Die Selbstverständlichkeit, mit der die bürgerlichen Hofmedien die imperialistischen Pläne und Ziele ihrer Obrigkeiten kennerisch begleiten, wird in all ihrer Frechheit kenntlich, wenn man sich es mal umgekehrt vorstellt:
„Immer mehr asiatische Länder verabschieden Konzepte für den Mittelmeer-Raum“ o.ä.
Hab den Auftritt von Harris und Biden mitverfolgt, mit deren ersten Ansprachen als gewählte Führungsfiguren des US-Kapitalismus.
Nette Frau, freundlicher älterer Herr, professionll-emotionale, aber nicht zu kitschige Reden, in denen die aktuellen Eckpunkte des demokratischen Imperialismus (Liberalität, Rassen- und Geschlechtergerechtigkeit, Klimaschutz und Pandemiebekämpfung) abgearbeitet wurden.
Wüsste man nicht (wenn man’s wissen WILL), dass all die wohlklingenden Worte den bunten Zuckerguss darstellen über der berechnenden Gewaltherrschaft des westlichen Imperiums bzw. seiner größten Kapitale, die den Planten bis auf ein paar Ausnahmen immer noch dominiert, wäre man gerührt über soviel Goodwill, Weltverbesserungs- und Menschheitsbeglückungsabsichtserklärungen.
Weiß man aber, und als letzten Satz läßt Biden wieder die Redewendung fallen, die er sich scheinbar angewöhnt hat zur Demonstration seiner großmächtigen Identifikation mit dem militärischen Gewaltapparat der Supermacht (und der Entschlossenheit zu deren EINSATZ):
„.. and may God bless our troops“.
Wer da genauer hinhört und -sieht, kann sich nur gruseln.
Wenn Befehlshaber ihren Gott beschwören um ihre Kriegsmaschine zu segnen, ist‘s noch immer schlecht ausgegangen für diejenigen, die mit Leib und Leben für den Erfolg einzustehen haben, den das Militär dem (trans-)nationalen Kapital erzwingen und sichern soll.
Manche sind ja sogar zu bequem, sich eine neue Wohnung zu kaufen oder wenigstens zu mieten, wenn sie keine haben oder aus der alten rausfliegen.
Und die oberfaulen Bequemlichkeitsapostel liegen träge zu Hause rum oder verstopfen den ÖPNV statt sich ein neues Auto zu kaufen! Aus reiner Bequemlichkeit!!
Das sind bestimmt all die Leute, deren Gewöhnung ans Nicht-Arbeiten schon Kanzler in spe Fritz „Blackrock“ Merz gerechterweise aufs Korn genommen hat…
Die FREIE WELT hat natürlich auch die FREIESTE PRESSE des bekannten Universums. Dank dieser sind wir immer umfassend aufgeklärt, wer in dieser Schlacht gegen das „chinesische Virus“ (der US-Präsident) die Guten und wer die Bösen sind.
In diesem soliden Stück Relotius-Gedächtnis-Journalismus macht das Hamburger Fachblatt für Feindaufklärung gleich im letzten Satz der Einleitung klar, an WEM wegen seiner Zahlenangaben, vor allem aber wegen seiner (trotz höchst erfolgreichem kapitalistischen Wirtschaftens) grundsätzlich kommunistischer Umtriebe verdächtigen Gesamteinstellung, ernste Zweifel bestehen: natürlich am Chinamann!
Will man als geneigter Leser Näheres erfahren, läßt einen das Flagschiff seriöser Qualitätsinformation nicht im Stich und führt seinen begründeten Anfangsverdacht gegen die Gelbe Gefahr mit genau EINEM Satz aus, der allerdings über jeden Zweifel erhaben ist, denn er gibt die Einschätzung des bekannten Virologen D.T. wieder, der im Nebenberuf US-Präsident ist.
Beruhigt über die Welterklärung der demokratischen Edelfedern von der Elbe lehne ich mich im Sessel zurück und bin mal wieder froh, in dieser besten aller alternativloseste Welten leben zu dürfen.
Oh, die Sorgen der kapitalistischen Ethikspezialisten um sachgerechtes Abwägen zwischen dem notwendigen Wirtschaftswachstum und den dabei in Normalzeiten schon nicht zu knapp, jetzt aber gehäuft anfallenden Leichen!
Wie exquisit die Problemstellung, wie allseitig der das Für und Wider balancierende Gedankengang der ideellen Hüter unserer alternativlosen Ordnung!