Pilgerreise zum Gipfel der Kreativität (liegt im Nebel): Gedanken über KI und die menschliche Inkonsequenz

Je mehr ich mich mit KI beschäftige und nach dem initialen Vergnügen, auf diese komfortable und einfache Art Grafiken und Filme zu erzeugen, fängt der ganze Kram an, mich zu langweilen, ja: zu ermüden. Der Zauber ist verflogen, diese KI-Bilder sind irgendwie zu einfach, zu geistlos, zu beliebig, inzwischen auch zu erkennbar. Wenn man ein bißchen geübt ist, erkennt man mittlerweile das KI-generierte Material auf Anhieb. Und es ist dürftig bis öde.

Bei der Animation von Zeichnungen (speziell auch von abstrakten Zeichnungen) kann man ein paar sehenswerte Resultate erzielen, ebenso bei bestimmten bildlichen Darstellungen (zu deren Erstellung man ansonsten ein Kunststudium, ein Atelier und all das einschlägige Material und Werkzeug bräuchte), die ohnehin massiv nachbearbeitet und ergänzt werden und demnach mehr in Richtung Collage gehen bzw. Collagen sind. Vielleicht – in einem gewissen Umfang – auch für Märchen- und Kinderbuchillustrationen

Ansonsten bin ich des KI-Overkills, den man überall aufgedrängt kriegt, überdrüssig und verspüre keine große Lust mehr, selber KI zu verwenden (außer zu eng umrissenen Zwecken und für konkrete Projekte). Es verlangt mich förmlich nach dem, was im Schatten der KI schon fast als gute alte „fast-analoge“ Handwerkskunst gelten muss: das ganz normale Zeichnen – ob mit Apple Pencil am iPad, oder gleich mit Bleistift, Farbstiften und Papier (was allerdings am iPad mit den entsprechenden Tools sehr gut imitiert wird).

Es ist schon was anderes, selber Formen, Farben, Figuren, Szenen und deren Kombinationen zu gestalten, als einen Prompt in ein Dialogfenster zu schreiben und dann die KI machen zu lassen.

Die Pilgerreise zum nebelverhangenen unerreichbaren Gipfel der Kreativität, die an Irrtümern und Irrwegen, an Versuchungen und Fallen reich ist, führt bei der aufstrebenden Umrundung des Berges der Kunst unweigerlich immer wieder an die Quelle simpler (na gut, von mir aus auch komplexer) handgemachter Zeichnungen und Grafiken.


Ende vom Lied: Ich wende trotzdem wieder KI an, um die Zeichnungen zum Leben zu erwecken und kleine Märchen-Animation zu erstellen. Stelle mir dabei vor, wie klasse es gewesen wäre, wenn ich vor vierzig Jahren, als die Kinder klein waren, schon solche technologischen Möglichkeiten gehabt hätte. Dabei waren damals alle happy mit den Bildern, die wir gezeichnet haben und denen, die im Kopf entstanden, wenn wir uns dazu Geschichten ausdachten…