Man kann and’re Rassen hassen,
muß dann jedoch sich fragen lassen,
ob die sprichwörtlichen Tassen,
die im Gehirn fürs Denken werben,
noch ganz sind oder schon in Scherben.

Man kann and’re Rassen hassen,
muß dann jedoch sich fragen lassen,
ob die sprichwörtlichen Tassen,
die im Gehirn fürs Denken werben,
noch ganz sind oder schon in Scherben.

In westlichen Propagandamedien wie der „Tagesschau“ werden in Berichten über COP26 die VERURSACHER der globalen Naturzerstörung und der Ausbeutung jeglichen lebenden und unbelebten Inventars des Planeten, also westliche Anführer wie Johnson, Merkel und Biden, als Lichtgestalten der Klimapolitik dargestellt: voll des guten Willens, schwer entschlossen, ganz viel Verantwortung für eine ökologische Zukunft zu übernehmen und deswegen auch sehr betrübt, dass „Putin und Xi Jinping“ leider so gar nicht mitziehen bei diesem edlen Ziel der Menschheitsrettung, dem sie – die Anführer der Freien Welt – sich da verschreiben.
Der Durchschnittsuntertan, der diese Medien konsumiert, wird in den Glauben versetzt, dass „der Westen“ sich mal wieder ganz freiheitlich und demokratisch ernsthaft der Aufgabe Weltrettung und Klimakrisenbewältigung annimmt, während die Bösen Autokraten und Diktatoren wie immer nicht mitziehen und unsere gemeinsamen grundguten Anstrengungen nur sabotieren.
Währenddessen Präsident Xi per Video an die COP26-Teilnehmer:
„Guided by the vision of a community of life for man and nature, China will continue to prioritize ecological conservation and pursue a green and low-carbon path to development. We will foster a green, low-carbon and circular economic system at a faster pace, press ahead with industrial structure adjustment, and rein in the irrational development of energy-intensive and high-emissions projects.
We will speed up the transition to green and low-carbon energy, vigorously develop renewable energy, and plan and build large wind and photovoltaic power stations.
Recently, China released two directives: Working Guidance for Carbon Dioxide Peaking and Carbon Neutrality in Full and Faithful Implementation of the New Development Philosophy, and the Action Plan for Carbon Dioxide Peaking Before 2030.“
Xi Jinping’s remarks at COP26 World Leaders Summit – Friends of Socialist China
Ähneln alle, ich und du,
Nicht im Grunde diesem Schuh?
Alt, alleine, wartend nur,
Einsam, auf die Müllabfuhr?
Dieser Weg ist auch der deine:
Ohne Arme, ohne Beine,
Ohne Körper, ohne Geist,
Wirst du ins Jenseits eingespeist.
Und machst du dann die Augen zu,
Bleibt am Ende nur ein Schuh.
(Wenn du Glück hast)

Jetzt neu im Zeitschriftenregal:
„I am – Das Magazin für deine persönliche und spirituelle Weiterentwicklung“. Das ist kein Satireblatt, sondern offensichtlich ernst gemeint.
Für nur 10 Euro kann ich meinen “Weg zur Selbstliebe” und “neue Motivation” für meine „Träume und Ziele“ auffrischen bzw. erstmal entdecken – falls mein Niedriglohnjob, explodierende Energiekosten oder meine überteuerte Wohnung mich an der Stelle ein bißchen ins Defizit gebracht haben sollten.
Aber für Leute wie mich sind solche Erbauungspostillen nicht gemacht; eher schon für die Oberkasseler grünwählende Mutti, die ihre Kinder mit dem SUV die 500 Meter zum Geigenunterricht und in die Öko-Kita fährt, ehe sie ihre gleichermaßen und wortwörtlich gutbetuchten Freundinnen bei einer Vernissage zugunsten armer Negerkinder oder zur Rettung des Weltklimas trifft.

Du machst es einem immer wieder einfach, dich nicht nur so richtig scheisse zu finden, sondern wirklich ALLES zu versuchen, dich von der Backe zu kriegen:

Letztes Blatt aus dem „Ich male Peter-Hacks-Gedichte“-Zyklus. Meine überwiegend demente Zuhörer- und Zuschauerschaft sitzt schon in erwartungsfroher Antizipation im Speisesaal des Wohnbereiches, als ich mit Flipchart und Stiften anrücke. Zur Einstimmung hören wir wieder die schwungvolle Vertonung des Gedichtes, eingespielt von „Simone und den Kita-Fröschen“; jeder kann mittlerweile mitsingen und freut sich an dem lustigen Gedicht, dem frechen Zeisig und der beleidigten Tanne.
Da das Bild zu malen länger dauert als die zwei oder drei Minuten des Liedes, lasse ich die Playlist („Die 30 schönsten Herbstlieder“) weiterlaufen. Kurze Zeit später hören wir den „Kartoffel-Song“, der meine Truppe zu allerlei Erinnerungen und Geschichten von früher anregt: jeder zweite hat in der unmittelbaren Nachkriegszeit dieselbe Erfahrung gemacht, die ich ich von meinen eigenen Eltern und Großeltern gehört habe, dass man nämlich zur Nahrungsbeschaffung auf die abgeernteten Kartoffelfelder geht (oder geschickt wird), um die übrig gebliebenen kleinen Kartoffeln zu sammeln.
Jedenfalls singt Simone mit ihren Kita-Fröschen: „Wenn die Kartoffel nicht wär, dann wär die Pommesbude leer und der Kartoffelkäfer hätte keine Heimat mehr..“ und ruft damit umfangreiche Debatten unter meinen Leuten hervor. Den Kartoffelkäfer kennen sie nämlich als üblen Schädling; fast alle haben Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben und können erstens ein Lied vom Kartoffelkäfer singen (was sie gerade tun, zur eingängigen Melodie des Kartoffel-Songs) und zweitens auch den Kartoffelkäfer ziemlich genau beschreiben.
So kann ich das Bild noch um einen netten kleinen (bzw. ziemlich groß geratenen) Kartoffelkäfer ergänzen, der sich an einer Kartoffel (woran sonst) gütlich tut. Der Vormittag ist gerettet, die Zeit wie im Fluge vergangen und schon hört man vom Gang her das Geschepper des Essenswagens. Heute gibt’s Hähnchen mit Reis, keine Kartoffeln.

Im ersten Moment dachte ich: „Nanu! Da waren die Afghanen aber schneller als die gender- und diversitätsbewußten Westler!“
Weiße Schauspieler dürfen keine nicht-weißen Rollen mehr spielen, Männer sollen laut (Linksjugend solid) noch nicht mal als Beobachter an einem Frauenplenum teilnehmen, jede geschlechtlich oder befindlichkeitsmäßig definierte Minderheit grenzt sich heftigst von allen anderen ab (und diese aus) – da müsste die korrekt unterscheidende Politik der afghanischen Taliban doch der dream-come-true all der woken Durch-Sprache-die-Welt-Verbesserer sein.
Aber die Burschen da unten sind ja Mohammedaner und daher per se schon wieder irgendwie die Bösen, in der schönen neuen Welt des aufgeklärten westlichen Neo-Feudalismus.

Nach dem ersten Blick in das NATO-Frontblatt aus Hamburg möchte man lieber gleich wieder ins Bett gehen. Oder besser in den nächsten Bunker.
Denkt man bei der Überschrift noch „Ah, endlich wird der „Spiegel“ realistisch und berichtet über die Kriegsvorbereitungen gegen Russland!“, wird man beim Teasertext schnell eines besseren belehrt: natürlich ist es wieder der Iwan, der ewige Gottseibeiuns des Freien Westens, der hier nicht nur den Krieg vorbereitet, sondern ihn „praktisch erklärt“.
Und zwar ausgerechnet wegen der Gaspreise, die der Freie Westen ganz freiheitlich und westlich durch Spekulation in schwindelnde Höhen getrieben hat, u.a. durch den Verzicht der EU-Kommission auf langfristige Lieferverträge zugunsten kurzfristiger Beschaffung an den Energiemärkten.
Dass „der Russe“ angesichts der vom Westen selbst verschuldeten Energiepreiskrise auch noch die bewährte Zuverlässigkeit seiner Lieferungen um eine weiter erhöhte Abgabemenge ergänzt hat (Putin: „Wenn wir noch mehr Gas durchleiten, platzen die Leitungen“) ist egal angesichts der genetisch bedingten (Bolschwismus!) Gesamtboshaftigkeit des Erzfeindes im Osten.
So darf sich der deutsche Mittelschichtsbürger an einem grauen Sonntag in der beginnenden jahreszeitlichen Kälteperiode wieder wahlweise vor einer kalten Wohnung oder einer unbezahlbaren Gasrechnung wohlig gruseln und sich bang fragen, ob die neue Regierung wohl endlich Tacheles redet mit dem finsteren Gesellen dahinten in Moskau.
Dass DAFÜR berechtigte Hoffnung besteht, ist angesichts der Beteiligung der olivgrünen Russenfresser-Partei an der künftigen Bundesregierung sicher.

Dritte Bunte Herbstrunde mit Peter Hacks Gedicht „Der Herbst steht auf der Leiter“. Zur Einstimmung hören wir noch mal die Vertonung in der Version von „Simone Sommerland und den Kita-Fröschen“.
Mittlerweile können einige schon mitsingen und freuen sich vor allem an den mittleren Versen von frechen Zeisig und der beleidigten Tanne.
Da wir ja bereits den letzten und den ersten Vers (in dieser Reiehenfolge) bildlich und musikalisch ausgiebig gewürdigt haben, ist nun der zweite Vers dran. Der freche Zeisig stellt uns bzw. mich erstmal vor Herausforderungen künstlerischer Art: ich habe keine Ahnung, wie so ein Vogel aussieht.
Natürlich könnte ich schnell „Zeisig“ googeln (was ich schließlich auch tue), aber zunächst frage ich mal meine Runde, ob sie weiß, was für ein Kamerad so ein Zeisig ist. Man rätselt hin und her und neigt schließlich mehrheitlich zu der Meinung, dass sich „Zeisig“ irgendwie anhört wie „klein, witzig und irgendwie so wie ein Spatz oder ein Zaunkönig“.
Das passt ja, und nach kurzem Blick in die Bildergebnisse bei der Google-Suche für „Zeisig“ male ich einen ziemlich fetten Zeisig auf den Zweig neben die Blätter, die der Herbst auf seiner Leiter gerade anmalt. Allerdings ist unser Zeisig, der natürlich grundsätzlich ähnlich rotzfrech ist wie ein Sperling, in diesem Fall eher von der faulen Sorte. Er kriegt den Klecks vom Herbst ab, weil zu faul zum Wegfliegen ist.
Hintergrund dieser Abweichung vom Gedichttext: der Zeisig hatte schon reichlich von den Wintervorräten gefressen und wollte jetzt auf dem Ast sein Verdauungsschläfchen halten, was meinem mittagsschlafgewöhnten Publikum auf Anhieb einleuchtet.
Jetzt müssen wir noch die Kleiderfrage des Herbstes klären, denn ein Herbst kann nicht in irgendwas rumlaufen, sondern muss im standes- und saisongemäßen Outfit auftreten. Ein Hut ist schon mal gut, aber er darf nicht zu bayerisch bzw. tirolerisch aussehen, sonst müssten wir gleich wieder Billy Mo‘s beliebten All-Time-Klassiker von 1962, „Ich Kauf mir lieber einen Tirolerhut“ spielen und singen, den DEN kennt jeder hier auswendig.
Deswegen, weiß die Runde, darf der Hut nicht grün sein, denn dann wäre er ein Tirolerhut. Gut, der Hut wird ein grauer Filzhhut mit Herbstblättern statt mit Gamsbart. Der Mantel allerdings darf nach einem Vorschlag aus der Runde gerne grün sein, nämlich ein Lodenmantel. Der lila Schal ist ein Selbstgänger; jeder weiß, dass es im Herbst kühler wird und ständig zieht.
Begleitend von einem Potpourri aus Herbst- und weiteren Volksliedern wird das Bild beendet und zum Schluss der Runde aufgehängt. Jetzt fehlt nur noch der Vers von der beleidigten Tanne; mein Lieblingsvers und zeichnerisch am leichtesten zu bewältigen.
Zum Abschied frage ich meine Truppe, welches Lied sie sich als letztes wünschen. „Junge, komm bald wieder!“ ertönt es aus der Gruppe. „Damit du bald wieder kommst!“
Ich bin gerührt und geschmeichelt und verabschiede mich mit Freddys Top-Hit von meinen betagten Fans.

