Betreutes Denken: gar nicht subtile Warnhinweise

Wie die meistgenutzten Webplattformen genau das, was sie angeblich befördern wollen (Meinungsbildung, Austausch, Information) in Wirklichkeit fürchten und nach Möglichkeit einschränken, einhegen, kontrollieren und überwachen, zeigen die gar nicht subtilen Warnhinweise und virtuellen „Nicht betreten!!“-Tafeln, die sie allenthalben dort aufstellen, wo sie verdächtiges Gedankengut und abweichende Meinungen vermuten.

Dies „Zensur“ zu nennen, wäre natürlich völlig falsch. Immerhin ist es ja keinem verwehrt, die inkriminierten Seiten aufzusuchen. Und vor deren abweichenden Meinungen zu warnen gehört unbedingt zur Freiheit freier Unternehmen im Reich der freien Freiheit dazu!

So prägt sich einem nur mit jedem Besuch einer solchen Seite ein, dass deren Inhalte irgendwie anrüchig sind, dass die Staatsmacht vermittels der BigTech-Konzerne sie für potentiell gefährlich hält, dass man hier im Grunde Aktivitäten nachgeht, die ein anständiger Bürger vermeiden sollte.

Berichte von der Ostfront im Hamburger Frontberichterstattungs-Blatt

In gleich zwei Meldungen weiß das Ostfrontmagazin „Spiegel“ Unglaubliches über die Machenschaften des fiesen Iwan zu berichten.

Die selbst von NATO- und US-Offiziellen und -Experten beeindruckt kommentierte Militärtechnik, die sich der Feindstaat im Laufe der letzten Jahre so zugelegt hat, ist gar nicht auf russischem Mist gewachsen, sondern praktisch vom Zaren im Kreml bzw. von dessen Spionen zusammengeklaut und -gekauft worden, und zwar BEI UNS!!

Womit erstens mal wieder feststeht, was für ein abgefeimter Schurke der Menschenschlag da hinten im Osten ist (schon damals konnten wir ihm das leider nicht abgewöhnen), zweitens aber auch aufgedeckt wird, dass der russische Schrott überhaupt nur insofern etwas taugt, als DEUTSCHE Wertarbeit dahinter steckt!

Das stimmt doch schon mal optimistisch für den anstehenden Waffengang; da kann der Herrscher im Kreml noch so viel Spione losschicken, um sein düsteres Reich aus Wodka, Autokratie und getarntem Bolschewismus gegen die Freiheit in Stellung zu bringen – UNSERE Hightech wird primär und prioritär natürlich in UNSEREN Raketen verbaut und nicht in „Putins Raketenprogramm“ (wir lernen gleichzeitig, dass unseren Anstrengungen zum Schutz der regel-basierten Werteordnung der persönliche Ehrgeiz eines unberechenbaren Despoten gegenübersteht, der sich ein eigenes Raketenprogramm zusammenbastelt).

Die zweite Meldung knöpft sich einen Vaterlandsverräter der schlimmsten Sorte vor: der Mann – typischerweise natürlich wieder bei der kommunistischen Linkspartei – fliegt einfach nach Moskau und läßt sich dort Russengift bzw. ein eindeutig RUSSISCHES Vakzin spritzen! Und nicht nur das: er ist dort auf Staatskosten, weil es sich nämlich um eine Dienstreise seiner Fraktion handelt!

Diesen Abgrund an Landesverrat weiß gerade der „Spiegel“ richtig einzuordnen und zitiert pflichtbewusste patriotische Parlamentarier, die den „Flurschaden“ beklagen, den der Volksfeind durch das „Hereinfallen auf russische Propaganda“ angerichtet hat.

Der aufgeklärte Demokrat weiß so, auch ohne dass es der „Spiegel“ extra schreiben muss, dass eine Impfung mit dem Russenstoff (der leider wirksam ist, vermutlich weil schon wieder deutsche Hightech dahinter steht) undeutsch und glatte Feindbegünstigung ist. Und dass der Iwan im Grunde immer noch Bolschewist ist, merkt man schon daran, dass der seinen Impfstoff weltweit für kleines Geld an bis jetzt fast 60 Länder verteilt, statt ein anständiges marktwirtschaftliches Geschäft mit den Patenten eines soliden deutsch-amerikanischen Supervakzins wie dem von BionTech/Pfizer zu machen.

Kurzum: dem Russen ist nicht zu trauen, aber sein arttypisches Gaunertum wird zumindest vom „Spiegel“ durchschaut und der demokratischen Öffentlichkeit zur Warnung unterbreitet.

Wenn’s dann endlich wieder so weit ist, dass die wertewestliche Freiheitskoalition zu erzieherischen Strafmaßnahmen der wuchtigeren, nämlich bewaffneten, Art greift (greifen MUSS!!), kann jeder sagen: haben wir doch gewusst!

Fallstricke des Karrierismus bürgerlicher Charaktermasken

Wenn man schon als bürgerlicher Politiker keine Ahnung vom wirklichen Leben hat, braucht man wenigstens einen eindrucksvollen akademischen Titel. Einen Doktor-Titel zum Beispiel. Das soll dem Durchschnittsuntertanen signalisieren, dass hier ein echt schlaues Kerlchen am Start ist, eine Akademikerin und Absolventin höherer Bildung im Falle von Frau Giffey.

Diese Machthaber ahnen irgendwie, dass ihr Sich-Hochdienen im Parteiapparat, ihr Karrierismus innerhalb der politischen Hierarchie, nicht wirklich als überzeugende Qualifikation durchgeht; sie meinen, sich mit akademischen Weihen schmücken zu müssen, weil sie wissen, dass das Konkurrenzumfeld davon genauso beeindruckt ist wie sie selbst in ihren wichtigtuerischen kleinen Karrieristengemütern.

Da schreibt man dann irgendeinen Schmarrn zusammen, der einem den ersehnten Titel bringen soll, findet einen willigen Betreuer, der das zusammengestoppelte Blabla durchwinkt – und fertig ist die Eintrittskarte in die Kreise mit der höheren Bezahlung.

Und wenn man‘s nicht ganz doof anstellt, kommt man damit sein Lebtag lang durch und keiner merkt‘s. Frau Giffey hat es nicht geschafft; das macht sie zu keiner besseren oder schlechteren Politikerin als andere, nur zu einer dümmeren:

„Das größte Defizit der Doktorarbeit mit dem Titel “Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft” liegt allerdings nicht in den schlampigen Quellenangaben, und liegt auch nicht in der Frage, ob die Ministerin nun eine “amerikanische Zitierweise” anwandte, die einige der Unsauberkeiten erklären sollte.

Wem dient eine solche Dissertation?

Das eigentliche Problem ist: Franziska Giffey schrieb eine Doktorarbeit über sich selbst. Sie beleuchtete darin die Beteiligung der Zivilgesellschaft an EU-Politik. Als Untersuchungsgegenstand diente ihr Berlin-Neukölln, wo Giffey als Europabeauftragte arbeitete, als die 266-seitige Schrift berufsbegleitend entstand.

Wem dient eine solche Dissertation? Leistet sie einen Beitrag zur politikwissenschaftlichen Forschung, wie es von einer Doktorarbeit zu erwarten wäre? Das ist mindestens zweifelhaft. Am ehesten nützt sie wohl der Verfasserin, die sich in der Folge mit einem akademischen Titel schmücken darf, der auf ihre Glaubwürdigkeit als Politikerin einzahlen soll.“

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/franziska-giffey-dissertation-zwar-legal-aber-wertlos-kommentar-a-1294259.html

Die IDF verteidigen mal wieder die Pressefreiheit

Da darf man nicht zu zimperlich sein, weiß der „Spiegel“, und erst recht kein Weichei wie dieses „Hochhaus im Gazastreifen“, das einfach eingestürzt ist, „nachdem es von israelischen Raketen beschossen wurde“.

Ja, was kann denn die israelische Armee dafür, wenn diese Terroristen ihre Hochhäuser so wackelig bauen, das sie beim ersten Raketenbeschuss gleich einstürzen?

Außerdem geht die Vernichtung von Medienbüros und Menschen sowieso in Ordnung, weil sich laut IDF in dem Gebäude auch „militärische Ressourcen“ befanden, die die Hamas absichtlich in dicht besiedelten Gebieten bzw. mit Menschen vollgepackten Gebäuden versteckt.

Da bombardiert Israel doch am besten gleich das gesamte Freiluft-KZ Gaza – 365 Quadratkilometer mit über 2 Millionen Éinwohnern, die nirgendwo anders hinkönnen – denn „militärische Ressourcen“ der Hamas befinden sich da überall.

Ach, das machen sie sowieso? Und haben grad ein paar Stunden vorher das Shati Flüchtlingslager angegriffen und zwei Frauen und sieben Kinder getötet? Na, dann ist der Sache der Demokratie und der Freiheit ja wieder bestens gedient.

Päpste des Kapitalismus: die Sonne des gesellschaftlichen Reichtums dreht sich um den Planeten des Privateigentums

Egal wie beharrlich und gewalttätig sich die Betreiber und Profiteure der alten Ordnung an ihre Macht über die Gesellschaft, ihre Stellung, ihre Vermögen klammern;

Egal wie „modern“, grün, alternativ, spirituell oder ökologisch sie sich dabei gebärden:

Sie haben mit der Entwicklung der Produktivkräfte zum ersten Mal in der Geschichte der Spezies die Möglichkeit geschaffen, ein reiches Leben ohne Existenzsorgen für alle zu schaffen.

Und dieser Gedanke – einmal gedacht und formuliert – kann nicht mehr un-gedacht werden.

Je schonungsloser die kapitalistische Barbarei ihren Feldzug zur Bereicherung der Wenigen führt (und sie führt ihn gegen die arbeitende Klasse) desto offensichtlicher wird ihre Unfähigkeit, den produzierten Reichtum auch nur ansatzweise den Produzenten zurückzugeben.

Der Gedanke von Engels, Marx und anderen ist in der Welt. Er lässt sich nicht mehr un-denken, er lässt sich nicht mehr zurücknehmen.

Die Produzenten können sich den Reichtum zurückholen, den sie mit ihrer Arbeit erzeugen.

Und sie werden es, auch wenn es noch hundert oder tausend Jahre dauert.

Marx und Engels sind die Keplers und Galileos der Gesellschaftswissenschaft und der politischen Ökonomie:

Auch wenn die Päpste des Kapitalismus all ihre Macht einsetzen, den Leuten einzuhämmern, dass sich die Sonne des gesellschaftlichen Reichtums um den Planeten des Privateigentums dreht, kann keine Macht der Welt eine Idee revidieren, die auf den Tatsachen beruht.

Vor 30 Jahren wurde der Engelssche Gedanke vom Inquisitionsgericht des imperialistischen Papsttums zur Ketzerei erklärt und seitdem in jeder Fernsehsendung, jedem Schulbuch, jeder geschichtlichen Dokumentation als Teufelszeug gebrandmarkt – an den Tatsachen ändert sich jedoch nichts:

Der gesellschaftliche Reichtum entsteht durch die, die ihn durch ihre Arbeit erzeugen und nicht durch diejenigen, die sich die Produkte der Arbeit mittels der institutionalisierten Gewalt des Privateigentums als Kapital aneignen.

Weil das so ist, müssen die privaten Eigentümer für immer fürchten, dass der Gedanke, den Engels und Marx formuliert haben, zum Gedanken derjenigen wird, auf deren Arbeit ihr Reichtum (und damit ihre Macht) beruht.

Nur darum, aus dieser sehr realen Furcht heraus, fällt die Verurteilung und Verdammung jedes kommunistischen Gedankens so unbarmherzig und so erstaunlich fanatisch aus.

Und sie wird umso schärfer und umfassender, je offenbarer der Niedergang einer Gesellschaftsordnung wird, in der das Anwachsen des Reichtums nicht zu einer Verringerung der Armut sondern zu ihrer Vermehrung führt.

Neues aus dem gruseligen Reich des sinistren Chinamannes, der die Welt – in diesem Fall Europa (jedenfalls den Süden davon) – bedroht!

Er hat eine Rakete auf uns abgeschossen! Oh Gott!! Droht jetzt der Weltuntergang?

Bei näherem Hinlesen stellt sich heraus, dass irgendein Schrottteil einer Trägerrakete beim Rücksturz auf die Erde vermutlich nicht in der Atmosphäre verglühen wird, sondern irgendwo runtergeht. Wäre nicht das erste mal in der Weltraumfahrt.

Warum ist das Ganze dem Hamburger Insidermagazin für antichinesische Aufklärung überhaupt eine Meldung wert, außer das man den schlitzaugigen Kommunistenlümmeln damit wieder mal ans Beim pissen kann?

Darum:

„(Die) ausgebrannte Stufe (…) hatte vor wenigen Tagen das Kernmodul der zukünftigen Raumstation »Tianhe« ins All geschossen, wurde anschließend nicht mehr gebraucht und stürzt nun ab.“

Da sprechen blanker Neid und Furcht aus den Zeilen der westlichen Kolonialjourmalisten, die in ihrer wertewestlichen Filterblasenarroganz nicht verkraften können, dass eine nicht-weiße, nicht-imperialistische, nicht nach globaler Dominanz strebende Macht wie die chinesische Volksrepublik technologisch nicht nur aufgeschlossen hat zu den auf Kolonialismus, Sklavenhandel und Massenmord gegründeten freiheitlich-demokratischen Weltherrschern aus Europa und USA, sondern dabei ist, diese zu überholen.

Glückwunsch, China!

Die á priori Boshaftigkeit der asiatischen Supermacht

Wenn der „Spiegel“, das ehemalige Nachrichtenmagazin, mal nicht gegen den Iwan austeilt, nimmt er sich genauso zielerfassungsgenau den noch schlimmeren, weil tatsächlich sozialistischen Feind noch weiter im Osten vor.

Heute Abend ist der Aufmacher des nationalen Fachblattes für Feindaufklärung der Beitrag eines Professors für Journalismus, nebenher Volkswirt, der weiß, was er seinem Zeilenhonorar schuldig ist und schon zum Einstieg den freiheitlich-demokratischen Meinungsblitzkrieg eröffnet:

Der Chinese, von dessen Markt„wir“ – das so volksgemeinschaftliche wie verlogene „Wir“ kommt in der Kolumne ständig vor, so als sei sich der Autor der Brüchigkeit seiner beschworenen Einheit von Kapital und Lohnarbeit sehr bewusst – leider abhängig sind (was wiederum “gefährlich“ ist; warum, wird nicht erklärt), zeichnet sich durch eine psychologische Konstante aus, die uns aufgeklärten Demokraten völlig fremd ist: MACHTHUNGER!

Auch hierfür bemüht sich der Professor gar nicht erst, irgendwelche Belege anzuführen, sondern setzt das schlechte Urteil über den Konkurrenten aus Fernost beim Publikum voraus. Alles was dieser Staat da hinten so anstellt, um seinen Interessen in der Staatenkonkurrenz Geltung zu verschaffen, kann per definitionem unmöglich irgendeinen anderen Grund haben als schieren „MACHTHUNGER“ (wobei die Zielsetzungen des chinesischen Staatsladens ohnehin bei Demokraten wie Müller Verdacht auslösen, denn ein paar hundert Millionen Leute aus der Armut holen und in den nächsten 30 Jahren einen Sozialismus mit Wohlstand für alle Bürger aufzubauen KANN in seiner Perfidie einfach nur daran liegen, das dieser Staat in Form seiner Führung „machthungrig“ ist.)

Nachdem die á priori Boshaftigkeit der asiatischen Supermacht somit hinreichend erhärtet ist, holt Experte Müller verbal zum Weltkrieg aus: dass „der heraufziehende weltweite Konflikt“, den er beschwört, ausschließlich – und gegen den erklärten Wunsch der chinesischen Volksrepublik nach friedlichen Beziehungen zum gegenseitigen Vorteil – vom absteigenden “Westen“ betrieben wird (auf eine Weise, die kriminell und erpresserisch zu nennen nicht unsachlich wäre), interessiert Müller nicht.

Der Feind ist „autoritär und zunehmend aggressiv“, was jede Feindseligkeit unsererseits gegen ihn natürlich rechtfertigt. Ein Mitglied der BRD-Intelligenzija, das im verbreitetsten Publikationsorgan der Bourgeosie unverhohlen die Konfrontationstrommel schlägt: so wird das Publikum eingestimmt auf die kommenden Töne aus dem Kanzleramt, falls die Kandidatin der reaktionärsten, kriegstreiberischsten Gruppierung innerhalb des imperialistischen Parteienspektrums im Herbst erfolgreich sein sollte.