Verbrannte Erde und Volkssturm

Zwei Meldungen von der russischen Miltäroperation in der Ukraine, die an die letzten Tage des anderen faschistischen Staatswesens erinnern, das Russland demilitarisieren und entnazifizieren musste:

1) Verbrannte Erde/Kampf bis zum Endsieg ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung:

Die ukrainische Armee positioniert (nach Angaben des russischen Armeesprechers gemäß Ausbildung und Anleitung durch US-Berater und CIA) Raketenwerfer in Wohngebieten, um Luftschläge auf zivile Ziele zu provozieren.

2) Volkssturm:

Die ukrainische Regierung verteilt 10.000 automatische Gewehre an Bürger jedes Alters, um „gegen die Russen zu kämpfen“. Was diesen untrainierten Zivilisten passiert, wenn sie sich mit der regulären russischen Aarmee anlegen, ist klar.

Beides jedenfalls Verzweiflungsmaßnahmen eines Regimes, dem das Wasser bis zum Hals steht.

Die Heimatfront steht geschlossen hinter der Wehrmacht, die jetzt NATO heißt und denselben Feind hat

Schon die Andeutung von Verständnis für die russische Position aktiviert die Empörungs- und Verdammungsbereitsschaft der westmedial unterrichteten Kollegen auf eine Weise, dass man versucht ist, lieber den Mund zu halten.

Einzig eine russische Kollegin wagt es, das Undenkbare auszusprechen: dass die Amis überall ihre Raketen aufstellen, mit denen sie Russland bedrohen und auf kein Gesprächs- und Verhandlungsangebot eingehen.

Betretenes Schweigen ringsum, dann wird weiter gearbeitet (Aufbau der Faschingsdekoration). Eine Eskalation wird nur vermieden durch den Zeitdruck und durch die Tatsache, das die Kollegin eines allseits beliebte und schwer sympathische Person ist.

Geschichten aus dem Pflegeheim: Ferdinand das Fischstäbchen

Es gibt zum Glück noch etwas anders als Krieg und Russophobie. Im Pflegeheim läuft zwar bei den meisten Bewohnern fast pausenlos der Fernseher, aber nicht wegen der Ukraine, sondern aus Gewohnheit.

Den wenigen Orientierten unter der Bewohnerschaft mag das westliche Propaganda-Narrativ vom aggressiven, bösen Russen einleuchten – die Dementen jedoch sind aus dem Spiel raus; Politik ist für sie nur eine der vielen seltsamen und unverständlichen Erscheinungsformen in ihrer stetig rätselhafteren, unbegreiflicheren Welt.

So widmen wir uns heute in der „Tagesgruppe Demenz“ dem Potpourri aus Liedern, Geschichten und Bildern, das – wenn ich für den Vormittag verantwortlich bin – immer spontan entsteht und meistens vom Hölzchen aufs Stöcken kommt.

Weil Freitag ist (schon allein aus dieser Tatsache kann man mit etwas Fantasie eine ganze Raterunde aufziehen) kommen wir schnell auf das diakonieübliche Mittagstisch-Angebot, nämlich Fisch. Schon die spannende Frage, was für Fisch es denn heute gibt, beschäftigt uns einige Minuten. Ein Kundschafter des Essens wird zur Wohnbereichsküche entsendet und soll den heutigen Speiseplan möglichst komplett in Erfahrung bringen. Keine leichte Aufgabe bei zwei Menüs samt Vorspeise und Nachtisch!

Diese verdeckte Ermittlung benötigt speziell geschulte Einsatzkräfte, weshalb wir auf die FSJler verfallen, die ich als Assistenten in der Tagesgruppe habe. Kurze Zeit später meldet unser Kundschafter Vollzug: es gibt tatsächlich Fisch (Überraschung!) und als Vorspeise eine Fischsuppe! DAS ist jetzt tatsächlich eine Neuigkeit, die erstmal verdaut und diskutiert werden muss. Es gibt bei den Bewohnern Suppen-Fans und Suppen-Gegner, aber bei der Aussicht auf Fischsuppe sortieren sich die Fronten neu.

Das allgemeine fischige Thema ist nicht schwer zu erweitern auf die erstaunlichen Geschichten, die es über das Meer im allgemeinen und einige der darin herumschwimmenden Fische im speziellen zu erzählen gibt.

Zunächst mal das erstaunliche Leben von Fred, dem rosa Fisch, der von all seinen Fischkumpels gedisst wird, weil er nicht nur rosa ist, sondern auch noch lila Punkte hat. Er fristet ein ziemlich trauriges Außenseiterdasein in seiner Fischgruppe, alle machen sich lustig über sein Aussehen – dabei ist er wunderschön anzusehen Mut seinen schillernden Farben, im Gegensatz zu seinen langweiligen Fischgenossen die bloß langweilig silbergrau sind.

Der Grund natürlich: die Langweiler und Spießer sind nur neidisch auf Fred! Deswegen machen sie ihn mies und ärgern ihn. Solches Verhalten können meine Schützlinge, ob dement oder nicht, jedenfalls nachvollziehen und sympathisieren ordentlich mit Fred.

Da ich sie aber nicht mit einer Geschichte ohne Happy End entlassen will, wird jetzt noch Erwin, der flotte Fisch-Impresario eingeführt. Er kommt zufällig dahergeschwommen, weil er Talente für die große Unterwasser-Show im Fisch-TV sucht, und ein Naturwunder wie Fred kommt ihm da gerade recht. Zufällig kann Fred auch schön singen – onomatopoetische Lautfolgen wie „Hottentotten wetten Motten“ u.ä. sind seine Lieblingslieder (ein Singsang, den die Anwesenden von einem unserer Bewohner, Herrn H. gut kennen).

Erwin der Impresario zückt ein dickes Bündel Fisch-Euros, heuert Fred für seine Show an und bringt ihn groß raus als Star der Show! Jetzt werden die neidischen Fischgenossen erst recht neidisch, weil Fred es ihnen allen gezeigt hat. Das erfreut auch meine Zuschauer, die schon befürchtet haben, dass der arme Fred unglücklich und ungeliebt alleine weiterschwimmen müsste.

Als die mittlerweile schwerstdemente Frau H., die aufgrund einer Art infantiler Regression sich im Zustand eines dauerunglücklichen nörgelnden Kleinkindes befindet, in einem ihrer lichteren Momente – als wir über Wale sprechen – mit der Reim- und gesungenen Tonfolge „Wal, Wal, Aal, Aal…“ die Aufmerksamkeit auf sich zieht, ergibt sich die Gelegenheit für eine Größenvergleich zwischen diesen beiden Meeresbewohnern.

Langsam neigt sich der Vormittag seinem Ende zu, und da unser Kundschafter herausgefunden hat, dass es Fischstäbchen zu Mittag gibt, breite ich vor meiner faszinierten Truppe noch das bizarre Leben von Ferdinand dem Fischstäbchen aus: es durchschwamm die Weltmeere jahrelang, ohne von einem der Fischkutter Käpt’n Iglos gefangen zu werden. Ferdinand war nämlich ein schlaues Kerlchen und wusste aufs Geschickteste, Schleppnetzen und Angeln auszuweichen.

Auch als Elise, das schwarzhaarige Mädchen an der neufundländischen Küste, ihre Angel ins Wasser hielt um zum Muttag Fischstäbchen zu fangen, ließ Ferdinand sich nicht aufs Glatteis bzw. zum Anbeißen locken. Sowieso, sind wir uns einig, wäre Ferdinand viel zu groß und schwer gewesen als dass Elise ihn hätte herausziehen können.

Wir überlegen noch eine Weile, wie Elise sich mit so einem dicken Brocken am Haken angestellt hätte, kommen aber zu keinem Ergebnis, denn schon ertönt vom Gang her das vertraute Scheppern des Essenswagens und das Highlight das Tages beginnt: das Mittagessen!

Wir müssen mit ganz viel Kristallkugel lesen und Friseurhoroskop-Psychologie herausfinden, was der Gottseibeiuns im Kreml WIRKLICH will!

Der Russe an sich ist rätselhaft und undurchschaubar – jetzt erst recht, denn er hat offensichtlich aus schierer Bosheit (oder Russenhaftigkeit, was im Grunde dasselbe ist) einen Krieg angezettelt. Einfach so! Ohne jeden Grund!! Obwohl wir ihn vorher GEWARNT haben, dass es für weitere Störungen unserer regelbasierte Weltordnung nicht nur ordentlich, sondern fett aufs Mau.. äh, Sanktionen gibt.

Jetzt schlägt die Stunde der Kreml-Astrologen und Wahrsager! Denn was der Machthaber in Moskau selber sagt, kann unmöglich das sein, was er meint. Das müssen wir abklopfen auf verborgene Beweggründe, Kränkungen, Traumata und allerlei geheime Motivationen, denn dass das russische Handeln irgendetwas mit der wortbrüchigen NATO-Expansion zu tun hat oder gar mit der direkten Bedrohung Russlands durch den Ausbau der Ukraine zum russophoben NATO-Vorposten, das kann gar nicht sein.

Sowas bildet der Russe (also eigentlich Putin, der ja auch höchstpersönlich in die Ukraine einmarschiert ist, wahrscheinlich mit mehrfachen Patronengurten um den nackten Oberkörper, so wie Rambo) sich natürlich bloß ein, weshalb wir mit ganz viel Kristallkugel lesen und Friseurhoroskop-Psychologie jetzt herausfinden müssen, was der Gottseibeiuns im Kreml WIRKLICH will!

Kurze Zusammenfassung der Lage in der Ukraine und den Donbass-Republiken nach erster Sichtung der Nachrichten

Russland führt auf Bitte der DNR und LNR eine begrenzte Militäroperation im Donbass durch, die seit 8 Jahren (und verstärkt seit einigen Wochen) unter dem Beschuss der ukrainischen Armee und deren Nazi-Hilfstruppen leiden.

Ziel ist nicht die Besetzung der Uraine, sondern deren „Demilitarisierung“ und „Ent-Nazifizierung“. Der russische Präsident spricht davon, dass Russland nicht noch einmal unvorbereitet überrascht wird, „so wie im Juni 1941“.

Die russische Armee hat mit einer Serie von Präzisionsangriffen die ukrainische Luftverteidigung ausgeschaltet. Leute, die es wissen müssen, meinen, das sei nur mit Hilfe von ukrainischen Armeeangehörigen möglich gewesen (die vorher Minen und Sprengstoff an Waffenlagern, Flughäfen, Hangars usw. deponiert hatten).

Der kollektive Westen dreht komplett frei und sieht in dem Beistandseinsatz der russischen Armee für die Volksrepubliken im Donbass eine „Invasion der Ukraine“, die er ja ohnehin seit Monaten vorhergesagt hat. Die Rhetorik besonders der eingebetteten Medien des Wertewestens schäumt vor Wut und Hetze und bedient sich eines Vokabulars, das aus der Militäroperation im Donbass am liebsten einen Weltkrieg machen würde.

Gleichzeitig traut sich keiner von den NATO-Kriegern – die ansonsten keine Hemmungen haben, andere Länder zu überfallen und zu bombardieren – es mit der russischen Armee aufzunehmen. Das überlassen sie lieber ihren ukrainischen Marionetten, die sicherlich in nächster Zeit bis zum Platzen mit Kriegsgerät aufgerüstet werden.

Mein Eindruck bis hierher: der kollektive Westen hat die rote Linie Russlands überschritten und hat’s wissentlich darauf angelegt. Jetzt sieht er sich den Konsequenzen gegenüber und heult laut rum.

Die nächste Runde russophober westlicher Erpressungs-, Drohungs- und „Jetzt bestrafen wir euch aber so richtig!“-Ankündigungen der westlichen Machthaber ist bereits eingeläutet, die Medien begleiten das mit jeder Art anti-russischer Hetze unterhalb offener Kriegsaufrufe, doch die inzwischen erreichte Schwäche des NATO-Lagers (und die Stärke der russischen Armee sowie das strategische Bündnis mit der Volksrepublik China) verhindern – zum Glück – einen „echten Krieg“ in ganz Europa oder gar weltweit.

(Wobei ich sicher bin, dass der Imperialismus – wenn er könnte wie er wollte – und einigermaßen gute Chancen auf Erfolg hätte, auch einen Weltkrieg vom Zaun brechen würde.)

Volksverräter unter uns!

Das Ostfront-Magazin von der Elbe hat beim völkischen Beobachten Verdächtiges entdeckt: es tummeln sich immer noch Volksverräter unter uns, die sich der Feindbegünstigung schuldig machen!

Da können diese „Linken“ noch so eifrig jeder falschen Meinung abschwören und noch so laut einstimmen in den anschwellenden Bocksgesang der imperialistischen Kriegsmusik – sie sind und bleiben unzuverlässige Volksgenossen, die wie genauestens im Auge behalten müssen.

So ist er, der Russe: er betreibt „AGRESSION“!

War’s nicht Joseph Goebbels, von dem der Spruch mit der Lüge stammt, die man nur oft genug wiederholen muss, damit eine Mehrheit sie glaubt

Der wusste jedenfalls auch, dass dem russischen Menschenschlag nichts Gutes innewohnt, und dass man diesen asiatischen Steppenbewohnerhorden nur mit robuster Härte und waffengewaltiger Abschreckung beikommen kann.

Die demokratischen Nachfolger des Reichspropagandaministers delirieren sich prophylaktisch schon mal – stellvertretend für die ukrainischen Marionetten des wertewestlichen Imperialismus – in die Opferrolle einer „Aggression“ hinein, die dann aber ganz sicher und auf jeden Fall Vergeltung nicht nur nötig, sondern unvermeidlich werden läßt.

So geht Kriegshetze – und ganz vorne immer mit dabei: die sogenannte „Linke“