

Unabhängig, was man von dem Typen hält, in welchem politischen Lager man steht, ob man überhaupt grundsätzliche Kritik an der kapitalistischen Verfasstheit eines Standortes anzubringen hat oder (wie die Mehrheit) eben nicht – es gibt Kipp-Punkte im Leben der politischen Repräsentanten eines Staates, die den Point of No Return für den jeweiligen Politiker markieren.
Für den damaligen Kanzlerkandidaten Armin Laschet war dies eine Aufnahme seines fröhlichen Lachens, als er zu Besuch in den Ahrtal-Überschwemmungsgebieten war.
Für den jetzigen Kanzlerdarsteller Merz ist es sein Auftritt beim „Bürgerdialog“ in Salzwedel. Er dokumentiert, auf welche Art und Weise Merz einer krebskranken Frau begegnet.
Hier ist schon nicht mehr von unglücklicher Kommunikation zu reden; der Amtsinhaber zeigt sich in aller Öffentlichkeit, vor aller Welt, als der empathielose, zynische, gleichzeitig aber weinerliche und nur auf Selbstrechtfertigung bedachte Machthaber, der er ist. Vor allem aber zeigte er sich als dreister Lügner. Er lügt dieser Frau ins Gesicht mit einer Behauptung, die jeder mittels Sucheingabe bei Google durch die Fakten widerlegen kann.
Dieser Auftritt war der Kipp-Punkt, der die Kanzlerschaft des einstigen Blackrockangestellten erledigt hat. Ab jetzt stellt sich nur die Frage, wie lange die Bevölkerung diese unselige Figur noch ertragen muss und wann er entweder freiwillig abtritt oder durch die jetzt einsetzenden Intrigen und Schadensbegrenzungsmaßnahmen seiner Umgebung dazu gezwungen wird.
