Mein neuestes Hobby ist die Nutzung von KI-Tools für kleine Animationsfilmchen. Ich wollte schon immer die Bilder, die in meinem Inneren entstehen, visualisieren. Vor allem diejenigen, die einem im Traum erscheinen, weil diese eine seltsame, irreale Magie haben, die sie – komischerweise gerade deswegen – sehr real macht. Jedenfalls als komplementärer Teil einer Erfahrungswelt, die meistens auf den Wachzustand und dessen oft unangenehme Erfordernisse reduziert ist: Geld verdienen, Nahrung aufnehmen und ausscheiden, dem Fortpflanzungstrieb gehorchenden Nistbau und Brutpflege treibend, sich mit der barbarischen Idiotie der kapitalistischen Ordnung der Dinge abplagen usw.
Als Kind genügten mir Papier und Buntstifte. Die Welten, die ich damit erschuf, strahlten dieselbe Faszination für mich aus wie heutige KI-Animationen. Je weiter ich in die Sache einsteige, umso länger werden die Filmchen. Inzwischen bin ich schon bei knapp vier Minuten angekommen, was in der Herstellung Stunden und Tage benötigt, vor allem was die akustische Bearbeitung betrifft. Natürlich wäre das alles zehnmal professioneller, wenn ich richtige Profitools nutzen könnte, statt meiner paar frei verfügbaren und der ein-zwei bezahlten Softwarewerkzeuge. Aber das kann ich mir nicht leisten.
Trotzdem finde ich die Resultate auch so schon ganz ansehnlich, weil sie meinen inneren Bildern ziemlich nahe kommen und weil sie dem irrealen, entrückten Traumzustand entsprechen, in dem man die absonderlichsten und den Naturgesetzen widersprechendsten Dinge erleben kann ohne das man sie in Frage stellen würde. Im Traum ist alles Realität. Und umgekehrt?