Roter Flächenbrand statt Feuerwehrpolitik! Eine abweichende Meinung zu der Nazigewalt und ein Appell:

nebenwiderspruch:

Flüchtlingsunterkünfte brennen. Menschen werden gejagt, weil sie „nicht deutsch aussehen“. 2015 wurde die rechte Terrorzelle OSS aufgedeckt und Verstrickungen und Tätigkeiten des NSU werden immer umfassender bekannt. Seit dem letzten Jahr marschieren mehrmals im Monat Zehntausende und gehen „Gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße.
Gestern haben 250 Nazis das linke Viertel Connewitz zerlegt, und das trotz einer starken und militanten Antifa in der Stadt.

Diese deutschen Nationalisten identifizieren sich mit ihrem Staat und sorgen sich um die herrschende Ordnung. Das Zwangsverhältnis, das uns und die, die uns ausbeuten zu einem Volk macht , die nationale Herrschaft, halten sie für ein Selbstverwirklichungsprojekt der Volksnatur. Im Glauben daran, dass die eigene Staatsangehörigkeit Ausweis einer bestimmten Volksnatur wäre. Im Glauben daran, Deutschsein wäre ein Privileg für staatliche Fürsorge. Im Glauben daran, die Fremden wären eben fremd und somit sowieso ganz anders. Im Glauben daran, die Politiker wären allesamt Volksverräter. Im Glauben daran, vom us- amerikanischen Imperialismus instrumentalisiert worden zu sein, im Bündniss mit dem russischen aber den Platz für ihre Nation zu gewinnen, der ihr auf der Weltbühne zusteht.

In diesem Glauben formiert sich in Deutschland eine neue faschistische Bewegung. Enttäuschte Nationalisten, die sich nach der ordnenden Gewalt sehnen, aber sie dem Staat nicht zutrauen werden selbst gewalttätig, um ihre geliebte Nation zu retten.
Die Antifas in Leipzig sind nicht imstande der Lage Herr zu werden. Das hat Gründe:
Seit Jahren befindet sich die Antifa- Szene in Deutschland in einer defensiven Schockstarre und betreibt „Feuerwehr- Politik“. Sie schert sich nicht darum sich eine Basis für eine politische Linie zu agitieren. Sie fährt den Nazis quer durchs Land hinterher um ihre Aufmärsche zu behindern und ist im Grunde genommen, wenn nicht mit sich selbst, nur damit beschäftigt Naziaufmärsche zu verhindern oder Flüchtlingsunterkünfte vor den Faschos zu verteidigen.
Die bürgerliche Demokratie und den Standort Deutschland, also das Sorgeobjekt der Nazis, begreifen sie meistens nicht als die Ursache des Problems, sondern verteidigen sie als „das geringere Übel“ noch gegen „das schlimmere Übel“, den Faschismus, oder in ihren Worten gesprochen, die „Barbarei“.
Während also die Antifas damit beschäftigt sind, den verlängerten Arm des Verfassungsschutzes zu spielen, werden frustrierte Jugendliche in die Arme der rechten Massendemos getrieben und von der nationalistischen Argumentation angesprochen.
Niemand erklärt ihnen ihren Schaden korrekt, niemand kritisiert den nationalistischen Schund in ihren Köpfen, der sie auf Schuldigensuche gehen lässt und sie veranlasst ihrem Verschleis durch die Ausbeuterklasse noch zuzustimmen und zuzujubeln. Niemand eröffnet ihnen den Kampf für die eigenen Interessen im Klassenkampf oder gibt ihnen eine mögliche Perspektive in ihrer Revolution.

Was hier ausbleibt, sind die Aufgaben einer kommunistischen Partei. Für ihren Aufbau gibt es unsere Gruppen.

Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: Wir sind KEINE Gegner von antifaschistischer Organisierung und Selbstschutz! Und wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf die mutigen Antifas in Leipzig zeigen, die den Nazis so oft es geht eine proletarische Abreibung verpassen.
Wir kritisieren sie, weil wir wollen, dass sie Erfolg haben in ihrem Kampf gegen die Schweine.
Wenn sich diese Faschisten zusammenrotten um nichtdeutsche Elemente aufzusuchen und anzugreifen müssen wir ihnen das Handwerk legen! Der Angriff auf Connewitz zeigt nur einmal mehr, das Kommunisten und Linke für sie ein „volksschädigendes Element“ sind das beseitigt gehört.

Entgegen der zynischen Meinung einiger kleinbürgerlicher Studenten aus dem marxistischen Hochschulwesen wissen wir um die praktische Gefahr für unsere Politik und unser Leben die von diesen Leuten ausgeht.
Wir Kommunisten haben das Ende ihrer starken Nation, für die wir immer nur bluten, oder den „Gürtel enger schnallen“ sollen ganz oben auf der Agenda!
Wir stehen ihnen mit diesem Programm unversöhnlich gegenüber und dafür wollen sie uns im Lager oder tot sehen.
Wir haben ihre Schuldigensuche auch am eigenen Leib erfahren müssen. Genossen im Osten haben mit noch bittereren Verhältnissen zu kämpfen. Der antifaschistische Kampf der 90er Jahre lehrt zumindest eines: Wo sie sich zur Gewaltausübung organisieren, da hilft nur die organisierte Gegengewalt!

Eine Bilanz:
Was wir also brauchen ist die antinationale Agitation und eine kommunistische Kampforganisation, die unsere Politik verteidigt, ihre Organisationen zerschlägt und ihnen die Straße zu einem neuen Stalingrad macht!
Das allein ist eine Lösung für das Naziproblem hierzulande.
Eine kämpferische kommunistische Bewegung, die sich eine Basis in der proletarischen Jugend aufbaut unter einer klaren Linie, durch Agitation.
Eine Linie, die antinational ist, weil sie den Standort Deutschland als das begreift was er ist: Ein Wirtschaftskonsens, für den wir immer nur Kostenfaktor sind und Abstriche machen müssen und kein Selbstbeglücklungsprojekt einer deutschen Schicksalsgemeinschaft.

Eine Linie die klassenkämpferisch ist, weil wir als Kostenfaktor nur leben können wenn unsere Ausbeutung für die rentabel ist, die es sich auf Kosten unserer Arbeit gut gehen lassen.

Und eine Linie die revolutionär ist, weil keine Partei, die sich aufmacht diesen Scheißladen zu verwalten uns wirklich helfen will.
Für den revolutionären Aufbau!

Quelle: Revolutionärer Aufbau Bremen

Ob (wie hier behauptet) der russische Kapitalismus “imperialistisch” ist, müsste gelegentlich mal verifiziert werden.