Auf der Fachtagung der Kunst- und Kulturgeragogen

Wenn ich irgendwo rumsitzen und Ansprachen zuhören muss, kann ich – sofern die Gelegenheit besteht – meist nicht anders als das Gehörte zeichnerisch zu kommentieren.

Diese Bildchen entstanden bei der „8. Fachtagung Kulturgeragogik – Take care! Kulturgeragogik für eine neue Kultur der Sorge und Pflege“ am 24.04.2026 anlässlich eines Vortrages namens „Der Begriff der Sorge und die Entwicklung einer neuen Care-Kultur: Anthropologische und sozialpolitische Perspektiven“ von Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt (Universität zu Köln)

Der Mann ist ein höchst belesener bürgerlicher Akademiker, der ausweislich seiner PowerPoint-Folien und seines Vortrages mit gelehrten Fachausdrücken und name droppings nur so um sich schmeißt. Seine 30minütige Tour de Force durch Philosophie, Psychologie, Soziologie, Mythologie, Geschichte und was noch alles glänzte allerdings zwischendurch auch mal mit Dummerjungenadjektiven wie „linksfaschistische Gesellschaften“, womit er allen Ernstes die DPRK und, wenn ich mich recht erinnere, Kuba und/oder Iran meinte.

Er redete auch viel von den wohl von ihm selbst erfundenen Menschentypen des homo donans und des homo abyssus, also dem „gebenden“ (sozial und partizipativ orientierten) und dem „abgründigen“ (schwer kriegerischen und bösen) Menschen. Wie bei solchen Hofintellektuellen der bürgerlichen Herrschaft üblich, war natürlich keinerlei Rede von dem in der kapitalistischen Konkurrenzgesellschaft hauptsächlich anzutreffenden Menschentypus, dem homo economicus.

Mir blieb also gar nichts anderes übrig, als mich dem bürgerlichen Ideologiemüll zeitweise durch Kritzeleien zu entziehen.