Heideurlaub

Der Norden ist das Land der Dicken. Überall trifft man auf massiv übergewichtige Menschen. Diese ganze Gegend sollte Dickdeutschland statt Norddeutschland heißen.

In der Eisdiele stehen zwei 150-Kilo-Betreiber hinterm Tresen. Im Rückraum löffelt die Kundschaft Eis und Sahne aus gewaltigen Glasschalen: die Eltern fett, die Kinder dick.

Auf dem Supermarkt Parkplatz sieht man die Dicken im charakteristisch schwankenden Watschelgang der Adipösen ihre Einkaufswagen rein und rausschieben.

Die Dicken sitzen morgens schon im Speiseraum des Hotels und futtern Berge von Rührei mit Schinken in sich rein. Zum Nachtisch gönnen sie sich dann noch ein paar Weizenbrötchen mit Marmelade oder Nutella. 

Das Gegenprogramm sind die hageren Mittsechziger, ehemals Studienrätin oder Kirchenverwaltungsbeamte, die mit ledriger Haut und ernstem Blick ihre dürren Körper auf eBikes durch die Heidelandschaft bewegen. Mitunter begleitet von der zweiten und dritten Generation ihrer Sippe, denn sie hatten einmal im Leben – als sie sich kennen lernten – Sex und haben dadurch für Nachwuchs gesorgt. Danach haben sie nur noch im Kirchenchor mitgesungen und im Gemeindebeirat gute Taten getan.

Die Pferde jedoch tragen hier Mäntel und Masken, denn sie waren beim CSD in Berlin und hatten noch keine Zeit, sich umzuziehen.