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Neujahrswunsch

Ein weiteres Jahr, Freunde. ..
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In den letzten beiden Tagen sind mir zwei Zitate begegnet, in denen es um Dunkelheit geht. Das eine ist aus einem Gedicht von Steffen Mensching und ist dem Buch „Bittere Brunnen – Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution“ vorangestellt. Es lautet:
„… In dieser dunklen Welt / findet Halt nur /der einen anderen hält“
Das andere ist von Bertold Brecht, zum Thema „Kann die heutige Welt durch Theater wiedergegeben werden?“ aus dem Jahr 1955:
„Weil nämlich ‑ im Gegensatz zur Natur im allgemeinen ‑ die Natur der menschlichen Gesellschaft im Dunkel gehalten wurde, stehen wir jetzt, wie die betroffenen Wissenschaftler uns versichern, vor der totalen Vernichtbarkeit des kaum bewohnbar gemachten Planeten.“
Das Dunkel ist die Blindheit für die Verhältnisse in der Klassengesellschaft. Und die ist seitdem noch mehr geworden; diejenigen, die es vertreiben wollen eher noch weniger. Da ist es wichtig, ein paar von denjenigen zu kennen, die das Dunkel, in dem die Gesellschaft immer noch gehalten wird, aufheben möchten.
Ich danke allen Facebookfreunden und -feinden (ja, denen auch) und den paar Freunden im echten Leben, dass sie es ein weiteres Jahr mit mir ausgehalten haben. Ich weiß, wie unangenehm das sein kann – schließlich muss ich diese undankbare Aufgabe jeden Tag selbst bewältigen. Und das ist nicht einfach, auch wenn’s meist unterhaltsam ist.
Selbst enge alte Freunde und Verwandte haben mir die Freundschaft gekündigt, weil ihnen die Penetranz, mit der ich versuche, Licht in die oben beschriebene Dunkelheit zu bringen, auf die Nerven geht, zu radikal, zu übertrieben oder zu unverschämt ist. Umso mehr freut mich die Verbindung zu Freunden, mit denen ich mich austauschen kann, deren Beiträge mich zum Nachdenken bringen und inspirieren. Ihr tragt dazu bei, dass ich diese Welt, ihre Dunkelheit und mich selber aushalten kann.
Ich hoffe, wir können 2024 damit weitermachen – und jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten dazu beitragen, dass die Dunkelheit dieses Zeitalters mitsamt der ihr zugrunde liegenden imperialistischen Gesamtverarsche vertrieben wird.
Im Reich der Geisterhunde


Nach den mysteriösen, wenn nicht belastenden Erlebnissen, die der Hund und ich in den letzten paar Monaten in den Oberkasseler Parks hatten – rätselhafte Aliens, die ich für Zeitreisende hielt und halte, hatten scheinbar bei jeder Begegnung das Raum-Zeit-Kontinuum manipuliert und uns in eine extra-temporäre Parallelrealität versetzt – gehen wir mittlerweile kontraindikativ direkt in die Parallelwelt, aber in eine unserer Wahl: ins Reich der Geisterhunde.
Dort fühlt sich mein vierbeiniger Freund am wohlsten; er wirkt nicht im Mindestens erschreckt oder verblüfft über die für den normalen Verstand ziemlich respekteinflößenden riesigen Geisterhunde („canes exspiravit“, so der magische Fachterminus).
Ich bin bei diesen Ausflügen nur der Begleiter, betrachte mir alles eingehend und mache mir innere Notizen über die erstaunlichen Erscheinungen in dieser Zwischenwelt. Es geht dort friedlich zu; offensichtlich entsprechen wohlgenährte Zufriedenheit und gemütliche Ruhe den Vorstellungen, die Hunde von einer idealen Welt haben.
Hört man mal ein Bellen oder Knurren, geht es in der Regel um erfreuliche und abwechslungsreiche Vorkommnisse, die unweigerlich immer mit Nahrungsaufnahme, Spiel oder Schlaf zu tun haben. Dies ist zweifellos eine Auswahl, die auch mir zusagt und so sehe ich wenig Veranlassung, meinem guten Kameraden mit dem schwarzbunten Fell den Wunsch abzuschlagen, recht oft diese Welt aufzusuchen.









