Ein Facebookfreund leitet mit nachstehenden Anmerkungen den unten verlinkten Artikel einer Fatina Keilni in dem reaktionären Springer-Blättchen „Die Welt“ weiter. Beides konnte ich nicht unkommentiert lassen:
Gute Analyse zum Untergang der #SPD:
WELT-Redakteurin Fatina Keilani wirft der ehemaligen Volkspartei SPD mit dieser brutal ehrlichen Erklärung für ihre Stimmenverluste ein dickes Rettungstau entgegen, doch man weiß jetzt schon: Niemand will oder darf danach greifen. Und mehr als Hilfe anbieten kann man schließlich nicht.
Das ist keine „gute Analyse“ des sozialdemokratischen Teils der Kriegskoalition, sondern ein Plädoyer für die noch zügigere und gründlichere Transformation der ehemaligen Arbeiter- und Volkspartei in eine neoliberale Sozialkahlschlagsgruppierung, die unter dem Absingen von „Geht nicht anders!“- und „Wir können uns das nicht leisten!“-Melodien die Axt an die Reste der Errungenschaften legt, die die lohnarbeitende Klasse über mehr als hundert Jahre der herrschenden Klasse abgetrotzt hat.
Die paar stimmigen Beobachtungen zur verlogenen Dämonisierung der AfD durch die heutigen Sozialdemokraten sind korrekt, aber auch sie benennen nicht den Elefanten im Raum, nämlich die Tatsache, das die SPD bei der stärksten Oppositiospartei andauernd „Faschismus“ wittert, während sie selber zusammen mit dem Blackrockkanzler den neoliberal-neokonservativen Umbau der BRD in ein deindustrialisiertes, filetiertes, auszuplünderndes Stück Investorenkapital ins Werk setzt – und zwar mit begleitenden Zensur-, Überwachungs- und Strafverfolgungsmethoeen, die in ihren anti-demokratischen Rundumschlägen gegen elementare Bürgerrechte und gegen die Meinungsfreiheit durchaus die Bezeichnung „Faschisierung“ rechtfertigen.
Keilanis Artikel ist ein dürftiger und strunzdummer Aufsatz einer denkfaulen Nachplappererin der einschlägigen ThinkTank-Sprechblasen, denen der militaristisch-reaktionäre Staatsumbau nicht schnell genug geht und die vor allem unzufrieden sind, dass es tatsächlich noch letzte Reste von Widerspruch gibt gegen den breiten Anschlag auf die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung und gegen die grundlegende soziale Infrastruktur dieses Landes.
DAS würden sie gerne noch schneller abgewickelt sehen („Können wir uns nicht leisten!!“), um ihren geplanten Krieg gegen Russland, ihre wahnwitzige Hochrüstung und die Profite des militärisch-industriellen Komplexes und seiner politischen Zuarbeiter in trockenen Tüchern zu haben.
Also erzähl uns hier keinen Scheiß von wegen „gute Analyse zum Untergang der SPD“. Dieser Artikel ist bestenfalls eine unfreiwillige Selbstanalyse zum Untergang des kritischen Denkens bei sogenannten Journalisten bzw. zum reaktionär-konservativen Unfug, den man beim Springer-Flaggschiff „Die Welt“ halt so schreiben darf.