
„Gevatter, spiel Er mir ein Lied
es ist schon spät, lang war der Tag!“
„Lieb Frouw, erlaubet dass ich frag:
Ihr wißt, was euch geschieht
Heb ich zu spielen an?
Ihr müsst mir folgen immerdar
mir fügsam dienen alle Jahr‘,
verlassen euren Mann.“
„Oh weh,, ihr garstig Gaukeltrug,
Ihr wollt mich arg verstören!
Nimmer will das Lied ich hören,
ich hab von euch genug!“
„Zu spät,, zuend‘ ist Eure Zeit!!
Der letzte, der mich fragt am Tage,
der trägt die Folgen seiner Frage
und ist dem Tod geweiht!“
„Seid Ihr‘s gar selber, bleicher Hans?
Ich Schaf! Ich kam nicht drauf!
Weh mir! Schon fordert er mich auf
zum allerletzten Tanz!
Leb wohl, geliebter Ehemann
du warst ein braver Gatte,
der beste den ich hatte!
Das war‘s, adieu, ich gehe dann.“
“Ich Armer, Trauer muss ich tragen!
Sie geht mit diesem Knochenmann!
Wer wird denn für mich kochen dann?
Ich werd‘ die Schwester fragen!“
Im Totenreich für alle Zeit
sind Frouw und Knochenmann;
Die Schwester (die nicht kochen kann)
die hat der Mann gefreit.