) Trinkbechern, Unterhosen usw. nicht ins Jenseits, sondern direkt nach Berlin und in die Arme unserer Freiheitskanzlerin beförderte.
Damit ist eigentlich schon klar, dass der Wechsel im Kreml fällig ist und Deutschland dabei mal weder die entscheidende Rolle zu spielen gedenkt. Dass das beim letzten Mal ziemlich schief gegangen ist, muß ja nichts heißen!
Die Selbstverständlichkeit, mit der die bürgerlichen Hofmedien die imperialistischen Pläne und Ziele ihrer Obrigkeiten kennerisch begleiten, wird in all ihrer Frechheit kenntlich, wenn man sich es mal umgekehrt vorstellt:
„Immer mehr asiatische Länder verabschieden Konzepte für den Mittelmeer-Raum“ o.ä.
„Die zunächst von Trotzki und später von Chruschtschow gelieferte karikaturistische Darstellung Stalins genießt im Ganzen keinen guten Ruf mehr.
Aus den Forschungen bedeutender Historiker, die nicht der Nachsicht mit dem “Personenkult” verdächtigt werden können, geht heute das Bild Stalins als eines Politikers hervor, der aufsteigt und sich an der Spitze der UdSSR durchsetzt, weil er “all seine Mitstreiter um ein Vielfaches überragte“, was die Einsicht in das Funktionieren des sowjetischen Systems betraf; ein Führer von „außergewöhnlichen politischem Talent“ und „enorm begabt“;
ein Staatsmann, der die russische Nation vor der Dezimierung und Versklavung rettete, zu der das Dritte Reich sie bestimmt hatte, und das nicht nur dank seiner umsichtigen militärischen Strategie, sondern auch dank seiner meisterhaften „Kriegsreden“, manchmal wirkliche „Bravourstücke“, die es in tragischen und entscheidenden Augenblicken fertig brachten, den nationalen Widerstand anzuspornen; eine Persönlichkeit, der es auch auf theoretischer Ebene nicht an Begabung fehlte, wie es unter anderem der „Scharfsinn“, mit der er die nationale Frage in der Abhandlung von 1913 behandelt und die „positive Wirkung“ seines „Beitrags“ über die Linguistik bewiesen.
Gewiss wird gleichzeitig und mit Recht betont, dass diese Anerkennung kein freisprechendes moralisches Urteil sei, doch es stellt sich heraus, dass die *Geheimrede* vollkommen unzuverlässig ist. Es gibt darin kein Detail, das heute nicht beanstandet würde. Man denke an den Bericht über den angeblichen psychologischen Zusammenbruch Stalins in den ersten Tagen nach dem Beginn des Unternehmens Barbarossa: nach der schon zitierten Analyse zweier russischer Historiker (eindeutig antistalinistischer Orientierung) handelt es sich um eine „Episode“, die „vollkommen erfunden“ sei und die – so hakt ein französischer Historiker nach – in vollem Widerspruch zu den Zeugnissen und Dokumenten stehe, die nach und nach auftauchen.
Auch was die so genannte Verschwörung der Ärzte betrifft: „Chruschtschow verdrehte grob und vorsätzlich die Tatsachen“.
Es stimmt, „mit der Wahrheit hat er sich nicht weniger Freiheiten heraus genommen“. Die gemachte Beobachtung hinsichtlich der „Kriegsführung Stalins“ hat allgemeinen Wert: „Um die Wahrheit zu begreifen, muß man sowohl über die westlichen Polemiken des Kalten Krieges als auch über die Umstände der Entstalinisierung in der Sowjetunion hinaus blicken“.“
(Domenico Losurdo: Stalin – Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende. Kapitel 7: Das Stalinbild zwischen Geschichte und Mythologie)