Westliche Kriegspropaganda: Auch nicht mehr das, was sie mal war

Wie lächerlich, durchsichtig und dünn die gegen Russland gerichteten US-Anschuldigungen einer angeblich geplanten False-Flag-Aktion in der Ukraine sind, macht ein Beitrag deutlich, den die FAZ großmäulig als Haupt-Headline auf ihrer Online-Ausgabe präsentiert.

Unter der scheinheiligen Frage „Plant Russland eine False-Flag-Aktion?“ (der geneigte Leser des Zentralorgans der Konservativen BRD-Bourgeoisie weiß natürlich, dass das Fragezeichen sich im Grunde erübrigt, denn man kennt den Russen einfach nicht anders als verschlagen, skrupellos und gewaltbereit) referieren zwei „Korrespondenten“ – einer aus Washington, der andere aus Moskau – die berechnenden Verlautbarungen der US-Administration, dass der fiese Russe Böses plane in der Ukraine.

US-Geheimdienste, seit Powells legendärer „Irakische Massenvernichtungswaffen“-Rede vor der UNO im Jahr 2003 bekannt für akkurate und zuverlässige Fakten, wollen entdeckt haben, dass Russland mit einer solchen False Flag Provokation einen Grund herzustellen suche, um endlich die Ukraine anzugreifen.

Man erhält bei Sichtung dieser und ähnlicher Schlagzeilen der westlichen Qualitätsmedien zwar eher den Eineruck, dass es die Westmedien sind, die endlich, endlich den Waffengang dort sehen wollen, aber abgesehen von der auffälligen Lust, mit der besonders die transatlantische eingebetteten Medien einen Krieg herbeizuschreiben sich bemühen, lohnt sich dann doch ein Blick in den INHALT der von der FAZ wiedergegebenen Erkenntnisse der Washingtoner Geheimdienste:

„Die Informationen deuteten darauf hin, dass diese außerdem damit beginnen würden, in staatlichen und sozialen Medien „Provokationen zu fabrizieren“, um eine russische Intervention zu rechtfertigen und Spaltungen in der Ukraine zu säen. Russische Beamte würden zudem Geschichten über die Verschlechterung der Menschenrechtslage in der Ukraine und die zunehmende Militanz ukrainischer Führer verbreiten.

Bei alldem handle es sich um „die Verbreitung von Fehlinformationen“, sagte die Sprecherin von Präsident Joe Biden. „In diesen Medienberichten wird auch der Westen für die Eskalation der Spannungen verantwortlich gemacht, und es wird auf humanitäre Probleme in der Ukraine hingewiesen, die durch ein russisches Eingreifen gelöst werden könnten. Und es wird für den russischen Patriotismus geworben, um die Unterstützung des Landes für militärische Maßnahmen zu fördern.“ Die Anzahl entsprechender russischsprachiger Beiträge in sozialen Medien mit diesen Inhalten sei im Dezember um 200 Prozent gestiegen.“

NEIN! Doch!! JA!!!

Die elende Lage der Bevölkerung dieses von Oligarchen ausgeplünderten und vom Westen als Frontstaat gegen Russland formierten Failed State und das nationalistische Kriegsgetöse der ukrainischen Führer wird tatsächlich in russischen “staatlichen und sozialen Medien“ thematisiert! Bzw. diese „würden beginnen“, die allseits bekannten Fakten zu erwähnen – darauf jedenfalls „deuten die Information hin“.

Solche hieb- und stichfesten Ermittlungsergebnisse der Geheimdienste legen nur einen Schluß nahe: „fabrizierte Provokation!“. Noch schlimmer: die tückischen Russen „weisen auf humanitäre Probleme in der Ukraine hin“! In den sozialen Medien!! Und das sogar 200 mal mehr als vor dem Dezember! Was bei uns allenfalls auf ein reges Interesse der in sozialen Medien aktiven Bevölkerungsteile hindeutet, kann beim Russen nur perfide Heimtücke zur Provokation eines Krieges sein.

Hier hören die geheimdienstlichen Erkenntnisse der Schlapphüte von Langley aber noch nicht auf. Was nun enttarnt wird, muß auch dem letzten naiven Russenversteher den blauäugigen Blick klären: „es wird für den russischen Patriotismus geworben, um die Unterstützung des Landes für militärische Maßnahmen zu fördern“!

Zu solchen üblen Provokationen sind selbstredend nur Machthaber fähig, die nicht verstehen (wollen), dass es auch beim Patriotismus und dessen Instrumentalisierung für militärisches Eingreifen klare Unterschiede gibt zwischen einem Freiheitsparadies wie den USA (und praktisch jedem NATO-Land) und einem Schurken- und Autokratenstaat wie Russland.

Es liegt auf jeden Fall auf der Hand: was immer der Russe macht, es ist IMMER nur ein Manöver, mit dem er seine sinistren Pläne durchsetzen will. Das wissen wir einfach genau, denn alle Fakten sprechen dafür. Falls sie dagegen sprechen, ist das erst recht ein Beweis für die russische Schurkenmentalität, denn dann ist klar: alles nur Tarnung, Verbreitung von Fehlinformationen und False Flag!

Geschichten, die die Medien schreiben: Deutsche Qualitätspresse in den Schützengräben

Sie schreiben‘s herbei. Sie wünschen sich so sehnlich, endlich den Waffengang gegen Russland starten und journalistisch begleiten zu können, dass ihnen schon der Finger am Abzug zuckt.

Der „Angriff auf die Ukraine“ (also auf den inoffiziellen NATO-Vorposten an der russischen Grenze), der ohnehin nur in der bellizistischen Fantasie westlicher Kriegsherren existiert, ist für die Kriegsberichterstatter des Hamburger Ostfront-Landserblättchens schon beschlossene Sache – so tief haben sie sich in das Denken des russischen Präsidenten eingelesen (vermutlich mit der großen Glaskugel in der Chefredaktion), dass es nur noch darum geht, ob man „Putin davon abhalten kann“ oder nicht.

Geschichten die die Medien schreiben: kommunistischer Prophet verlangt Volkes Gefolgschaft für Welteroberung!

Diese Dokumentation von ARTE über den chinesischen KP-Chef und Staatspräsidenten Xi Jinping ist in zweierlei Hinsicht interessant.

Einmal als Musterbeispiel des gewohnt dümmlichen Antikommunismus westlicher Medien, die von Klassenkämpfen und -Interessen aus Prinzip keine Ahnung haben wollen und alles politische Handeln von Staaten und Klassen auf die Launen und Psychomacken einzelner Führer zurückführen (außer natürlich bei westlichen Anführern – diese vertreten grundsätzlich die weltgeistige Gesamtvernunft und handeln stets sachdienlich im Sinne regelbasierten Freiheiten, klar).

Der ARTE-Beitrag bildet da keine Ausnahme, sondern gipfelt u.a. in der messerscharfen tiefenpsychologischen Analyse, dass „Xi von seinem Volk (verlangt), dass es ihm wie einem Propheten folgt, um gemeinsam mit ihm die Welt zu erobern“.

Auch benötigt das Propagandastück des Deutsch-französischen Kultursenders keine 10 Minuten, um bei dem Satz anzugelangen, der es mittlerweile zu Kultstatus, zahllosen Memes und einem populären Hashtag bei Twitter gebracht hat: „… aber zu welchem Preis?“ (#butatwhatcost), die Frage die westlich eingebettete Medien immer dann stellen, wenn sie nicht umhin können, Chinas Erfolge auf allen möglichen Gebieten zähneknirschend einzugestehen.

Soweit, so unfreiwillig lustig für den nicht imperialismusgläubigen Zuschauer, der im Heu der Ideologie die Nadel der Information zu finden versteht. Und hier wird’s zweitens interessant, weil der Beitrag dann doch zumindest die Stationen des chinesischen Präsidenten aufzählt und zwischen den bizarren antikommunistischen Textbeitrögen und Interviews unbeabsichtigt eben auch viel nützliches Wissen für diejenige versteckt, die sich ihren eigenen Reim auf die Verhältnisse und deren Aufbereitung durch die freiheitlich-demokratischen Gaubebskrieger zu machen wissen.

Wie Armin Kirchmaus kommentiert: „Der Duktus ist der Übliche, aber wenn man selektives Drüberwegschauen gelernt hat, erfährt man bissl was.“

https://www.arte.tv/de/videos/078193-000-F/die-neue-welt-des-xi-jinping

Der Chinese will nur seine MACHT erhalten!

Warum geht’s den Chinesen immer besser, so dass die chinesische KP Zustimmungsraten hat, von denen imperialistische Politiker nur träumen können?

Das macht der chinesische Kommunistenchef nur aus einem Grund: er will sich seine Macht sichern!

Machterhalt, na klar! Wenn das man kein Grund ist

– das bevölkerungsreichste Land der Erde aus 100jähriger kolonialer Demütigung und Ausplünderung zuführen;

– hunderte Millionen Menschen aus absoluter Armut zu befreien;

– in wenigen Jahrzehnten ein prosperierendes und modernes sozialistisches Staatswesen aufzubauen, dass den untergehenden Westen, also die ehemaligen Kolonialisten, in jeder Hinsicht überrundet…

..all das einzig aus persönlichem Machtstreben eines einzelnen Chinesen! Wie gut, dass westliche Journalisten mit Psychologie-Diplom uns über diesen Zusammenhang aufklären! Und wie gut, dass die seriöse und neutrale „Zeit“ solchen profunden Analysen Zeilen einräumt.

#butatwhatcost #deppenpropagandafuernarren #diegelbegefahr

Geschichten die die Qualitätsmedien schreiben: Gut und Böse sind klar verteilt in der Welt!

Heute nehme ich mir mal die „Heute“-Nachrichten des ZDF vor.

Die Corona-Pandemie nimmt den weitaus größten Teil der Sendung ein; man hört widersprüchliche Informationen über einen im Vergleich zur vorigen Welle wohl weniger schlimmen Verlauf bei der neuesten Virusmutation, andrerseits aber aus verschiedenen europäischen Ländern eine Gruselnachricht an der anderen zum furchtbaren Wüten (oder dem Warten darauf) der „Omicron“-Welle.

Ein Satz läßt dann doch aufhorchen und verdeutlicht die Absurdität dieser Mischung aus Panikmache und Beschwichtigung, eigentlich aber Ratlosigkeit: „Die größer werdende Omikron-Welle schlägt sich noch nicht in den Zahlen nieder – die sinken weiter.“ Sodann berichtet der Sprecher von über 11.000 weniger Neuinfektionen innerhalb einer Woche und sinkenden Inzidenzen. Da soll also etwas größer werden, das abnimmt? Hä?

Zum Glück ist dann der „Corona-Block“ der Nachrichten vorbei und der Zuschauer erhält wieder Gelegenheit, sich wohlig-angstvolle Schauer über den Rücken laufen zu lassen, während ihm die neuesten Meldungen von der Vorkriegsfront verlesen werden: Der Russe hat in Form seines Präsidenten (der in deutschen Frontmedien stets nur „Putin“ – ohne Anrede, ohne Titel – genannt wird) eine 4-stündige Pressekonferenz gegeben und auf dieser frech bestritten, dass er die Ukraine überfallen und bekriegen will.

Er fordert sogar – dreist wie Iwan – von der NATO Garantien gegen eine noch weitere Ausdehnung nach Osten! Ein solch unverständliches Ansinnen fällt dem Oberrussen nur ein, so weiß der Reporter aus Moskau, weil der russische Präsident „beleidigt“ ist, die östliche Demokratiemission des friedliebenden transatlantischen Menschenrechtsvereins also gründlich missverstanden hat und jetzt ein „gekränkter Präsident mit Drohkulisse“ ist, im Grunde also einen Psychotherapeuten braucht.

Zu dem ziemlich lauten und starken Beifall am Ende der Pressekonferenz merkt der ZDF-Reporter an: „Zum Schluss der Veranstaltung gibt es Beifall..“ (er legt eine Kunstpause ein) „… von ein paar russischen Journalisten.“ Damit hat der ZDF-Mann dem deutschen Fernsehpublikum klar gemacht, dass selbstverständlich nur Clacqueure und Hofschranzen einem Autokraten wie Putin Beifall spenden, was ZDF-Mitarbeiter, als freie Journalisten, natürlich erstens durchschauen und zweitens niemals machen würden – die Stichwortgeberrolle derselben Journalisten und ihre unterwürfigen Interviewformate gegenüber Merkel, Scholz & Co sind hier als Vergleich auf keinen Fall angebracht, denn bei unseren Politikern handelt es sich ja um lauter wertebasierte Demokraten.

Um im Kopf des Zuschauers abschließend (für diese „Heute“-Sendung) wieder in Erinnerung zu rufen, wer die Guten und wer die Bösen sind in dieser leider so schlechten – dank unserer weisen Politiker und Journalisten aber doch auch überschaubaren – Welt, wird schnell noch ein neues Schurkenstück des anderen (und, wie wir seit kurzem wissen, noch viel übleren) Bösewichts der Staatenwelt vorgestellt: der CHINESE ist mindestens jeden Tag für irgendeine undemokratische Schandtat gut. Diesmal hat er in Hongkong ein Denkmal abbauen lassen. In Hongkong! Also eigentlich in UNSERER Stadt, denn dass wir als Gesamteuropäer, also irgendwie trotz Brexit auch als Briten, diese Kolonie an die Volksrepublik zurückgegeben haben (so großmütig können wir sein!), ist ja nicht so lange her. Es erweist sich allerdings im Nachhinein als schwerer Fehler, denn der Rotchinese versucht dort tatsächlich, dem dortigen chinesischen Menschenschlag das demokratische Recht auf die Existenz als Fünfte Kolonne des Imperialismus zu nehmen.

Jedenfalls haben die chinesischen Behörden eine Plastik entfernen lassen, die an „das Massaker auf dem Tienanmen-Platz von 1989“ erinnern bzw. das Gedenken daran wachhalten soll. Der „Heute“-Sprecher trägt die offizielle westliche Sprachregelung für die seinerzeitigen Studentenproteste vor, als ob es sich tatsächlich um ein „Massaker“ gehandelt hätte (jeder seriöse Historiker und interessierte Laie weiss mittlerweile, dass die chinesischen Sicherheitskräfte 1989 mitnichten irgendwelche Studentenmassen massakriert haben, sondern im Gegenteil einem in Teilen gewalttätigen und konterrevolutionären Mob erstaunlich milde entgegentraten).

Das westliche Narrativ vom „Massaker“ ist aber zu schön und zweckmäßig für den antichinesischen Propagandakrieg von NATO-Politikern und angeschlossenen Medien, um ihn zugunsten der historischen Wahrheit aufzugeben. So kriegt das Publikum Schluck für Schluck und jeden Tag das Gift der Lüge eingeflößt. Längst hat sich das verselbständigt; längst ist durch die millionenfache Wiederholung auch beim letzten Bürger hängen geblieben, dass erstens der Chinese voll undemokratisch und autoritär beherrscht wird und er zweitens bei abweichender Meinung auch noch massakriert wird. Verständlich, dass ein solcher Unrechtsstaat genauso wie das seinerzeitige ostdeutsche Pendant unter verschärfter Beobachtung durch unsere friedliche NATO stehen muss und letztlich – wiederum ebenso wie das ostdeutsche Unrechtsstaatswesen – zur Demokratie bekehrt gehört.

Der Bürger erschauert erneut, bekreuzigt sich innerlich dreimal, dass er sich zum Reich der Freiheit zählen darf und hofft inständig, dass unsere Bundeswehrmacht und ihre Verbündeten genügend Feuerkraft haben, um die Angriffspläne des beleidigten Russenchefs und die Massaker der gelben Diktatoren abzuwehren. Damit ist aber auch wieder gut mit den Schauermeldungen, schließlich ist Weihnachten und den Menschen ein Wohlgefallen, und nun der Hauptfilm!

Wie man in Deutschland reich wird

Einfache Antwort: so wie überall sonst auch – indem man Geld als Kapital einsetzt, irgendein Business damit anschubfinanziert und die Arbeitskraft anderer ausbeutet.

Komplizierte Antwort: Reichtum ist ein rätselhaftes Naturphänomen, das der liebe Gott oft Unwürdigen, meist aber den Tüchtigen zukommen lässt, die damit für ihre Leistungsbereitschaft und Wettbewerbsfähigkeit belohnt werden. Wie das genau geht, muß bei so einem komplizierten Thema ein Soziologe erläutern.