Teil III und Schluss meiner morgendlichen Presseschau: Dümmlichkeit hat einen Namen

Nämlich INFLUENCER, bzw. Laschet. Gleich viermal hämmert uns das Hamburger Boulevardblatt aus dem Hause Relotius in der kurzen Meldung diesen Deppenbegriff aus dem Marketing-Hohlsprech (der zu Recht an eine Infektionskrankheit erinnert) um die Ohren.

Politikersöhnchen „Joe“ Laschet verdient sein Geld mit dem Anziehen ausgeliehener Bekleidung einer Modefirma (und nicht – wie das Foro nahelegt – auf Wettbewerben für selbstzufriedene Gesichtsausdrücke). Mit den Leihklamotten posiert er dann für Bilder im Facebook-Minderjährigennetzwerk („Instagram“) und findet dafür an die hunderttausend gleichgesinnte volljährige Teletubbies („Follower“).

Need I say more?

Geschichten aus der Wirklichkeit: Interview mit einem Kulturschaffenden

WDR3 bringt mal wieder ein Interview mit einem „Kulturschaffenden“, einem Musiker scheinbar. Diesmal geht’s um Urheberrechte und die Uploadfilter im Internet und die anhängige Rechtsprechung und ähnliches Zeug.

Ich höre eine Weile zu, weiß zunächst nicht, wer da spricht und worum es geht, amüsiere mich aber über die genderblödsinnskorrekte Intonation des Interviewten, der ständig über „die Künstler innen“ redet, so dass man sich automatisch fragt, was denn mit den Künstlern draußen ist.

Dann legt der Mann in sachgerechtem Betroffenheitssprech seinen Unmut über die verbreitete Kritik an Uploadfiltern und sonstiger Netzzensur dar und bringt damit die Sache bestens um den marktwirtschaftlichen Punkt:

„Da hängen ja schließlich Urheber- und damit EIGENTUMSRECHTE dran, und Vermarktungsrechte! Das ist oft ja unsere einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen!“

Gleich wird er in Tränen ausbrechen, aber der Moderator beendet das Gespräch, bedankt sich für den Besuch im Studio und leitet über zur Musik.

Ein zauberhaftes Beispiel für eine Sorte Zeitgenossen, die sensibel und betroffen jeden Genderquatsch aufs Dämlichste nachsprechen und sich dabei gewisslich als moderne, aufgeklärte, wohlmeinende und generell das Gute, Wahre und Schöne fördernde Schöngeister empfinden – und die die knallharten Konditionen der Konkurrenzgesellschaft, vor allem aber das heilige Gesetz des kapitalistischen EIGENTUMS dermaßen verinnerlicht haben, dass es ihnen wie eine Selbstverständlichkeit des Lebens erscheint, über die man nur insofern nachdenkt, als man zusehen muss, dass man möglichst das Optimum für sich selbst rausschlägt.

#elenddermenschheit
#kapitalismuswaralskindschonscheisse
#grünergenderquatschistausbeutungmitzuckerguss

Barack „I’m good at killing people” Obama

Das Relotius-Blatt aus Hamburg druckt Ausschnitte aus der Biografie von Barack „I’m good at killing people” Obama ab und belegt damit, dass die drohnenmörderische kriegsverliebte Lichtgestalt des demokratischen Imperialismus ein noch viel üblerer selbstgerechter Halunke ist, als man ohnehin schon annehmen musste:

US Election 2020 Harris/Biden first speech

Hab den Auftritt von Harris und Biden mitverfolgt, mit deren ersten Ansprachen als gewählte Führungsfiguren des US-Kapitalismus.

Nette Frau, freundlicher älterer Herr, professionll-emotionale, aber nicht zu kitschige Reden, in denen die aktuellen Eckpunkte des demokratischen Imperialismus (Liberalität, Rassen- und Geschlechtergerechtigkeit, Klimaschutz und Pandemiebekämpfung) abgearbeitet wurden.

Wüsste man nicht (wenn man’s wissen WILL), dass all die wohlklingenden Worte den bunten Zuckerguss darstellen über der berechnenden Gewaltherrschaft des westlichen Imperiums bzw. seiner größten Kapitale, die den Planten bis auf ein paar Ausnahmen immer noch dominiert, wäre man gerührt über soviel Goodwill, Weltverbesserungs- und Menschheitsbeglückungsabsichtserklärungen.

Weiß man aber, und als letzten Satz läßt Biden wieder die Redewendung fallen, die er sich scheinbar angewöhnt hat zur Demonstration seiner großmächtigen Identifikation mit dem militärischen Gewaltapparat der Supermacht (und der Entschlossenheit zu deren EINSATZ):

„.. and may God bless our troops“.

Wer da genauer hinhört und -sieht, kann sich nur gruseln.

Wenn Befehlshaber ihren Gott beschwören um ihre Kriegsmaschine zu segnen, ist‘s noch immer schlecht ausgegangen für diejenigen, die mit Leib und Leben für den Erfolg einzustehen haben, den das Militär dem (trans-)nationalen Kapital erzwingen und sichern soll.

Aus Bequemlichkeit haben viele keine neuen Handys für die Regierungs-App!

Echt mal jetzt! Bequeme Faulpelze ihr!

Und es soll ja noch schlimmer als gedacht sein:

Manche sind ja sogar zu bequem, sich eine neue Wohnung zu kaufen oder wenigstens zu mieten, wenn sie keine haben oder aus der alten rausfliegen.

Und die oberfaulen Bequemlichkeitsapostel liegen träge zu Hause rum oder verstopfen den ÖPNV statt sich ein neues Auto zu kaufen! Aus reiner Bequemlichkeit!!

Das sind bestimmt all die Leute, deren Gewöhnung ans Nicht-Arbeiten schon Kanzler in spe Fritz „Blackrock“ Merz gerechterweise aufs Korn genommen hat…

Reuevolle Ex-Kommunisten: die liebsten Kronzeugen gegen den Unrechtsstaat

Ach, was ist das schön, wenn man als ideologisches Leitmedium kapitalistischer Apologetik die geeigneten “Linken” zur Hand hat, die (vom kommunistischen Saulus zum bürgerlich-staatstragenden Paulus gewandelt) einem von links den eigenen Gruselkanon über den besiegten Unrechtsstaat da drüben bestätigen.

Da kriegen solche reuevollen Ex-Zonis dann auch schon mal die SPON-Headline eingeräumt. Soviel DDR-Verdammung muss – auch und gerade 30 Jahre nach der Annexion – schon sein.

DIESE Linke jedenfalls bereut einigermaßen aufrichtig:

“Ich war in der SED, ich war Funktionärin der staatlichen Kinderorganisation. Ich war auch Lehrerin und hatte Einfluss auf Lebenswege. Da muss man sich schon fragen: Hast du Unrecht getan?

SPIEGEL: Wie lautet Ihre Antwort?

Pau: Ich habe darüber auch mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern gesprochen. Ja, ich habe die Ideologie weitergetragen. Aber ich konnte zum Glück keinen Punkt finden, an dem ich jemandem persönlich Unrecht getan hätte.”

Na dann is ja gut. Exkulpiert!

https://www.spiegel.de/politik/petra-pau-zur-einheit-die-leute-haben-schlicht-keine-ahnung-wie-es-in-der-ddr-war-a-85cb5d46-b9a7-4f3e-ab62-0f6dbaa84e82