
Vor einiger Zeit brach die innere Welt um mich herum zusammen (geht das überhaupt, ich meine: dass etwas Inneres außen kollabiert?).
Jedenfalls erfasste mich der eisige Hauch der Sinnlosigkeit und drang bis in mein mentales Knochenmark und in die Leere zwischen Atomkernen und Elektronen, kurzum: der Abgrund völliger Vergeblichkeit füllte alles aus was ich war und wahrnahm.
Nach einer Weile kam ich mit der Dauerpräsenz des Abgrundes besser zurecht, bewegte mich aber durchs Leben und die Welt wie jemand, der über brüchiges Eis geht. Jederzeit konnte die dünne Oberfläche scheinbarer Normalität einbrechen und schwarze Kälte mich verschlingen.
Heute überraschte mich eine neue Wahrnehmung: eine flache Indifferenz drängte sich in mein Inneres, eine öde, leere, sinnlose und gleichgültige Vergeblichkeit. Wie ein Schiffbrüchiger, der mitten auf dem Ozean auf einem brüchigen Floß schaukelt und erfasst, dass kein Land mehr in Sicht kommen wird, niemals — und der im Begreifen der Ausweglosigkeit seiner Lage in den stumpfen Stupor endgültigen Aufgebens fällt.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, wie man sagt:
