„NZZ“ besorgt: Kanzlerautorität bröckelt!

Das schweizerische Bourgeoisblatt „NZZ“ bringt einen Artikel über die Regierungskrise beim nördlichen Nachbarn, den es so einleitet:

Der deutsche Kanzler gilt in der eigenen Partei zunehmend als Belastung, seine Autorität schwindet rasant. Doch noch wagt niemand den offenen Aufstand.

https://www.nzz.ch/deutschland/politik/bundeskanzler-auf-abruf-die-autoritaet-von-friedrich-merz-in-der-cdu-erodiert-ld.10017676

Das verlangt nach einem Kommentar:

Der Mann macht alles richtig. Jedenfalls aus Sicht der Interessen, die hinter ihm stehen und die er vertritt: er organisiert den militaristisch-reaktionären Staatsumbau des deutschen Kapitalstandortes und schlachtet die noch funktionierenden und profitablen Teile der Volkswirtschaft so aus, dass privates Kapital – internationales Finanzkapital vor allem, da kennt er sich als früherer Blackrock-Angestellter aus – optimal davon profitiert.

Das Problem seiner ideellen Auftraggeber (ideell, weil man Leuten wie Merz keine „Aufträge“ erteilen muss; solche „Entscheidungsträger“ haben die neoliberale Ideologie so verinnerlicht, dass sie die entsprechende Politik als eigene Entscheidungen wahrnehmen) ist nur, dass der Finanzkapital-Interessenvertreter, den sie da glücklich ins Kanzleramt bugsiert haben, eine stocksteife, hölzern und schlecht kommunizierende Charaktermaske ist, deren öffentliches Auftreten eher an einen rechthaberischen Konzernchef mit Prostataproblemen erinnert als an einen gewieften Politiker, der die gewohnheitsmäßigen Weichspüler- und Einschleimfloskeln beherrscht, die in diese Berufsgruppe im Umgang mit der Öffentlichkeit üblich und gefordert sind.

Hinzu kommt, dass Merz offensichtlich entweder keine oder die falschen Kommunikationsexperten und PR-Berater um sich hat, oder dass er einfach nicht auf diese hören will bzw. kann. Der Mann ist, was die kommunikationspolitische Außenwirkung betrifft, ein einziges Desaster.  

Die Deutschen wollen keinen Kanzler, der ihnen Krieg und Verarmung zumutet und ihnen dazu noch täglich um die Ohren haut, sie seien erstens zu dumm und zu faul, seine großartige Politik richtig zu würdigen und sie sollten sich zweitens gefälligst mehr anstrengen (Politsprech für: mehr Opfer bringen), damit Deutschland wieder groß und mächtig wird.

Die Deutschen wollen einen Kanzler, der ihnen bei der Ankündigung dieser Zumutungen Honig ums Maul schmiert, sie wollen einen Volkstribun, bei dem es menschelt, einen, der wirkt wie jemand, mit dem man auch mal ein Bierchen trinken oder einen Fußball treten kann. Dann machen sie wie immer alles mit und lassen sich in den nächsten Krieg gegen Russland führen. Mit dem unglückseligen Herrenreiter-Pinocchiokanzler allerdings wird das nix.