Politische Bildung in Bewegtbildern: DER GESETZGEBER

Seltsame Wesenheiten bevölkern den Sprachraum der bürgerlichen Welt. Unter den verbalen Superhelden des Bourgeoiversums gibt es zum Beispiel den rätselhaften GESETZGEBER, von dem jeder nur spricht wie von einer unparteiischen, etwas unheimlichen übergeordneten Instanz, die gottgleich über den Irrungen und Wirrungen der Gesellschaft schwebt. Ab und zu (genau genommen ziemlich häufig) „gibt“ diese Instanz „Gesetze“, die dann für alle verbindlich sind.

Die Gesetze gelten unbedingt und für alle. Hinterfragen ist nutzlos und das Sich-dran-halten wird erzwungen, indem Verstöße sanktioniert werden. Das ist gut und für das Gemeinwesen nützlich, weil ohne GESETZE Mord und Totschlag herrschen würden. MIT Gesetzen zwar auch, aber wenigstens in geregelten Bahnen, und Gesetzesübertreter werden bestraft.

„So will es das Gesetz!“

Im bürgerlichen Sprachgebrauch ist DER GESETZGEBER ein im wahrsten Sinne des Wortes gesetztes Faktum, bei dessen Nennung schon gar nicht mehr gefragt oder begründet wird, WER diese merkwürdige Wesenheit ist, warum sie die Macht hat, Gesetze zu erlassen oder, Gipfel der Ketzerei, welche Interessen mit diesen Gesetzen festgeschrieben und gefördert werden.

Nein, das alles muss man nicht wissen. Es genügt zu wissen, dass DER GESETZGEBER irgendwie die absolute Macht ist. Man kann und muss nur hoffen, dass die Gesetze, die DER GESETZGEBER der Bevölkerung gibt, nicht zu schädlich für die eigenen Interessen sind oder diesen im Idealfall entsprechen. Das ist alles, was man über den GESETZGEBER wissen muss.


In der nächsten Folge unserer Mini-Serie
„Superhelden des Bourgeoiversums“:
DER ARBEITGEBER, ein enger VERBÜNDETER des GESETZGEBERS, der mit diesem zusammen Galaxie um Galaxie durchstreift, um allen Lebewesen dort ARBEIT und GESETZ zu geben!

3x Politische Bildung in Bewegtbildern

Kurze Betrachtung über das Verhältnis Staat/Kapital


Wie das Staatsschiff gesteuert wird


„Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar.“ (BlackRock-Kanzler FTZNFRTZ)

„Wir können uns den Sozialstaat so wie er ist nicht mehr leisten“: BlackRock-Kanzler FTZNFRTZ

Die Ente

„Die Ente“ / Musik: Johann Sebastian Bach, Choral „So fahr ich hin zu Jesu Christ“, Oboenkonzert (BWV 105, 170 & 49) 3. Adagio, Albrecht Mayer & The English Concert


Auch mit den heutigen Mitteln der KI muss man für ein paar Sekunden Film einen beachtlichen Aufwand treiben – jedenfalls wenn’s länger dauern soll, als die 6 Sekunden Animation, die Grok aus hochgeladenen Bildern erstellt. Wenn man dann noch ein paar Minimalansprüche an Inhalt, Präsentation, „Story“ eventuell und passende Soundeffekte und Musikuntermalung hat, müssen in der Regel verschiedene Bearbeitungswerkzeuge (und einiges an Zeitaufwand) zum Einsatz kommen.

Trotzdem ist das ein Klacks gegen die Mühe, die frühere Trickfilmzeichner hatten, als jedes Einzelbild von Hand gezeichnet, koloriert, abfotografiert und schließlich zu einer zusammenhängenden Bewegtbildfolge montiert wurde.

Solch Zeitvertreib scheint zwar eine der kreativeren Einsatzmöglichkeiten der KI, aber nach Lage der Dinge kann das nicht die Nachteile aufwiegen, die diese Technologie im Kontext einer neofeudalen finanzkapitalistischen Klassengesellschaft zwangsläufig mit sich bringt.

Wie die australische Bloggerin und Aktivistin Caitlin Johnston kürzlich schrieb, ergänzen sich KI-Anwendungen und das kapitalistische Bedürfnis nach Kontrolle aller Aspekte der Geschäftemacherei aufs Vortrefflichste:

Eure Herrscher wollen, dass ihr euch beim Denken auf Maschinen verlasst.
Sie wollen, dass ihr euch beim Denken, Recherchieren, Analysieren und Schreiben auf KI verlasst.
Sie wollen, dass ihr leicht kontrollierbare Software benötigt, um euer Verständnis der Welt zu formen und dieses Verständnis anderen gegenüber auszudrücken.
Sie können die Maschinen kontrollieren, aber sie können den menschlichen Verstand nicht kontrollieren. Deshalb wollen sie, dass ihr euren Verstand zugunsten der Maschinen aufgebt.
Sie wollen, dass ihr euch auf künstliche Intelligenz verlasst, damit ihr aufhört, eure organische Intelligenz zu nutzen.
Sie wollen, dass eure Fähigkeiten zum kritischen Denken verkümmern.
Sie wollen, dass eure Fähigkeit, unbequeme Informationen zu finden und zu analysieren, nachlässt.
Sie wollen, dass eure Inspiration und Intuition verfallen.
https://open.substack.com/pub/caitlinjohnstone/p/they-want-you-relying-on-artificial

Anzumerken wäre höchstens, dass man es ja selbst in der Hand bzw. im Verstand hat, die eigene Inspiration, Intuition und generell das kritische Denken nicht den Erfordernissen der Eliten und der politischen Machthaber zu unterwerfen. Man kann die Möglichkeiten der Technologie auch gegen die Herrschenden, gegen die imperialistische Barbarei richten, wenn man sie für listige, geschickte, subversive und gut gemachte Agitation verwendet.

Das möchte ich wenigstens gerne glauben. Aber wie es – unter der Voraussetzung, dass das westliche imperialistische System sich so lange hält – in wenigen Jahrzehnten aussehen wird, mit dann zwei bis drei Generationen, die in einer kollabierenden, deindustrialisierten Gesellschaft KI als allgegenwärtige Denkkrücke und Bespaßungsdroge erfahren haben, vielleicht von irgendeinem Bürgergeld-Grundeinkommen knapp am Überleben gehalten werden – das möchte ich mir lieber nicht vorstellen.


Verwendete Tools für das obige 50-Sekunden-Filmchen:

Concepts – Zeichnung und Kolorierung

PicsArt– Bildbearbeitung

Retouch – Retusche

Grok – Animation

Premiere Rush – Videobearbeitung

Pilgerreise zum Gipfel der Kreativität (liegt im Nebel): Gedanken über KI und die menschliche Inkonsequenz

Je mehr ich mich mit KI beschäftige und nach dem initialen Vergnügen, auf diese komfortable und einfache Art Grafiken und Filme zu erzeugen, fängt der ganze Kram an, mich zu langweilen, ja: zu ermüden. Der Zauber ist verflogen, diese KI-Bilder sind irgendwie zu einfach, zu geistlos, zu beliebig, inzwischen auch zu erkennbar. Wenn man ein bißchen geübt ist, erkennt man mittlerweile das KI-generierte Material auf Anhieb. Und es ist dürftig bis öde.

Bei der Animation von Zeichnungen (speziell auch von abstrakten Zeichnungen) kann man ein paar sehenswerte Resultate erzielen, ebenso bei bestimmten bildlichen Darstellungen (zu deren Erstellung man ansonsten ein Kunststudium, ein Atelier und all das einschlägige Material und Werkzeug bräuchte), die ohnehin massiv nachbearbeitet und ergänzt werden und demnach mehr in Richtung Collage gehen bzw. Collagen sind. Vielleicht – in einem gewissen Umfang – auch für Märchen- und Kinderbuchillustrationen

Ansonsten bin ich des KI-Overkills, den man überall aufgedrängt kriegt, überdrüssig und verspüre keine große Lust mehr, selber KI zu verwenden (außer zu eng umrissenen Zwecken und für konkrete Projekte). Es verlangt mich förmlich nach dem, was im Schatten der KI schon fast als gute alte „fast-analoge“ Handwerkskunst gelten muss: das ganz normale Zeichnen – ob mit Apple Pencil am iPad, oder gleich mit Bleistift, Farbstiften und Papier (was allerdings am iPad mit den entsprechenden Tools sehr gut imitiert wird).

Es ist schon was anderes, selber Formen, Farben, Figuren, Szenen und deren Kombinationen zu gestalten, als einen Prompt in ein Dialogfenster zu schreiben und dann die KI machen zu lassen.

Die Pilgerreise zum nebelverhangenen unerreichbaren Gipfel der Kreativität, die an Irrtümern und Irrwegen, an Versuchungen und Fallen reich ist, führt bei der aufstrebenden Umrundung des Berges der Kunst unweigerlich immer wieder an die Quelle simpler (na gut, von mir aus auch komplexer) handgemachter Zeichnungen und Grafiken.


Ende vom Lied: Ich wende trotzdem wieder KI an, um die Zeichnungen zum Leben zu erwecken und kleine Märchen-Animation zu erstellen. Stelle mir dabei vor, wie klasse es gewesen wäre, wenn ich vor vierzig Jahren, als die Kinder klein waren, schon solche technologischen Möglichkeiten gehabt hätte. Dabei waren damals alle happy mit den Bildern, die wir gezeichnet haben und denen, die im Kopf entstanden, wenn wir uns dazu Geschichten ausdachten…