Das Gute am Bösen btw. man kann aus allem etwas lernen und die richtigen Schlüsse ziehen

Faschisten watscheln über Leichen.
Das gibt Applaus von ihresgleichen.
Die Klugen seh‘n es voller Graus
und ziehen ihre Schlüsse draus.

So gruselig das Elend auch ist, das auf der vom Imperialismus bespielten politische Bühne zu bestaunen ist, so verkommen und ungehemmt massenmörderisch die Taten und die Statements der westlichen Anführer und ihrer Claquere auch sind, so deutlich wird das Ausmaß der ideologischen, moralischen und menschlichen Verrottung dieser Eliten –  inklusive ihrer Lautsprecher in der medialen und kulturellen Sphäre (nicht dass die Epstein-Geschichte das nicht schon umfassend gezeigt hätte). 

Aber – ich bediene mich hier mal einer beliebten imperialistischen Propaganda-Redewendung – der unprovozierte, völkerrechtswidrige brutale Angriffskrieg, der momentan von den USA und Israel gegen den Iran geführt wird, zeigt die armseligen, durch und durch ideologisch korrumpierten Parteigänger der Epstein-Bourgeoisie mit heruntergelassenen Hosen. Und dieser Anblick ist gleichzeitig abstoßend und lächerlich, denn die mentale Kurzpimmeligkeit, die verlogene Doppelmoral dieser Flachzangen, von deutschen Regierungsvertretern über Jusos, „Die Linke“, ganz zu schweigen von den willfährigen kriegsbejubelnden Sudelmedien, tritt nun in all ihrer peinlichen Häßlichkeit zutage.

Plötzlich ist für alle Welt zu sehen, dass ihr ganzes Gerede von Werten, vom Völkerrecht, ihr ganzes moralisches Gesülze über verurteilenswerte Verstöße gegen die hehren Grundsätze und Werte des Verkehrs zwischen Staaten, dass all das nur berechnendes Geheuchel war und ist. 

Diese Dummbratzen denken nicht für zwei Pfennig selbst. Sie bejubeln die Ermordung eines Staatsoberhauotes und des zweithöchsten Repräsentanten des schiitischen Islam, sie begrüßen den in jeder Hinsicht illegalen Überfall auf einen souveränen Staat, auf das UN-Mitglied Iran, sie applaudieren der gezielten Ermordung staatlicher Amtsträger der Islamischen Republik, weil sie ihr kenntnisloses gratismoralisches Pharisäertum an die Stelle einer sachlichen, nüchternen, kontextuellen Betrachtung gesetzt haben.

Ich rede hier von den deutschen Möchtegernimperialisten und ihrem medialen Hofstaat, also von einer Gruppe ausnehmend unintelligenter Unsympathen, die ihre eigenen Märchengeschichten glauben, weil ihnen die grundsätzliche Verfasstheit der imperialistischen Weltordnung  einleuchtet und sie sich damit identifizieren. Ich rede NICHT von den wirklichen Entscheidungsträgern, den Strippenziehern aus Finanzkapital und militärisch-industriellem Komplex der amerikanischen Epstein-Bourgeoisie,  also von denjenigen, die die globalen Verwertungsketten nach ihrem Bedürfnis und ihrem Gusto mittels der amerikanischen Militärmacht beaufsichtigen und ordnen. 

Es ist, als sei jede Hemmung verschwunden; nicht nur die Hemmung, zur Erlangung der eigenen politischen Ziele tödliche Gewalt und hinterhältige Angriffskriege einzusetzen (hinterhältig, weil der Gegner durch Verhandlungen im Glauben gewiegt wird, dass eine friedliche Lösung möglich ist, während der Angreifer den bereits feststehenden Militärschlag plant) . 

Vor allem die Hemmung, dies dem Publikum mit allzu offensichtlichen Lügen („Demokratie“, „Responsibility to protect“ etc.) zu verkaufen. Heute gibt es die Rücksichtnahme nicht mehr, mit der einst darauf geachtet wurde, die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen idealisierender Propaganda und mörderischer Handlung nicht so auffällig tief werden zu lassen. Heute ist alles egal, die Devise lautet „Wenn ich dich bestehlen oder umbringen will, dann mache ich es, WEIL ICH ES KANN und weil es meinen Interessen nützt. Eine Begründung dazu brauche ich nicht, weil es selbsterklärend ist.“

Und das ist in gewisser Hinsicht gut, denn es zeigt den Imperialismus als das räuberische Ausbeutungs- und Terrorsystem, das er ist – und seine Fürsprecher als die gewissenlosen, bis ins Mark korrupten Komplizen dieser Ordnung die sie sind. Ob genügend Leute das auch tatsächlich so wahrnehmen, also HINGUCKEN und die richtigen Schlüsse ziehen, steht auf einem anderen Blatt. Die perfekte, professionelle und unablässige Propaganda sitzt tief, mit der der imperialistische Überbau die endlosen Kriege und die auf Gewallt basierende Weltordnung der Epstein-Bourgeoisie als Dienst an der Menschheit verkaufen, als alternativlosen Einsatz für „unsere Werte“, für „Freiheit und Demokratie“. 

Gut möglich, das sich der kollabierende westliche Imperialismus noch eine Weile hält, dass er für die Globale Mehrheit sogar noch gefährlicher und tödlicher wird. In die Enge gedrängte, tödlich verwundete Tiere werden nicht friedlicher, sondern wütender und aggressiver. Aber dass die westliche Weltherrschaft nach vier- oder fünfhundert Jahren an ihr Ende gekommen ist, dass die globale Dominanz des inzwischen US-geführten Imperiums nicht mehr (bzw. nur um den Preis eines Weltkriegs) aufrecht gehalten werden kann – diese Einsicht ist bei den Leuten angekommen. 

Jedenfalls bei denen, die sich die Mühe machen, sich eigenständig ihre Informationsquellen zu suchen, was heute für jeden möglich ist. Die Bequemlichkeit, sich nur aus Staats- und Konzernmedien zu „informieren“, sich also von der bizarren Propaganda das Kollektiven Westens aufs Glatteis führen zu lassen, ist eine Haltung, die absichtlich darauf verzichtet, Dingen auf den Grund zu gehen und sie zu verstehen. Die Ausrede „Das konnten wir ja nicht ahnen“ wird diesmal nicht mehr gelten.